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Segeberg „Bei verletzten Tieren sofort einen Arzt konsultieren und Mängel abstellen“
Lokales Segeberg „Bei verletzten Tieren sofort einen Arzt konsultieren und Mängel abstellen“
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21:35 14.02.2014
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Groß Niendorf

Die Serie beschlagnahmter Tierbestände bei Landwirten im Kreis Segeberg hatte die Berufskollegen alarmiert. Viele von ihnen kamen zu einer Bezirkversammlung des Kreisbauernverbandes in Groß Niendorf. Deutliche Worte richtete Dietrich Pritschau, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, an seine Kollegen:

„Jeder weiß, dass wir eine tüchtige Kreisveterinärin haben, und jeder weiß, dass sie Ernst macht.“ Pritschau forderte die Tierhalter unter den Landwirten auf, bei verletzten Tieren sofort mit einen Arzt zu konsultieren. Gleiches gelte, wenn vom Kreisveterinäramt festgestellt worden sei, dass in dem jeweiligen Betrieb dauerhaft etwas schief laufe. „Ziehen Sie sich Rat von den Tierärzten ein und versuchen Sie umgehend, die Mängel abzustellen“, so Pritschau.

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In Schackendorf sei deutlich geworden, dass „sich eine Allianz aus Staatsanwältin und Kreisveterinärin gebildet hat“. Fotografiert würden nur die Mängel, nicht aber das, was gut in dem Betrieb laufe. Pritschau geht davon aus, dass die Beschlagnahmungen der jüngsten Vergangenheit Einzelfälle seien: „Aber sie sind verdammt hart für die Betriebe.“ Diese könnten dadurch an den Rand der Existenz gebracht werden. „Lassen Sie es nicht so weit kommen“, appellierte er.

Der Kreisbauernverband hat die Kreisveterinärin für eine Informationsveranstaltung gewinnen können (Freitag, 14. März, 9.30 Uhr, Ellerau).

Jedoch waren nicht alle der anwesenden Landwirte auch Tierhalter. Sie interessierten sich aber für die neuen Knickschutzvorgaben, über deren Beurteilung Elke Bögelsack und Elke Obelode von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises den Landwirten Rede und Antwort standen. Wohl wissend, dass die Landwirte über die neuen Vorgaben nicht jubeln würden, sagte UNB-Leiter Thomas Falck schon fast entschuldigend: „Wir sind diejenigen, die die Knickschutzvorgaben umsetzen sollen. Wir sind nicht diejenigen, die sie gemacht haben.“

Sönke Hauschild vom Bauernverband Schleswig-Holstein forderte in seinem Vortrag „Menschen sind auch nur Tiere — die große Tierschutz-Quälerei und wie wir damit umgehen“ ein Umdenken hin zu mehr Öffentlichkeitsbeteilung und zur Zusammenarbeit mit Tierschützern.

Der Kreisbauernverband lädt zu einer Infoveranstaltung über Tierschutzvorschriften aus Sicht der Behörde am Freitag, 14. März, um 9.30 Uhr nach Ellerau in „Kramers Gasthof“ ein.

Petra Dreu