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Segeberg Segebergs Marienkirche erstrahlt im neuen Glanz
Lokales Segeberg Segebergs Marienkirche erstrahlt im neuen Glanz
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16:45 08.11.2019
Der Altar der Marienkirche aus seltener hoher Perspektive vom Hubsteiger aus fotografiert. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Bad Segebergs Marienkirche macht sich eilig für die Braut schön. Der Schalldeckel, das Dach der Kanzel, wird mit Staubsaugern abgesaugt, die Dornenkrone von Jesus hoch oben am Kreuz wird abgestaubt. Mitten in der Kirche steht ein Hubsteiger mit dem man überall hinkommt. Es ist wie ein Großreinemachen. Nach dermonatelangen Renovierung des Kirchenchors und des Querschiffes in der Marienkirche präsentiert sich Bad Segebergs Marienkirche zumindest vorne im Altarbereich in völlig neuem Gewand. Der mittelalterliche Altar strahlt im neuen LED-Licht. Am Freitag soll hier ein Hochzeitspaar den kirchlichen Segen bekommen, am Sonntag wird in einem ökumenischen Gottesdienst (10 Uhr) der erfolgreiche Abschluss des ersten Renovierungsabschnittes gefeiert. Die Segeberger können über ihr „neues“ Gotteshaus staunen.

„Es war eine Riesensauerei“, erinnert Günther Gathemann, der sonst Besuchergruppen in die Kirchenhistorie einweiht. Denn die dicken Backstein-Wände der Kirche mussten vor dem Neuanstrich von alten Dispersionsfarben gesäubert, ja abgewaschen werden. Es wurden Risse sichtbar, mürbe Fugen die ausgebessert werden mussten. Die Luftfeuchtigkeit in der Kirche ist immer noch sehr hoch. So wird jetzt geheizt und getrocknet, was das Zeug hält. Schimmelbildung an den kostbaren Figuren muss auf jeden Fall verhindert werden.

Loses Mauerwerk wurde erneuert

Gathemann schätzt, dass 500 Steine neu eingefügt wurden. „Wir haben keine Schäden gefunden, die dramatisch waren, wir haben Glück gehabt.“ Auch das Rantzau-Epitaph ist renoviert. Ein auffälliger Riss konnte beseitigt werden. Die Kosten dieses Bauabschnittes blieben in dem gedachten Rahmen von rund 450 000 Euro.

Bald ist hier Hochzeit: Küster Thomas Teegen staubt den Kronleuchter ab. Quelle: Glombik

Während der Arbeiten fand sich im Chor, also da wo der Altar steht, ein zugemauerter Bogen, der vielleicht in alter Zeit von den Mönchen im vor Jahrhunderten noch 20 Meter längerem Altarraum als Durchgang genutzt worden war. Damals musste das „niedere Volk“ ganz hinten sitzen, konnte vielleicht andächtig einen Blick auf die schummrigen 13 Reliefbilder erhaschen.

Küster sorgt für Top-Beleuchtung

Heute heißt es „Spot an“: Wenn Küster Thomas Teegen die Festbeleuchtung am Touchscreen drückt, erstrahlt der Altar in ganz neuen Glanz, ja rückt optisch an die Gläubigen heran.

Teegen war bis in die Nacht aktiv, um die Kirche zu säubern und sich mit der Beleuchtungsanlage vertraut zu machen. Die Begeisterung ist ihm anzumerken. Noch nie sah Bad Segebergs mittelalterliches Prunkstück so schön aus. So werden alle Facetten der Bilder hell und klar, sieht man die Gesichtszüge der Figuren.

Das lange Kirchenschiff der Marienkirche wird ab März 2020 renoviert. Quelle: Glombik

Dabei haben die 230 aufwendig bemalten und vergoldeten Figuren trotz penibler Einhausung und Abdeckung des Altarschrankes etwas Staub abbekommen. Gathemann und Teegen fanden auf den schwarzen Pferdeleibern aus Lindenholz leichten Graubelag. Die Figuren sollen im Frühjahr von Restauratorin Andrea Junken erneut gereinigt werden. Im kommenden Jahr wird im zweiten Bauabschnitt auch das langgestreckte Kirchenschiff von innen renoviert.

Besonders Thomas Teegen freut sich über die neue digitale Lichtanlage, die gleich 14 ausgeklügelte Beleuchtungs-Programme liefert – von Festgottesdienst, über stille Andacht bis Trauerfeier und Taufe. Dann wird die über 500 Jahre alte Taufschale angestrahlt. Früher mussten die Kinder leider im Schatten des darüber schwebenden Kronleuchters getauft werden. Teegen muss nun nur auf den Knopf drücken – dann ist Hochzeit oder Taufe. Auch für ein Orgelkonzert gibt es die passende Lichtstimmung.

„Wir haben keine Schäden gefunden, die dramatisch waren, wir haben Glück gehabt“, sagt Kirchenführer Günther Gathemann. Quelle: Glombik

Mit Hilfe der LED-Scheinwerfer konnten die Beleuchtungs-Spezialisten auch erreichen, dass im Altarbild von 1515 der Gekreuzigte im Altarbild besonders optisch heraussticht. „Jetzt ist alles zu sehen“, staunen Gathemann und Teegen. Es lohnt sich für alle Segeberger, den Altar neu zu entdecken.

Mit dem Hubstreiger wird die neue LED-Beleuchtung in der Marienkirche eingerichtet. Quelle: Gathemann (hfr)

Nun turnt Teegen auf dem Hubsteiger, entfernt mit dem Staubsauger graues Puder und Spinnweben von der Kanzel. Sonnabend kommt das Hochzeitspaar. Und Teegen will die Kirche mit dem Hochzeits-Programm festlich ausleuchten. Ein Knopfdruck genügt. Noch wenige Wochen – Wir freuen uns schon jetzt alle mit ihm auf die neue Licht-Illumination an Heiligabend.

Von Wolfgang Glombik

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