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Segeberg Bad Segebergs FDP-Fraktion will „Klimanotstand“ abschaffen
Lokales Segeberg Bad Segebergs FDP-Fraktion will „Klimanotstand“ abschaffen
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18:11 21.08.2019
Anna-Patricia Thomsen von der FDP Bad Segeberg will den Klimanotstand für Bad Segeberg beenden. Quelle: hfr
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Bad Segeberg

Die FDP-Fraktion in der Bad Segeberger Stadtvertretung will den Titel „Klimanotstand in Bad Segeberg“ zu einer „Stadt für Klimaschutz“ umbenennen. Strahlende Gesichter hatte es noch im Mai bei den Jugendlichen gegeben, als die Bad Segeberger Stadtvertretung mit großer Mehrheit, aber den Gegenstimmen der beiden FDP-Stadtvertreter sowie drei Enthaltungen bei der CDU, beschlossen hatte, den Klimanotstand für die Stadt auszurufen. Jugendliche der Bewegung „Fridays for Future“ hatten den Antrag eingebracht.

Die Aktion passierte gegen den Willen von Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD). Dieser hatte den Politikern noch über die Lübecker Nachrichten empfohlen, den Antrag abzulehnen, weil der Begriff „KlimanotstandBad Segeberg als Luftkurort und Tourismus-Standort schade. Die FDP pflichtet ihm bei, sieht den Klimanotstand als „reine Showveranstaltung ohne jeden Mehrwert“. Sie will zu einer „aktiven Stadt für Klimaschutz“ wechseln.

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FDP: Klimanotstand ist kein Erfolgsmodell

Fridays for Future“ habe mit dem Klimanotstand die Menschen wachrütteln und die Politik zu Selbstverpflichtungen bewegen wollen, was sie in vielen Kommunen erreicht habe. Thomsen: „Doch nicht überall wurde es zum Erfolgsmodell, es hagelte auch Kritik oder wurde gar vollständig abgelehnt.“

Nun möchte die FDP das Thema auch in den Bad Segeberger Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag 22. August, 18.30 Uhr (Bürgersaal), einbringen. Anna-Patricia Thomsen verweist auch auf den Kreis Segeberg. Dort sei der Antrag zum Klimanotstand vollständig zurückgezogen worden. Die FDP-Fraktionssprecherin: „Dass Bad Segeberg diesen Eulenspiegelstreich vollzogen hat als Luftkurort, kann imageschädigender nicht sein.“

Klimaschutz für Profis

Stattdessen könnte Bad Segeberg am 5. November an der „12. Kommunalen Klimakonferenz“ teilnehmen und dort Anregungen für gute kommunale Projekte sammeln. Zudem soll nach Meinung der FDP die Expertin Professor Dr. Claudia Kemfert bei einer Einwohnerversammlung als Referentin für einen Vortrag im Bereich „Klimaschutz, Energieversorgung der Zukunft und wirtschaftliche Chancen“ eingeladen werden.

Von Wolfgang Glombik