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Segeberg Lärmschutzwand kommt frühestens im Herbst
Lokales Segeberg Lärmschutzwand kommt frühestens im Herbst
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11:25 20.02.2019
Eine Lärmschutzwand für den Multifunktionsplatz soll den Platz an drei Seiten abschirmen.
Eine Lärmschutzwand für den Multifunktionsplatz soll den Platz an drei Seiten abschirmen. Quelle: Wolfgang Glombik
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Bad Segeberg

 Vier Meter hoch, dreiseitig umschlossen: So soll der Bolzplatz mittels Wand für genervte Anwohner abgeschirmt werden. Nach vielen Diskussionen, Anwohner-Protesten und gutachterlichen Stellungnahmen hatte die Bad Segeberger Stadtvertretung Ende 2018 beschlossen, dass die Anwohner am Südstadtpark eine imposante Lärmschutzwand bekommen. Bei vier Gegenstimmen entschied man sich, dafür die Mittel in Höhe von 70 000 Euro bereitzustellen. Doch so schnell wird die Mauer nicht gebaut werden können.

Bad Segebergs Stadtplanerin Ute Heldt Leal erklärte im Südstadtbeirat, dass die Gelder für die Maßnahme jetzt freigegeben wurden. Sie dürfe jetzt einen Planer beauftragen. Zwei Mauer-Varianten in unterschiedlichen Materialien sollen im April in öffentlicher Sitzung auch den Bürgern vorgestellt werden.

Hat das Planungsbüro die Mauer dann nach einer Entscheidung im Detail entworfen und gezeichnet, gingen die Unterlagen an den Kreis. Der müsse – wie bei jedem Bauwerk auch – im Falle dieser Lärmschutzwand erst die Genehmigung aussprechen. Das könne drei Monate oder im Sonderfall auch länger dauern. Dann werde die Baumaßnahme ausgeschrieben.

Anliegerin Gabriele Abel zieht aus den langen Genehmigungsfristen ihre Schlüsse. „Das wird ja frühestens erst im Herbst etwas mit dem Bau.“ Die Stadtplanerin widerspricht ihr nicht. Abel seufzend: „Der Sommer wird auch in diesem Jahr für uns mit Lärm ins Land gehen.“ Ute Heldt Leal tröstet, dass der Planer sensibilisiert sei. „Der gibt Gas.“

Indes erfreut sich der ganzjährig bespielbare Bolzplatz offenbar immer größerer Beliebtheit, zumal es weit und breit nichts Ähnliches öffentlich zugänglich in Bad Segeberg gibt: Auch wenn zu dieser Jahreszeit in der Nachbarschaft Türen und Fenster fest geschlossen sind, berichtet die Anliegerin, dass selbst bei strömenden Regen und empfindlicher Kälte ausdauernd gebolzt werde. Das nötige ihr fast Bewunderung ab. Abel: „Ich wollte schon Kuchen vorbeibringen.“ Der Platz werde „supergut“ angenommen. Doch sobald das Wetter besser werde und man den Garten nutzen möchte, werde es nebenan zur Qual. Im vergangenen Sommer hatte die Stadt eine Sicherheitsfirma beauftragt, auf die Einhaltung der Ruhezeiten zu achten. Darauf hoffen Anwohner weiter.

Ein Zuhörer im Südstadtbeirat sah indes die andere Perspektive. Die Bedürfnisse Jugendlichen in Bad Segeberg würden vernachlässigt, betonte er. Er befürchte, dass es mit den Schallschutzwänden am Sportplatz ganz neue Probleme in dem Bereich geben werden. Welche? Das müsse man die Polizei fragen.

Wolfgang Glombik