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Segeberg Bad Segeberger Fraktionen zeigen klare Kante gegen Neonazis
Lokales Segeberg Bad Segeberger Fraktionen zeigen klare Kante gegen Neonazis
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20:01 25.10.2019
Mehr Aufklärung und Informationen über Rechtsextreme in Bad Segeberg fordert Ralf Schaffer. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Die Freie Wählergemeinschaft BBS ist mit Stadtvertreter Ralf Schaffer bei der Aufklärung über die Entwicklung der Neonazis-Szene in Bad Segeberg schon vorneweg. Jetzt will die SPD-Fraktion das Thema mit den rechtsextremistischen Umtrieben, die inzwischen landesweit im Gespräch sind, auch in die Bad Segeberger Stadtvertretung bringen. Die SPD Fraktion möchte eine Resolution „Bad Segeberg – Wir sind weltoffen, vielfältig und international!“ zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung zur Abstimmung vorlegen.

SPD-Fraktion besorgt über Aktionen der Neonazis

„Für die SPD Fraktion ist klar, wir wollen und wir brauchen keine Nazis in unserer Stadt; unsere ungeteilte Solidarität gilt der jüdischen Gemeinschaft in Bad Segeberg“, erklärt der Vorsitzende der Fraktion Dirk Wehrmann. Sehr besorgt habe die Fraktion der Bad Segeberger Sozialdemokraten auf die jüngsten Aktivitäten bekannter Neonazis in der Kreisstadt reagiert. „Deshalb ist es uns so wichtig, in Zeiten wie diesen unbedingt klare Kante gegen Rechts zu zeigen“, ergänzt die Vorsitzende des Sozialausschusses Kirsten Tödt. Wie mehrfach berichtet, soll einer der Köpfe dieser rechten Bewegung der in Bad Segeberg geborene und vorbestrafte Neonazi Bernd T. sein. Für Wehrmann ist klar, dass man den Aktivitäten zur Bildung eines rechtsextremen Netzwerkes „entschieden entgegentreten“ müsse.

Nicht alle sollten Angst haben

BBS-Stadtvertreter Ralf Schaffer erklärte den LN, dass Bad Segeberg „gemeinschaftlich ein Statement“ abgeben müsse. „Die Gemeinde Sülfeld macht uns das gerade vor und zeigt uns, wie es sein muss.“ Nach einem Zwischenfall, bei dem Sülfelder Bürger vor Kurzem von einem Neonazi attackiertworden waren, gibt es in der Gemeinde eine Solidarisierungs-Aktion gegen Rechts. Zu der Veranstaltung am Sonnabend in Sülfeld wird auch Innenminister Hans-Joachim Grote erwartet.

Ralf Schaffer selbst kann sehr gut verstehen, dass sich einige „nicht trauten, sichtbar gegen Neonazis aktiv zu werden“, um nicht in die Schusslinie zu geraten. Angst sei hier verständlich. „Aber wir können nicht alle Angst haben.“ Schaffer stehe im engen Kontakt mit Udo Nickel von den Grünen. „Wir müssen auch das Gespräch direkt mit den Rechten suchen, auch um hier Gesicht zu zeigen“, fordert er.

Dirk Wehrmann mit Kerstin Tödt und Traute Dirk Wehrmann mit Kerstin Tödt und Traute - Quelle: SGB

Auch die Bürger der Südstadt haben deutlich gezeigt, dass sie hier keine Neonazis wollten, meint Schaffer. Es gebe in Bad Segeberg bei dem Thema einen großen Informationsbedarf und ein Bedürfnis, hier zusammenzustehen. Schaffer erklärt, dass der BBS sich bislang als einzige Partei auf Facebook getraut habe, mit dem Thema Neonazis offen umzugehen. Es könne doch nicht angehen, sagt Schaffer, dass sich zahlreiche Frauen nicht mehr trauten, wenn es dunkel ist, das Haus zu verlassen. Auch seien Bürger vor ihrer Haustür von Rechtsextremen behelligt worden. Das gehe zu weit, die Politik in Bad Segeberg müsse reagieren.

Von Wolfgang Glombik

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