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Segeberg Bad Segeberg: Kreisverkehr an der Dorfstraße?
Lokales Segeberg Bad Segeberg: Kreisverkehr an der Dorfstraße?
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19:00 07.02.2019
Hier ist vom Investor die Einfahrt zum neuen Wohngebiet am Schützenhof geplant.   Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Kreuzung Dorfstraße/Kühneweg: Wenn hier in der Nähe noch eine Straßeneinmündung hinzukommt, könnte es für Radfahrer und Schulkinder schnell unübersichtlich und gefährlich werden. Die Grünen in der Bad Segeberger Stadtvertretung schlagen deshalb vor, bei der Verkehrsplanung auch über einen Kreisverkehr nachzudenken. Wie berichtet, soll der seit 1806 bestehende, traditionsreiche Schützenhof im Ortsteil Klein Niendorf eines nicht mehr fernen Tages abgerissen werden. Mit dem Stammlokal der noch älteren Stadtvogelschützengilde, mit dem Treff für Jazz-Freunde wird also in ein, zwei Jahren Schluss sein: Inhaber Jürgen Dill plant Wohnbebauung auf dem Gelände.

Nun wird es konkret: Die Stadtvertretung beschloss jetzt, den dazu erforderlichen Bebauungsplan 101 aufzustellen. In Bad Segeberg gibt es eine starke Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken, sowohl für Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser als auch für Mehrfamilienhäuser. Da ist es aus Sicht der Stadt hochwillkommen, wenn dort jetzt ein neues Wohngebiet entsteht.

Doch wie soll das Gebiet verkehrsmäßig erschlossen werden? Wenige Meter von der Kreuzung entfernt, im rückwärtigen Bereich des Gasthofs, gibt es jetzt eine schmale Einfahrt zum Kühneweg. Hier sei nach Darstellung der grünen Fraktionsvorsitzenden Annelie Eick nach Plänen des Investors der Anschluss für das neue Wohngebiet vorgesehen. „Das könnte aus unserer Sicht dort sehr unfallträchtig werden“, ist Eick überzeugt. Die Bürgersteige in diesem Bereich seien sehr schmal. „Es gibt auch keinen Fahrradweg.“ Eine Stichstraße, die dort in den Kühneweg kurz vor der größeren Kreuzung einmünden würde, sei verkehrstechnisch eine schlechte Lösung.

Eick: „Wir schlagen jetzt vor, einen Kreisverkehr zu planen, in den auch die neue Straße aus dem Wohngebiet einmünden könnte. Das würde gleichzeitig auch eine Verkehrsberuhigung bedeuten.“ Wichtig sei den Grünen auch, dass sich der jetzige dörfliche Charakter in der Gestaltung der neuen Gebäude widerspiegele. Es liegen schon Pläne des Investors vor, die aber hinter verschlossenen Türen präsentiert wurden. Die Pläne zeigten alles andere als kleinteilige Strukturen und dörflichen Charakter, kritisiert Eick.

Gerade für Nachbarn mit kleinen Häuschen sei es oft nicht zumutbar, wenn große Riegel „vor ihrer Nase“ gebaut würden. Das müsse schon vor der Aufstellung des Plans berücksichtigt werden. Immerhin habe die Politik die Vorschläge der Grünen als Anlage zu Protokoll genommen.

Auch Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) stellt klar: „Riesige Klötze wollen wir dort nicht.“ Er plädiert dafür, bei Neubauten eher Satteldächer vorzusehen. Die Stadt überlege auch schon, eine Stichstraße in das Wohngebiet zu legen, die man bis zum Hamdorfer Weg führen könnte. Tödt: „So könnte das gesamte neue Wohngebiet erschlossen werden.“ Doch dann müssten mehrere Grundeigentümer dazu bewegt werden, Flächen zu verkaufen oder dafür bereitzustellen.

Ein weiter Konfliktpunkt bei der Planung ist und bleibt die unmittelbare Nähe zur Stadtvogelschützengilde. Noch sei nicht geklärt, wie eine Bebauung an der Stelle möglich sei, ohne dass Einschränkungen bei den Aktivitäten der Gilde von 1595 drohen. Die Gildebrüder haben mehrfach erklärt, dass sie gegen Wohnbebauung in der Nachbarschaft nichts haben. Trotzdem wird mit Argusaugen beobachtet, was Stadt und Investoren dort vorhaben. Tödt bedauert: „Wir haben hier noch keine schlüssige Einigung mit der Gilde.“

Wolfgang Glombik

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