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Segeberg Bei den Damen vom Bordell gab‘s 50 Mark
Lokales Segeberg Bei den Damen vom Bordell gab‘s 50 Mark
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23:24 06.05.2014
„Bei Wind und Wetter unterwegs“, heißen Ahnfeldts Lebenserinnerungen, erschienen im EPV Elektronik-Praktiker-Verlag. Quelle: Fotos: Dreu (2)/EPV-Verlag
Borstel

Seine Erinnerungen an die Kindheit, an seine Lehre in der Meierei Sievershütten, an den Krieg und an seine Zeit als Landbriefträger in Borstel wollte Artur Ahnfeldt eigentlich nur für seine Familie aufschreiben. Es dauerte, bis er einer weiteren Veröffentlichung über den Familienkreis hinaus zustimmte. Heute ist Ahnfeldt stolz, dass drei seiner Bücher nach Kanada, Amerika und Australien geschickt wurden und dass die Menschen mit großem Interesse an seinen Lesungen teilnehmen.

Ahnfeldt kennt Borstel seit seinen Kindertagen. Zehn Jahre lang ist er später mit seinem Postfahrrad unterwegs gewesen: 28,3 Kilometer jeden Tag, bei Regen, Schnee und Sonnenschein. Selbst heute, nach 30 Jahren in Pension, gibt es Tage, an denen er sich wieder auf den Weg begibt. So beginnt sein 67-seitiges Buch. Aufgeschrieben hat es seine ehemalige Nachbarin, Dr. Antonia Fehrenbach.

In Ahnfeldts Elternhaus wurde noch mit Holz und Torf geheizt, und er und seine fünf Geschwister trugen kratzige Wollstrümpfe, die mit Strapsen am Leibchen befestigt wurden. In der Lehrzeit in der Meierei brachte er wöchentlich seine Wäsche nach Hause. Er wundert sich noch heute, wie seine Mutter alles bewältigen konnte.

„Nur das Kapitel über seine Kriegsverletzung war schwierig", verrät Autorin Fehrenbach. 1943 wurde Ahnfeldt einberufen. Er diente als Soldat, bis ihn in Holland ein Explosivgeschoss traf. Die Hand war sofort weg. Nachdem er aus der Narkose erwachte, fehlte der ganze Arm. „Was sollte einer wie ich so in einer Molkerei machen?“, fragte Ahnfeldt, der noch die Buchführung erledigen konnte und sich ein eigenes Rechensystem aneignete, von dem heute noch geredet wird. 1948 bekam er das Angebot von „Fräulein Stolten“, die Post zu übernehmen. Im Haus seiner Eltern wurde die Poststube eingerichtet, von der aus er jeden Tag losfuhr. Er kannte jedes Haus, sogar das Borsteler Freudenhaus, wo heute das Altenheim steht. „Einer Dame musste ich dort Geld zustellen. Sie gab mir 50 Mark Trinkgeld. Das war so viel, wie damals ein Rentner im Monat bekam“, erzählte Ahnfeldt.

Als die Fehlhaltung durch den fehlenden Arm zu sehr schmerzte, ging er nach zehn Jahren als Rad-Postbote in den Innendienst. 1984 folgte dann die Pensionierung, nachdem bei ihm ein abgerissener Bizeps am verbliebenen Arm diagnostiziert worden war. Toll an seinem Beruf sei gewesen, dass er automatisch alle zwei Jahre befördert wurde. Dass er sein 40-jähriges Dienstjubiläum nicht mehr feiern konnte, gefiel ihm allerdings nicht.

Petra Dreu

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