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Segeberg Blockflöte: Ein Instrument zum Lieben oder Hassen
Lokales Segeberg Blockflöte: Ein Instrument zum Lieben oder Hassen
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20:10 09.01.2017
Alma Weinbrenner (5, l.) und Felia Büttner (4) haben mit dem Unterricht gerade angefangen. Alma bekam ihre neue Flöte zu Weihnachten. Quelle: Foto: Kullack
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Bad Segeberg

g - a - g - f - e - f, g - a - g - f - e - f: Selbst Menschen, die seit ihrer Kindheit kein Instrument mehr angefasst haben oder die eigentlich überhaupt nichts vom Blatt spielen können, wissen worum es hier geht. Und sie wissen noch seit Kindertagen, wie man „O du fröhliche“ greift, können es auswendig spielen. Heute ist der Internationale Tag der Blockflöte.

Heute ist der „Tag der Blockflöte“ – Schülerzahlen an der Kreismusikschule sind rückläufig.

Nun gibt es viele Menschen, für die das Anhören eines Blockflötenkonzerts – nun, sagen wir: nicht den höchsten aller musikalischen Genüsse bedeutet. Wenn zum Advent die Grundschul-Blockflötenklasse spielt, dann quietschen und tröten die anderen Kinder ja wirklich grausam, nur der eigene Sohn, die eigene Tochter natürlich . . . hat man sich ja aber auch durch das Ertragen unzähliger Übungsstunden erarbeitet.

Wer ein derart gestörtes Verhältnis zur Blockflöte hat, vor allem wenn unsere Jüngsten sie spielen, der muss sich dessen nicht schämen. Die Blockflöte sei aufgrund ihres relativ geringen Preises und der einfachen Möglichkeiten, sie zu transportieren und zu verwahren ein geeignetes Einstiegsinstrument für Schüler, aber eben auch ein „Zwitterinstrument“: „Sie bietet einen leichten Einstieg und man bekommt schnell Töne heraus. Bis man die Flöte jedoch wirklich gut spielt, erwartet einen viel Übung an einem hochkomplizierten Instrument“, sagt Christine Braun, Leiterin der Segeberger Kreismusikschule. Bevor man sich an feine Barock-Kompositionen etwa von Purcell, Loeillet oder Bach wagen kann, heißt es aber üben, üben, üben – eine Fleißarbeit, die nicht jeder durchhält. Oder wie es Braun ausdrückt: „Der musikalische Genuss stellt sich erst sehr viel später ein.“

Trotz der guten Eignung als Einstiegsinstrument befindet sich der Anteil der Blockflötenschüler bei der Kreismusikschule mit nicht einmal einem Dutzend Jungen und Mädchen in Bad Segeberg auf dem Rückzug. Das läge aber nicht am Instrument, sagt die Musikschul-Leiterin, sondern schlicht daran, dass die Kinder und Jugendlichen wegen Ganztagsschule und G 8 ohnehin weniger Freizeit hätten. Die Anzahl der Musik-Unterrichtsstunden geht generell zurück. Christine Braun: „Wir versuchen das dadurch aufzufangen, dass wir eben selbst viele Ganztags-Schulangebote anbieten.“

Blockflötenlehrerin der Musikschule in Bad Segeberg ist Sigrid Iwamura, die in der Kreisstadt sowie in Henstedt-Ulzburg und Kisdorf verschiedene Kurse mit 20 bis 25 Schülern betreut. „Blockflöte ist keineswegs ein langweiliges Instrument“, arbeitet sie gegen Vorurteile an. Schüler können, wenn sie erst gewisse Fertigkeiten erlangt haben, vom hippen Song bis zum Barockstück alles spielen. „Der Vorteil ist eben, dass man auf der Blockflöte bereits mit fünf Jahren anfangen kann und schon mit zwei, drei Tönen einfache Liedchen wie ,Kuckuck, Kuckuck’ spielen kann.“

Das in der normalen Sopranform so relativ unscheinbare Instrument (wobei man eine Bassblockflöte mit ihrem fast einem Meter Länge beim Spielen am besten auf dem Boden aufstellt) hat eine lange musikalische Tradition. Im Altertum wurde es vorwiegend von Männern gespielt, und vielleicht war es ein gelangweilter Hirte, der es eines Tages Leid war, mit einem Stock auf einen Stein zu schlagen und der stattdessen den Stock aushöhlte und hineinblies. Wer weiß das schon.

Spieltechniken und Einsatzmöglichkeiten der Blockflöte – von der Garkleinblockflöte mit einem Tonumfang von c3 bis a4 über die gewöhnliche Sopranflöte (c2 bis d4) bis hinunter zur Subkontrabassblockflöte (F1 bis g) – entwickelten sich über die Jahrhunderte immer weiter. Bereits der Renaissancekomponist und Musiktheoretiker Martin Agricola (1486 - 1556) schrieb in seiner Haupt-Abhandlung: „Auch wiltu haben den grund und bodem/ So lerne pfeiffen mit zitterndem odem“.

Das mit dem zitternden Atem ist offenbar gar nicht so leicht, wie selbst Kreiskantor Andreas Maurer-Büntjen zugibt, dem kaum jemand etwas an Orgel, Klavier oder Cello vormachen kann: „Von der Blockflöte lass ich lieber die Finger“, sagt der Mann, der in der Gemeinde ein Ensemble aus 13 Blockflöten-Damen leitet, die mit anspruchsvoller Musik glänzen. Davon kann man sich Jahr für Jahr bei zwei Konzerten im März und September überzeugen und zuletzt, als der bayerische Pfarrer Dr. Michael Gnan mit seinen klingenden Tauben in St. Marien gastierte und der Blockflötenchor dazu Mili A. Balakirevs „Poem mit Tauben“ spielte. „Beim Erzeugen irgendwelcher Triller mit besonderen Anblastechniken helfen sich die Damen schon gegenseitig. Da halte ich mich ’raus“, sagt der Dirigent.

Lothar Hermann Kullack

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