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Segeberg B 206-Straßenstrich: Erste Damen mussten gehen
Lokales Segeberg B 206-Straßenstrich: Erste Damen mussten gehen
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22:50 12.08.2014
Nach der Initiative von Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau, gab es bereits erste Kontrollen an der B 206. Quelle: jhw
Segeberg

Einer, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, heißt Torsten Conradt. Der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) ist ein Mann klarer Wort. Am vergangenen Freitag hatte er in den LN angekündigt, mit der Polizei Details für die Überprüfung der Prostituierten zu besprechen.

Und Torsten Conradt ist auch ein Mann der Tat. In einer Zeit, als sich Kommune und Kreis hilflos gaben, das Land auf die Zuständigkeit des Kreises verwies und Anwohner aufgebracht, enttäuscht und alleingelassen von der Bürokratie eine Bürgerinitiative gründeten, suchte der Chef des Landesbetriebs nach einer Lösung und fand sie im Bundesfernstraßengesetz. Danach darf käuflichen Sex an Bundesstraßen nur anbieten, wer eine entsprechende Genehmigung hat. Kaum gab es die Abstimmung des LBV mit der Polizei, überprüften die Beamten auch schon die ersten Damen.

„Die Kollegen waren bereits am Freitag im Bereich des Parkplatzes Hartenholm unterwegs“, so eine Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg. Dort seien vier Frau kontrolliert worden. Die geforderte „Sondernutzungsgenehmigung für Bundesfernstraßen“ habe aber keine vorweisen können. Die Polizei nahm die Personalien der Prostituierten auf, verwarnte sie und wies darauf hin, dass sie dort ohne Genehmigung nicht stehen dürfen.

Torsten Conradt und die LBV-Mitarbeiter warten nun auf die Unterlagen der Polizei. Dann werden die Bußgeldbescheide in Höhe von 100 Euro verschickt. Sollte eine der Damen die fehlende Genehmigung beim LBV beantragen, würde diese wohl nicht erteilt? „Das ist unsere Haltung“, so Conradt. Darauf vertraut auch Anwohnerin Doris Laß. Sie hofft, dass die Damen bis zum Ferienende ihre Plätze aufgeben.

jhw