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Segeberg Neue Chefin will das Noctalis aus dem Schattendasein holen
Lokales Segeberg Neue Chefin will das Noctalis aus dem Schattendasein holen
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20:30 09.01.2020
Karen Zarp-Menzel arbeitet seit September beim Noctalis – und ist selbst begeistert von der Ausstellung. Quelle: Sven Wehde
Bad Segeberg

Als Karen Zarp-Menzel das erste Mal durch die Ausstellung des Fledermauszentrums Noctalis in Bad Segeberg gegangen ist, war sie „regelrecht geflasht“. „Ich fand es total faszinierend, dass es hier so gar keine Hemmnisse gibt. Ich konnte alles anfassen, erleben, Geräusche hören, die Welt der Fledermäuse ohne Lernzeigefinger und Frontalunterricht kennenlernen.“

Diese Begeisterung hat die 55-Jährige aus Ascheberg am Plöner See, die bis dahin am Bildungszentrum des städtischen Krankenhauses in Kiel gearbeitet hat, offenbar gleich mit in ihr Bewerbungsgespräch beim Noctalis genommen – und überzeugt. Denn Zarp-Menzel hat im vergangenen September den Job von Dr. Anne Ipsen übernommen, die von 2006 bis zum 31. Juli 2019 für das Fledermauszentrum als Geschäftsführerin tätig war. Ipsen wechselte in die Projektleitung der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung. Während Florian Gloza-Rausch Geschäftsführer mit dem Schwerpunkt Fledermäuse, Ausstellung und Gutachten am Noctalis bleibt, verantwortet Zarp-Menzel jetzt als Prokuristin den kaufmännischen Part, das Marketing und das Organisatorische.

Expertin für Marketing

Erste Veränderungen sind schon spürbar. Im Dezember wurde das Bad Segeberger Wahrzeichen bei der Aktion „Der Kalkberg leuchtet“ von Bürgern und Noctalis-Mitarbeitern mit Hunderten Teelichtern in Szene gesetzt. Die Veranstaltung sollte den Bad Segebergern ihren Berg wieder näher bringen.

Schon die erste Veranstaltung unter dem Motto „Der Kalkberg leuchtet“ war ein toller Erfolg für das Noctalis-Team. Quelle: Lutz Roeßler

Das Konzept ging auf und die Aktion soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Die Veranstaltung und auch ihr Zeitpunkt verrät schon einiges über die Schwerpunkte der neuen Führungskraft. Zarp-Menzel ist Marketingexpertin, war früher mal beim Radiosender R.SH beschäftigt, und eine der wichtigsten Aufgaben wird es für sie sein, in den Wintermonaten, mehr Besucher anzulocken. Denn wenn die Kalkberghöhle zum Schutz der Tiere geschlossen ist und auch der Publikumsmagnet „Karl-May-Spiele“ Pause macht, spürt das auch das Noctalis.

„In der Hauptsaison haben wir im Monat vier- bis fünfstellige Besucherzahlen, im Winter sind wir da oft nur im dreistelligen Bereich“, erklärt Zarp-Menzel. Neue Veranstaltungen sind da ein Mittel. So steht am 25. Januar bereits die nächste Aktion an, der „Januarzauber“. Während die anderen Wintermärkte dann schon geschlossen haben, gibt es am Kalkberg noch mal Stockbrot, Glühwein, Basteln, Gitarrenmusik und vieles mehr. „Auch diesmal soll es wieder ein entspanntes Zusammenkommen werden, das dem Bedürfnis vieler Menschen nach Entschleunigung entgegenkommt“, so Zarp-Menzel. Der positive Nebeneffekt: Den Bad Segebergern wird ihr eigenes Fledermauszentrum mal wieder in Erinnerung gerufen. „Der ein oder andere hat es dann wieder im Hinterkopf und überlegt sich vielleicht, mal die Ausstellung zu besuchen.“

Homepage wird überarbeitet

Viele bestehende Angebote überzeugen die Marketingexpertin bereits. „Die Möglichkeit hier Kindergeburtstage zu feiern, mit den Tierpflegern unterwegs zu sein oder auch die Tierpatenschaften sind tolle Aktionen“, sagt die 55-Jährige. Diese Bereiche sollen ausgebaut werden, zum Beispiel soll es bei Geburtstagen auch einen Kuchenservice geben, damit Eltern nicht alles mitbringen müssen. Für die Fledermauswanderung soll ein pädagogisches Alternativprogramm entwickelt werden, falls der Spaziergang wegen Regens ausfallen muss. Vor allem aber sollen die Angebote bekannter gemacht werden. Neue Flyer, klassische Werbung und die Verstärkung der Social-Media-Aktivitäten spielen dabei eine Rolle. „Außerdem werden wir die Homepage überarbeiten. Sie wird verschlankt, das Menü wird einfacher und es wird eine Livecam aus dem Einfluggebiet der Fledermäuse geben“, erzählt Zarp-Menzel.

Begeisterung für Fledermäuse

Die Aufgabe, mehr Besucher anzulocken, wird eine große Herausforderung, zumal sich das defizitäre Ausstellungszentrum keine teuren Marketingaktionen leisten kann und die Fledermaus kein klassisches „Streicheltier“ ist. Aber Zarp-Menzel ist guten Mutes. „Die Fledermäuse sind faszinierend. Wir haben hier mit der Kalkberghöhle und dem Noctallis ein richtiges Kleinod“, sagt sie mit spürbarer Begeisterung. Einer Begeisterung, die sie hinaus tragen möchte. Zarp-Menzel: „Ich möchte den Funken überspringen lassen.“

Von Sven Wehde

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