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Segeberg Bad Segebergs bekanntester Bauhofmitarbeiter geht in den Ruhestand
Lokales Segeberg Bad Segebergs bekanntester Bauhofmitarbeiter geht in den Ruhestand
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20:00 13.06.2019
Einer seiner letzten Arbeitstage im Dienste der Allgemeinheit: Uwe Hinrichsen geht in den Ruhestand. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

 „Mensch Uwe“ möchte man da besorgt ausrufen. Wer macht denn jetzt unser schönes Städtchen sauber? Am Sonnabend ist der letzte Arbeitstag von Bad Segebergs bekanntestem Bauhof-Mitarbeiter. Uwe Hinrichsen geht nach 24 Jahren unermüdlicher Saubermann-Arbeit in den Ruhestand. Erst wird am Freitag im Bauhof gefeiert, und am Sonnabend wird der 63-jährige noch für die Marktbeschicker einen ausgeben. Die lieben ihn nämlich wie ein Maskottchen. Danach legt der städtische Arbeiter endgültig den Besen weg.

Doch selbst bei einem seiner letzten Arbeitstage lässt der gewissenhafte Uwe nicht locker, ist mit Volldampf dabei. Als er feststellt, dass die Sitze im Buswartehäuschen vor der Dahlmannschule von unbekannten Dreckfinken mit Ketchup beschmiert worden sind, sorgt er selbst lautstark dafür, dass das saubergemacht wird und sich dort niemand in die rote Soße hineinsetzt. Voll bei der Sache, hilfsbereit, immer freundlich und unermüdlich. Klaglos hebt er Zigarettenkippen und Plastikmüll auf, sieht jedes Fitzelchen. „Moin Uwe“, „Hallo Uwe“ – aus allen Ecken schallt es, wenn man mit Uwe Hinrichsen und seinem kleinen Müllwagen durch die Stadt läuft. Hoher Promi-Faktor, könnte man wohl sagen. Der Bauhofmitarbeiter dürfte hier wesentlich bekannter sein als der Bürgermeister oder ein Karl-May-Star.

Den meisten Müll findet er am Zob

Morgens um sieben geht es los. Das ist sein Revier, für das er seit Jahren die Verantwortung trägt: Fußgängerzone, Landratspark, Kleiner See, Hamburger Straße bis zum Berlin-Döner, Teile der Kurhausstraße. Den meisten Müll findet Uwe Hinrichsen aber auf dem Zob. Nicht nur Kippen und zerschmissene Flaschen. Dort ist die Arbeit nicht ganz ungefährlich. Handschuhe sind Pflicht. Oft genug findet der städtische Mitarbeiter gebrauchte Spritzbestecke im Busch oder Mülleimer. „Manchmal werde ich da schon wütend“, sagt Hinrichsen. Aber trotzdem beruhige er sich schnell wieder. Angelegt habe er sich noch nie mit einem mutwilligen Verschmutzer, der genau vor ihm etwas fallen lässt. „Ich hab’ die Ruhe weg.“

Uwe Hinrichsen ist in Bad Segeberg bekannter als der Bürgermeister. Quelle: Glombik

„Den Wochenmarkt werde ich vermissen“

Und er kennt so viele Nette, ist rundum zufrieden wenn er ein Schwätzchen hält. Den Wochenmarkt mittwochs und sonnabends werde er schon vermissen, sagt er, während er die Tonne leert. Hinrichsen möchte im Ruhestand einem Freund helfen, der eine Gartenfirma hat. Langweilig wird es nicht werden, er ist im Wahlstedter Schützenverein, geht ins Fitnesscenter, hilft bei der Kapelle des Kindervogelschießenverein mit, singt beim Männerchor, radelt gerne und möchte jetzt auch noch verstärkt Urlaub in Ägypten machen.

Seinen Standort hat er in der Dahlmannschule. Dort frühstücke er besonders gerne mit den Hausmeistern Matthias und Klaus, „den netten Kollegen“. Am Sonnabend wird er dort Besen, Schaufel, Klammer und Wagen für immer zurückgeben. Wer seinen Job übernimmt, weiß er noch nicht. Noch ein letzter Wunsch an die Bad Segeberger, die ihn und seine Arbeit schätzten: „Bleibt so wie Ihr seid, freundlich und nett.“

Wolfgang Glombik

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