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Segeberg Bad Segeberg: BBS sucht bereits Bürgermeisterkandidaten
Lokales Segeberg Bad Segeberg: BBS sucht bereits Bürgermeisterkandidaten
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19:00 13.06.2019
So fing alles vor über zehn Jahren an: Bürgermeister-Kandidat Dieter Schönfeld mit Helga Poppe (SPD, links) und Sigrid Harder (BBS). Quelle: Kullack, Lothar
Bad Segeberg

Am Donnerstag, 11.48 Uhr, traf die Mail in der Redaktion ein. Die Freie Wählergemeinschaft BBS sucht eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister für Bad Segeberg. Jetzt ist es ’raus. Ab sofort wird mit offenem Visier um eine eventuelle Nachfolge von Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) gekämpft. Vielleicht beginnt die Suche etwas früh, denn erst am 3. Juni 2021 endet Schönfelds zweite Amtszeit. Im August wird der 67. Vor wenigen Tagen hatte Schönfeld im Interview mit den Lübecker Nachrichten aber vorgelegt und klargestellt, dass er sich eine dritte volle Amtszeit im Bad Segeberger Rathaus vorstellen könne.

Dieter Schönfeld bekommt eventuell Konkurrenz. Quelle: Glombik

„Ich werde spätestens neun Monate vorher bekanntgeben, ob ich noch einmal antrete. Ich bin noch fit, motiviert, meine Frau Angelika ist sehr tolerant. Es gab Bundeskanzler und Bundespräsidenten, die wurden erst jenseits der 70 gewählt“, sagte er den LN. Keine Spur von Amtsmüdigkeit. Er genieße das Bürgermeisteramt. Doch nun scheint der BBS, der vor über zehn Jahren Schönfeld gemeinsam mit der SPD vorgeschlagen und unterstützt hatte, der Spielverderber zu sein.

Der BBS vermisst mehr Bürgerbeteiligung

Die Mitglieder des BBS haben ihren Vorstand beauftragt, mit der Suche nach einer geeigneten Kandidatin beziehungsweise eines Kandidaten für die Nachfolge zu beginnen, teilt BBS-Vorsitzende Jürgen Niemann mit. Und liefert gleich die Stellenbeschreibung mit. In Bad Segeberg warteten „interessante und reizvolle Aufgaben“, der BBS wünsche sich „eine stärkere Bürgerbeteiligung, eine Stadtentwicklung und Bauverdichtung mit Augenmaß“.

Die von Schönfeld angepeilten 20 000 Einwohner „sind dabei nicht alles“. Auch die Vorbereitung der Stadt auf den Weiterbau der A 20 stehe für die kommenden Jahre auf dem Plan. Bei einem zu erstellenden Verkehrskonzept gelte es, „die Verkehrswege für alle Bürger zukunftssicher zu modernisieren und zu optimieren“. Auch in der Stadtverwaltung würden die nächsten Jahre stark durch die Digitalisierung geprägt sein. „Hier sehen wir noch großen Nachholbedarf.“

Teure Projekte bedrücken den BBS

„Diese Aufgaben werden wir nicht mit Herrn Schönfeld angehen, da brauchen wir eine Person, die Bad Segeberg in die 2020er Jahre führt“, erklärte Niemann den LN auf Nachfrage den BBS-Vorstoß. Zumal jetzt alles, was man durch schmerzhafte Sparsamkeit erreicht habe, „zwischen den Fingern zerrinnt“. Es seien die teuren Projekte wie Feuerwehrhaus, Hallenbad und Bauhof, die den BBS bedrücken. Der Wählergemeinschaft wurmt hier vor allem der Umgang der Verwaltung mit der Politik. Bei der Planung des neuen Feuerwehrhauses habe die Verwaltung lange ohne die Politik agiert. Niemann: „Wir fühlen uns da nicht mitgenommen.“ Es könne nicht sein, dass Feuerwehr und Verwaltung das Millionenprojekt schon planten, „ohne die Politik zu beteiligen“.

BBS klebte früher Plakate für Schönfeld

Warum verschickt der BBS gerade jetzt den Aufruf? Die Wählergemeinschaft habe schon mit einer Person gesprochen, die sich für das Bürgermeisteramt interessierte. Das habe sich aber zerschlagen. Jetzt gehe man in die Offensive, suche aktiv. Niemann, der vor über zehn Jahren mit anderen vom BBS noch Wahlplakate für Schönfeld aufgestellt hatte, erklärte, dass nach den gesetzlichen Bestimmungen die BBS-Fraktion einen eigenen Wahlvorschlag einreichen könne. „Für eine Bewerberin oder einen Bewerber entfällt damit das Sammeln von Unterstützungsunterschriften.“ Der BBS-Vorstand freue sich auf Bewerbungen.

Jürgen Niemann (BBS) sucht Kandidaten für Bürgermeisteramt. Quelle: Petra Dreu

SPD für erneute Kandidatur Schönfelds

In der SPD-Fraktion sind hingegen die Aussagen von Schönfeld im LN-Interview auf ein positives Echo gestoßen. Seine Fraktion würde zum jetzigen Zeitpunkt für eine weitere Kandidatur von Schönfeld stimmen, ist der Vorsitzende Dirk Wehrmann überzeugt. Der Bürgermeister habe für Bad Segeberg eine Menge geleistet. Es habe sich gezeigt, dass Schönfeld „ein Fuchs“ im Verwaltungsrecht sei und er „ein unglaublich großes Netzwerk“ in der kommunalen Szene habe. „Das hilft unserer Stadt sehr.“

Bei der CDU wartet man noch ab. Fraktionsvorsitzender Torben Fritsch zeigte sich überrascht vom BBS-Vorstoß. „Wir sondieren noch, ob wir einen eigenen Kandidaten aufstellen oder nicht.“ Die Zusammenarbeit mit Schönfeld habe gut funktioniert, obwohl Schönfeld Sozialdemokrat sei. „Manchmal hatte ich das Gefühl, er hat sein Parteibuch beiseite gelegt. Wir haben für eigene Anträge oft seine Unterstützung gehabt.“

Wolfgang Glombik

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