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Segeberg Erfolgreicher Start von „Reinsbeksounds“
Lokales Segeberg Erfolgreicher Start von „Reinsbeksounds“
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20:20 19.10.2018
Schicke Deko: Liedermacher Florian Künstler (r.) und Pianist Stephan Rehbein verliehen der Bühne Wohnzimmerflair. Quelle: FOTO: Petra Dreu
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Die Dorfkultur- und Freizeitstätte Reinsbek hat ihre Bewährungsprobe gemeistert: Rund 100 Besucher kamen zur ersten großen Veranstaltung nach der Einweihungsfeier, um sich die sanften Töne von Liedermacher Florian Künstler nicht entgehen zu lassen.

Veranstalter, Gäste, Helfer und Musiker waren hinterher gleichermaßen begeistert von den Möglichkeiten, die sich inzwischen in Reinsbek bieten und der Dekoration, die der kalten Halle Wohnzimmerflair eingehaucht hat.

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Wer selbst Veranstaltungen organisiert, muss mit der bangen Frage leben: Kommt das Publikum oder kommt es nicht? Genau so war es auch bei Silvia und Jörg Ohm, die mit „Reinsbeksounds“ eine neue Veranstaltungsreihe im Stil der Wohnzimmerkonzerte ins Leben gerufen haben, wie sie sonst bei ihnen daheim stattgefunden haben.

Alles Bangen aber war unbegründet, denn unmittelbar vor dem Konzerttermin stand das Telefon bei ihnen nicht mehr still. „Die Leute haben fast im Minutentakt angerufen und haben sich angemeldet“, freut sich Jörg Ohm, der die Internetseite von „Reinsbeksounds“ schließlich mit einem „ausgebucht“ kennzeichnen musste.

Ganze Arbeit haben unmittelbar vor der Veranstaltung Silvia Ohm und die ehrenamtlichen Helfer geleistet. Lichterketten, Laternen und Teelichter erzeugten eine schummerige Atmosphäre. Aus der Küche wehte der Duft nach Pizza durch die kleine Halle. Viele Konzertbesucher hatten Weitsicht bewiesen und Decken mitgebracht, in die sie sich einmummeln konnten, denn die Halle ist kein rundum abgedichteter Raum und der Oktober ist nun mal kein Sommer mehr.

Auf der Bühne war es ein kleiner Beistelltisch mit Blumen, der etwas Liebenswürdiges mit sich brachte. Auf einem betagten Stuhl stand zudem die Holzabdeckung einer alten Nähmaschine, die den Namen des Künstlers trug. Auch einen alten Koffer hatte der Liedermacher mitgebracht, der den Eindruck machte, schon immer genau dort gestanden zu haben.„Es ist so toll, dass Reinsbek jetzt so ein schönes Gebäude hat und dass mit ihm Kultur aufs Dorf kommt“, freute sich Silwia Ohm bei der Begrüßung der Gäste. Mit dabei waren mit Birgit und Jens Butz zwei Freunde des Reinsbeker Ehepaars, das in Ziethen ebenfalls Kulturveranstaltungen organisiert. Sie hatten Florian Künstler weiterempfohlen, der in Reinsbek seine Fangemeinde erheblich vergrößern konnte.

Begleitet wurde der Sänger und Gitarrist, der in Berlin geboren, in Ratekau aufgewaschen ist und jetzt in Lübeck wohnt, von Stephan Rehbein am Digitalpiano. Beide fanden in den Konzertbesuchern ein dankbares Publikum, das sich auch von den Erzählungen des netten Jungen von nebenan bereitwillig mitnehmen ließ.

Die Lieder des 33-Jährigen, der zuerst als medizinischer Bademeister gearbeitet hat, sich inzwischen aber als Schulbegleiter um Kinder mit Handycaps kümmert, kamen an. Eins davon mit dem Titel „Opa“ hatte er seinem Großvater gewidmet. Florian Künstler: „Heute bereue ich es, ihm zu Lebzeiten nicht mehr Fragen gestellt zu haben, die er wahrscheinlich zu gerne beantwortet hätte.“

Petra Dreu