Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Bad Segeberg: Lärmschutzwand im Südstadtpark doppelt so teuer
Lokales Segeberg Bad Segeberg: Lärmschutzwand im Südstadtpark doppelt so teuer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 28.05.2019
Für Peter Doroszenko ist der Aufprall der Bälle auf die Ballfangbretter, das Prellen der Bälle, die harten Schüsse an die scheppernden Ballfanggitter viel zu laut. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Eigentlich schien alles gebongt. Um den lärmgeplagten Anwohnern nahe dem allzu beliebten Multifunktionsspielfeld am Südstadtpark zu helfen, hatte die Stadtvertretung auf Empfehlung des Südstadtbeirates die Errichtung einer Lärmschutzwand mit vier Metern Höhe beschlossen. Die sollte das Feld dreiseitig wie ein Schuhkarton umschließen. Auch die 70 000 Euro für das lärmmindernde Ungetüm im Park gaben die Politiker frei. Doch die Planer stellten nun fest, dass die Kosten für die Errichtung rund 140 000 Euro betragen würde.

Drogenumschlagplatz befürchtet

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) spricht gegenüber den LN von „einer gigantischen Verteuerung“ für das Vorhaben. Das wäre „wirtschaftlicher Wahnsinn“ so etwas zu bauen, zumal sicher nicht alle Probleme dadurch gemildert würden. Und Schönfeld sieht auch andere Hindernisse: „Die Frage ist auch, was geschieht dann hinter der Wand?“ Das Lärmproblem für die Anlieger sei gemindert, dafür bestehe die Gefahr, dass dort ein „Drogenumschlagplatz“ entstehe.

Der Multifunktionsplatz wird von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr gut angenommen. Zu gut für die Anlieger. Jetzt soll er zumindest zu den Abendstunden und sonntags geschlossen bleiben. Quelle: SGB

Die Stadt schlägt nun vor: Statt einer Mauer könnte alternativ ein Zaun um das Gelände mit dem Spielfeld gezogen werden und das Gelände nur für Kinder und Jugendlich bis zu einem Alter von einschließlich 13 Jahren zugelassen werden. Der Zaun würde nur rund 11 000 Euro kosten. Es wäre damit ein Kinderspielplatz, junge Erwachsene dürften dort nicht mehr wie bisher bolzen oder Basketball spielen. Die Öffnungszeiten wären dabei auf Montag bis Sonnabend von 8 bis 18 Uhr zu beschränken. Morgens würde der Bauhof das Tor öffnen, abends könnte der Sicherheitsdienst Mebo den Kinderbolzplatz schließen, überlegt die Verwaltung.

Neuer Bolzplatz im Gewerbegebiet

Darüber hinaus schlägt die Bauverwaltung vor, Alternativstandorte für ein Multifunktionsspielfeld in der Stadt zu prüfen. Das Rathaus gehe davon aus, dass ein Platz-Neubau kostengünstiger würde, als die Lärmschutzwand im Südstadtpark. Gedacht wird an einen Standort im Süden des Gewerbegebietes Burgfelde, quasi in der „Pampa“. Hier gibt es keine Wohnbebauung, aber die Fläche sei über den Fuß- und Radweg am Nelkenweg gut erreichbar, betont die Verwaltung. Der neue Multifunktionsplatz wäre für Kinder und jungen Erwachsene ohne Altersbeschränkung. „Den idealen Standort“ werde es für so etwas nicht geben, entweder weil Nachbarn beeinträchtigt seien, oder ein Platz zu weit entfernt von der Siedlung liege, gibt Bürgermeister Schönfeld zu. Er hat leidvolle Erfahrungen durch die zehn Jahre dauernde, vergebliche Suche nach einem Platz für eine Skateranlage. Ein Selbstläufer sei der Vorschlag der Verwaltung nicht, weiß Schönfeld. Bei den Politikern gebe es dazu unterschiedliche Auffassungen.

Sicherheitsdienst patrouilliert

Teuer ist die ganze Geschichte schon jetzt: Wegen erhöhter Lärmbelastung der Anwohner an dem Multifunktionsfeld im Sommer habe die Stadt Bad Segeberg den Sicherheitsdienst Mebo beauftragt. Die Streife fahre zweimal täglich im Südstadtpark vorbei. Der Effekt sei gering. Im Vorjahr hatte die Stadt schon eine dauerhafte Präsenz durch Wachleute veranlasst, die zu lautes Bolzen und Schreien unterbinden sollten. Dieses zu wiederholen würde allerdings für den Zeitraum Mai bis Oktober 2019 rund 35 000 bis 40 000 Euro kosten. Allerdings hatten die Anlieger besonders im Sommer oft Grund zur Klage. Nachbarin Gabriele Abel, sie wohnt etwa zwölf Meter vom Multifunktionsplatz entfernt, beteuerte in einer Sitzung: „Wir haben nacheinander sieben Sonntage erlebt, an denen es von 12 Uhr mittags bis in die Nachtstunden hoch her ging.“

Der Ärger um den Südstadtpark in Bad Segeberg reißt nicht ab. Die geplante Lärmschutzwand wird zu teuer.

Auch Peter Doroszenko berichtete, dass der Aufprall der Bälle auf die Ballfangbretter, das Prellen der Bälle, die harten Schüsse an die scheppernden Ballfanggitter, das laute Rufen beim Spielen den letzten Nerv raube, wenn es zur Dauerbelastung werde. Jetzt muss die Politik entscheiden, ob sie die Lärmschutzwand für 140 000 Euro im Südstadtpark wirklich will.

Wolfgang Glombik

Segebergs Karl-May-Prärie ist berühmt. Warum also nicht etwas Wildwest nach Hartenholm holen, dachte Carsten Schroedter. Der Gastronom hat einen Saloon gebaut. Himmelfahrt wird’s im „Summerby“ zünftig.

28.05.2019

Norderstedt lädt zu Pfingsten, am 9. und 10. Juni, zum kostenlosen „ParkPerPlex“-Festival in den Stadtpark ein.

28.05.2019

Mindestens zwei Bürger bekamen keinen Stimmzettel. Sie legten Beschwerde beim Land ein. Der Prüfungsausschuss in Berlin ist zuständig. Auch Wahlurnen mussten nachgeliefert werden.

28.05.2019