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Segeberg BBS kritisiert Bad Segebergs Feuerwehrpläne
Lokales Segeberg BBS kritisiert Bad Segebergs Feuerwehrpläne
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08:00 24.03.2019
Jürgen Niemann sorgt als neuer BBS-Stadtvertreter mit einer Pressemitteilung für reichlich Zündstoff. Quelle: Petra Dreu
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Bad Segeberg

Die Feuerwehrbedarfsplanung sei nicht abgestimmt, die vorgelegte – viel weitreichendere – Planung eines Feuerwehr-Neubaus für 16 Millionen Euro sei nicht durch Beschlüsse der Stadtvertretung legitimiert. Die Wählergemeinschaft BBS, in der Bad Segeberger Stadtvertretung mit immerhin sieben Politikern vertreten, schießt gegen die bisherigen Planungen zum Feuerwehrhaus Bad Segebergs. Die Darstellungen des Gemeindewehrführers zur Feuerwehrbedarfsplanung und zur Planung des Feuerwehr-Neubaus können so nicht stehen bleiben, kritisiert BBS-Sprecher Jürgen Niemann.

  Die Feuerwehrbedarfsplanung vom 16. April 2018 enthielte erstmals die Anforderung, das Feuerwehrhaus um weitere neun Stellplätze zu erweitern. Diese Anforderung sei in den städtischen Gremien bislang noch nicht behandelt und ein wesentlicher Grund für die enormen Kosten. Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld weist Vorwürfe scharf zurück, Feuerwehr und Verwaltung hätten Politik und Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert.

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Am 26. April 2018 seien die Gremien lediglich über den aktuellen Stand zu Anordnungen der Feuerwehr-Unfallkasse unterrichtet worden, kritisiert der BBS weiter. Dort heiße es: „Vorrangiges Ziel…ist die Einrichtung von Umkleide- und Duschmöglichkeiten…Hierfür erhielt das Architekturbüro Mißfeld und Kraß einen Auftrag.“ Diese Maßnahme sei auch aus BBS-Sicht völlig unstrittig.

Die Feuerwehrunfallkasse widerspricht indes per Mail dieser Aussage vom BBS. „Die Aussage, wir würden nur Sanitär- und Umkleideräume fordern, ist von uns nicht getroffen worden.“ So sei schon 2016 von der Unfallkasse eine lange Mängelliste vorlegt worden. Da ging es auch um kreuzende Verkehrswege auf dem Feuerwehrgelände, die unzureichende An- und Abfahrt für Feuerwehrfahrzeuge und mangelhafte Stellplatzmöglichkeiten. Die hieraus resultierende Forderung seien mehr Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge.

 Auf LN-Nachfrage am Freitag erklärte Jürgen Niemann, Sprecher vom BBS, dass er sich auf eine aktuelle Verwaltungsvorlage der Bad Segeberger Stadtverwaltung bezogen habe. Danach sind Anforderungen der Unfallkasse abgearbeitet worden, bis auf die noch ausstehenden erforderlichen Duschgelegenheiten. Inzwischen werde für die Sitzungsrunde im Mai der neue Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt. Niemann: „Wenn an unserer Forderung nichts dran gewesen wäre, wäre das so schnell nicht passiert.“ Es bringe doch nichts, wenn „bei Freibier“ in der Feuerwehr etwas erzählt werde. Die Politik brauche „handfeste Entscheidungen – die hat es nicht gegeben“. Von neun zusätzlichen Stellplätzen sei in den politischen Gremien nichts vorgetragen worden. Niemann: „Ich habe kein Protokoll gefunden, wo das drin stand.“

 Niemann spricht in dem Zusammenhang von einer Kampagne: „Unsere Leute werden beschimpft“. Offenbar gebe es seitens CDU, SPD und Feuerwehr Bestrebungen, den kritisch fragenden Bauausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Tödt (BBS) loszuwerden. „Hier geht es gar nicht mehr um Sachdinge.“

Wolfgang Glombik

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