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Segeberg Politiker stellen sich gegen Rathauspläne zu Obdachlosen in Bad Segeberg
Lokales Segeberg Politiker stellen sich gegen Rathauspläne zu Obdachlosen in Bad Segeberg
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10:31 30.10.2019
Die Notunterkunft in der Oldesloer Straße macht einen baufälligen Eindruck. Die Bewohner sollen ausquartiert werden. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Das hatte sich die Stadtverwaltung ausgedacht, um aus dem Dilemma zu kommen: In die Unterkunft Am Bienenhof 1a in der Südstadt sollten nicht nur Asylbewerber untergebracht werden, sondern auch Obdachlose. Denn, wie berichtet, ist die aktuelle Notunterkunft, das Haus Oldesloer Straße 79, in einem katastrophal baufälligen Zustand und muss möglichst schnell abgerissen werden. Dort trauen sich wegen der Verhältnisse nicht einmal mehr die Suchtberater hinein. Doch wohin mit den Bewohnern?

Politik: Keine Obdachlosen in Unterkunft für Asylbewerber

Die Stadtpolitiker stemmten sich gegen die Pläne der Stadtverwaltung, im Modul-Gebäude am Bienenhof nicht nur Asylbewerber, sondern auch Obdachlose unterzubringen. Stephan Hartung von der Verwaltung muss gar zugeben, dass – wie in solchen Fällen sonst üblich – keine Informationsveranstaltung mit den Nachbarn der Unterkunft am Bienenhof geplant sei.

Eine Anwohnerversammlung dazu wurde daraufhin sofort mit Erfolg von Ralf Schaffer (BBS) beantragt. Und Magnus Wittern (SPD) regte an, dass die Verwaltung doch vorher andernorts im Stadtgebiet nach Wohnungen oder Grundstücken für entsprechende Wohncontainer suchen könne. Petra Kröger (CDU) pochte darauf, dass man das gegenüber den Anwohner geleistete Versprechen nicht brechen dürfe, dass im Modulhaus keine Obdachlose untergebracht werden. Wenn es dort jetzt noch ruhig sei, werde es durch die „geplante Gemengelage“ später sicherlich Probleme geben.

„Wir stehen bei den Anwohnern im Wort“, sagte Jens Lichte. Quelle: Wolfgang Glombik

Jens Lichte (SPD) protestierte: „Wir bringen da jetzt zusätzlich Obdachlose unter, und hören jetzt nicht einmal die Meinung der Bewohner aus der Nachbarschaft. Wir stehen doch bei denen im Wort.“ Tatsächlich habe es vor über zwei Jahren eine Bürgerversammlung mit 120 Einwohnern gegeben. Damals sei diesen Bürgern versichert worden, dass die Unterbringung von Asylbewerbern nur für eine begrenzte Zeit vorgesehen sei.

Jürgen Niemann (BBS) warnte grundsätzlich davor, Asylbewerber und Obdachlose in Notunterkünften zu mischen. Experten haben eindringlich davor gewarnt, Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit Obdachlosen zusammenzubringen. Dort werden große Risiken vermutet. Hartung stellte demgegenüber klar, dass die Stadt schon vorher abwäge, welche Personen sie zusammen in Unterkünften unterbringe.

Stadt fehlt ein Grundstück für Wohncontainer

Die Stadt steht offenbar vor einem massiven Problem. Hartung betonte, „dass wir in Bad Segeberg kein geeignetes Grundstück für Wohn-Container haben“. Und das Haus Oldesloer Straße 79 solle möglichst schnell abgerissen werden. Hartung wollte sich im Ausschuss nicht festlegen, ob das marode Haus, das seit vier Jahren abgerissen werden soll, den Winter überhaupt noch überstehen werde.

Die zahlreichen leerstehenden Container im Levo-Park würden der Stadt leider nicht zur Verfügung stehen. Das Land nutze das Container-Dorf für die Ausbildung von Polizeikräften und zur Unterbringung von Beamten bei „Groß-Lagen“, erklärte Hartung. Keine Chance also für Bad Segeberg, hier Obdachlose unterzubringen. Das Thema wird sicherlich auch noch die Stadtvertretung beschäftigen.

Von Wolfgang Glombik

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