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Segeberg Radweg auf der Kleinbahntrasse bis Blunk
Lokales Segeberg Radweg auf der Kleinbahntrasse bis Blunk
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20:00 29.04.2019
In weiten Teilen ist die Kleinbahntrasse ein Waldweg, für Radfahrer nicht immer optimal nutzbar. Wenn die Politiker zustimmen, könnte der Weg asphaltiert werden. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Die Kleinbahntrasse war einst eine wichtige Verkehrsstrecke zwischen Bad Segeberg und Kiel. Hier zuckelte eine Bahn mit Gemütlichkeit. Doch jetzt haben die Stadt Bad Segeberg und der Kreis die Trasse als mögliche Verkehrsader für Radfahrer entdeckt. Es könnte Bad Segeberg vom letzten Platz der „Fahrrad“-Städte in Schleswig-Holstein ganz weit nach vorne bringen. Auch wäre es ein Anfang, von Bad Segeberg aus den Norden des Kreises per Veloroute zu erschließen.

Kreisplaner Frank Hartmann hat angeregt, über „die Ertüchtigung“ der Kleinbahntrasse zur besseren Nutzung als Radweg möglichst durch eine breite Asphaltdecke nachzudenken. Die Idee ist nicht völlig neu. Gegenüber dem städtischen Radverkehrsbeauftragten Udo Nickel hatte, wie berichtet, ein 80-jähriger E-Bike-Fahrer, der etwa 6000 Kilometer jährlich „herunterreißt“, schon früher angeregt, die alte Kleinbahntrasse zwischen Bad Segeberg und Klein Rönnau als Rad-Schnellweg auszubauen. Nun wird diese Idee zumindest in Teilen konkreter und zieht Kreise.

Einmalige Chance für Radwegebau

In der kommenden Sitzung des städtischen Bauausschusses (Mittwoch, 8. Mai, 18.30 Uhr im Bürgersaal) will Hartmann den Politikern die Überlegungen erläutern. Gegenüber den LN verriet er schon vorab, dass der Kreis den Ausbau eines derartigen Radwegs mit bis zu 75 Prozent fördern würde. „Das könnte die Stadt jetzt in Anspruch nehmen.“ Die Kleinbahntrasse sei schon länger in Radwegekonzepten enthalten. Jetzt werde das Thema „aber richtig interressant“.

Hartmann: „Die Gemeinden müssen überlegen, ob sie da mitmachen. Denkbar wäre ein Ausbau der Kleinbahntrasse als Radweg bis nach Tensfeld.“ Kreis-Klimamanager Heiko Birnbaum erklärte auf Nachfrage, dass man das Projekt in Teilabschnitten in Angriff nehmen würde. Erst von Bad Segeberg bis Groß Rönnau, von dort bis Blunk und dann auch noch bis Tensfeld. Der erste Abschnitt ab Parkplatz Möbel Kraft reiche schon vier Kilometer weit. Birnbaun: „Wir halten das für ein ganze tolle Idee, jetzt müssen nur die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden.“

Neue Segeberger Radwegeprojekte

Durch die Fördermittel des Kreises wurden schon einige Radwege-Förderprojekte initiiert, sind in Planung oder gar schon im Bau. „Ich kann nur empfehlen, Anträge zu stellen“, sagt Klimaschutzmanager Heiko Birnbaum. Mittel seien vorhanden. Nicht immer konnten Ideen konkretisiert werden, wenn zum Beispiel Landeigentümer nicht bereit waren, Flächen herzugeben. Boostedt habe eine Querungshilfe gebaut, Tensfeld, Gönnebek, Norderstedt würden mit Kreisgeld etwas für Radwege tun. Eine Radverbindung zwischen Leezen und Bebensee entstehe hinter einem Knick, auch Todesfelde und Fredesdorf profitierten. Aus Henstedt-Ulzburg lägen schon drei Anträge vor.

Eines muss aber klar sein: Den Charme eines Wander- oder Waldweges wird die Trasse sicherlich verlieren. Aber für Radfahrer wird es hier äußerst angenehm zu fahren, ohne Baumwurzeln und Pfützen. Denn der Kreis fördert nur einen hohen Standard beim Radwegeausbau, sonst sei es nicht nachhaltig. Für wassergebundene Wege, Sand- oder Steineweg gebe es keine Fördermittel. Die Radwege müssen breit genug sein, außerdem asphaltiert. Es wäre Aufgabe einer Ausbauplanung zu prüfen, wie man den Weg für Räder verbessern könnte, so Birnbaum. Gleiches gelte für die Radweg-Übergänge an kreuzenden Straßen.

Fußgänger sollen integriert werden

Beginnen müsste das Kleinbahntrassen-Projekt in Bad Segeberg. Kreisplaner Hartmann: „Es macht keinen Sinn, damit irgendwo in Tensfeld zu starten, sondern man muss so ein Projekt von der Quelle her beginnen und dann bis ins Umland weiterentwickeln.“ Fußgänger müssten übrigens nicht befürchten, verdrängt zu werden. Sie sollen in das Konzept integriert werden.

Übrigens: Die Kreistadt profitiert jetzt schon von der großzügigen Kreisförderung für den Radwegausbau. Gebaut wird hier zurzeit an der Hamburger Straße. Der kombinierte Fuß- und Radweg soll einmal bis Höhe McDonald's reichen. Die Arbeiter schätzen, dass sie in etwa zwei Monaten fertig sein werden. Optimal ist der Radweg für die Experten des Kreises nicht. Dort wird nicht asphaltiert, sondern es werden Pflastersteine gesetzt. „Das ist das unterste Level, das gerade noch geht“, betont Kreisplaner Hartmann. Künftig würden nur noch asphaltierte Radwege gefördert. Sinn und Ziel sei es ja, Rollwiderstand und Fahrsicherheit zu verbessern. Versiegelt werden müsse der Boden für Radwege so oder so, stellt auch Klimaschutzmanager Birnbaum klar.

Die Fördertöpfe beim Kreis für den Radwegebau seien noch gut gefüllt. Wenn die Politik in Bad Segeberg zustimme, könnte das Kleinbahntrassen-Projekt sehr schnell in Angriff genommen werden. Hartmann rät auch dringend dazu: Der Fördertopf sei nur bis 2020 befristet. Ob die Kreispolitiker hier weitere Gelder bereitstellen werden, sei noch offen.

Wolfgang Glombik

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