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Segeberg Baumkletterer: Handwerk in den Kronen Segebergs
Lokales Segeberg Baumkletterer: Handwerk in den Kronen Segebergs
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06:03 24.06.2019
Baumkletterer Leroy Jurgeleit. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Er hangelt sich durch ein Geflecht beweglicher Äste, sichert sich selbst und hat noch beide Hände frei für eine Motorsäge: Leroy Jurgeleit aus Bad Segeberg ist Baumkletterer. Egal welche Art von Säge es ist – „ein Schnitt an der falschen Stelle ist ein Schnitt zu viel“, sagt er lachend. „Das Seil ist das einzige, das dich vom Boden trennt.“

Dennoch hält er seinen Job für nicht gefährlicher als andere handwerkliche Berufe. Gleichgewichts- und Herzkreislaufprobleme dürfe man jedoch nicht haben. In der Höhe und im Falle des bewegungslosen Hängens im Gurt wäre die Gefahr für die Gesundheit zu groß.

Der Helm ist Pflicht

Diesmal hängt er an einem 15 Zentimeter dicken Ast. Die stattliche Eiche auf einem Privatgrundstück in Weede soll von toten Ästen befreit werden. Zuvor hat er schnittsichere Kleidung und Klettergurt angelegt. „Ein Helm ist Pflicht“, sagt er. Ein kleiner Wurfbeutel mit einer synthetischen Schnur hat dabei geholfen, das eigentliche rote Sicherungsseil in die Krone zu ziehen.

Handsäge baumelt am Gurt

„Der Ast könnte auch noch viel dünner sein“, weiß er. Welcher dafür geeignet ist, sein Körpergewicht zu tragen, erkennt er mit Leichtigkeit. Ein Gewicht von zwei Tonnen könnte sein Seil halten. Mit Handsteigklemmen und Fußschlaufe hat er sich Stück für Stück am Seil nach oben gearbeitet, bis er schließlich im Baum steht. Die Handsäge baumelte derweil in der Schutzhülle am Gurt.

Ein Handwerk unter ständiger Sicherung

Erst wenn er doppelt gesichert ist, sägt er los. Ast für Ast fällt zu Boden. Zwischendurch muss er die Seile immer wieder umlegen, je nach dem, wo gearbeitet werden soll. Motorik ist gefragt. Alle Muskeln werden beansprucht. Baumkletterer lernen in der Ausbildung weniger etwas über die Pflege der Pflanzen. Vielmehr sind es Bewegungsabläufe. Das Positionieren. Damit das Arbeiten unter ständiger Sicherung überhaupt erst möglich wird.

Stellen zugänglich machen

„Es ist einfach faszinierend, das Reinklettern mit dem Seil“, sagt er mit reichlich Schweißperlen auf der Stirn. „Durch das Klettern kann man Teile erreichen, die man mit einer Arbeitsbühne nicht erreicht.“ Ihm gefällt auch, das Sportliche mit dem Beruf zu verbinden. „Es ist ein guter Ausgleich zum Arbeitsalltag.“

Denn wenn er mal nicht die Baumkronen „begeht“, ist er vor allem im Tiefbau unterwegs. Baumklettern im Sommer sei auch eher die Ausnahme. „Winter ist für mich Hauptsaison“, sagt der 27-Jährige. Da klettert er jede Woche. Im Sommer ist er maximal zwei bis drei mal im Monat in den Bäumen. Dann holt er vor allem Totholz aus den Kronen.

Fachfirmen in der Region

Laut
Baumpflegeportal.de sind im Kreis Segeberg vier Firmen auf dem Gebiet des Baumkletterns unterwegs, in Stormarn zwei und im Lauenburgischen fünf. In Ostholstein sind es mindestens vier. „Vor allem in größeren Städten sind mehr Fachleute gefragt“, weiß Leroy Jurgeleit.

Wo Kindergärten oder Fußgängerzonen sind, an Straßen oder in Parks müssen die Baumkletterer helfen – oder für private Aufträge. Jeder Besitzer ist für seinen Baum zuständig.

In der kalten Jahreszeit wird die Natur hingegen wenig gestört. Dann wird angepackt. Jurgeleit ist gefragt bei Baumgutachten oder Kontrollen. Etwa zur Verkehrssicherheit. An Straßenrändern überprüft er das Lichtraumprofil, damit Laster ungehindert fahren können oder Verkehrsschilder nicht zuwachsen.

Den Habitus des Baumes erhalten

In der Regel geht es darum, „einen den Baum so zu erhalten, dass er in seinem Habitus weiterbestehen kann. Er soll so vital wie möglich bleiben. Meistens ist die Aufgabe, dem Baum etwas Gutes zu tun; und dabei gleichzeitig mit dem Kunden eine Einigung zu finden“, sagt der gelernte Landschaftsgärtner, der sich fortgebildet hat.

Auf dem Weg zum Meister

Vor sieben Jahren hat er den Kletterschein gemacht, schließlich die seilunterstützte Baumklettertechnik (SKT) gelernt. Seit vergangenem Jahr ist er zertifizierter Baumkontrolleur. Derzeit qualifiziert er sich als Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung beim Fachverband für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Hamburg – im Prinzip der Meister im Vergleich zu anderen Branchen.

Irene Burow

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