Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Böses Erwachen der Anwohner am Heinrich-der-Löwe-Ring
Lokales Segeberg Böses Erwachen der Anwohner am Heinrich-der-Löwe-Ring
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:25 21.03.2017
Als Jessica Warsany und ihr Ehemann das Grundstück am Heinrich-der–Löwe-Ring kauften, war noch von Einfamilienhäusern im B-Plan nebenan die Rede. Jetzt sollen dort dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit 38 Wohneinheiten entstehen – mit Balkonblick direkt auf ihre Terrasse. Quelle: Fotos: Glombik
Bad Segeberg

„Einmal im Leben“, heißt es so schön, kauft man sich ein Grundstück, baut sein Eigenheim. Eine schwerwiegende Entscheidung. Deshalb studieren die Familien, die sich in dieses Abenteuer stürzen, vorher Bebauungspläne im Neubaugebiet. Was ist auf der gegenüberliegenden Wiese geplant? Eigenheime, Reihenhäuser – alles gut, damit können wir leben, sagten sich 2015 Jessica Warsany und ihr Mann. Inzwischen steht ihr Haus. Doch für sie und ihre Nachbarn im Neubaugebiet am Heinrich-der-Löwe-Ring gibt es jetzt ein böses Erwachen.

Häuslebauer fühlen sich von der Stadt getäuscht – Statt der vorher geplanten Einfamilienhäuser sollen gegenüber nun dreigeschossige Wohnblöcke entstehen.

Sie werden demnächst von ihrer Gartenterasse aus statt auf Eigenheimgärten auf dreistöckige Wohnblocks blicken. Der Bebauungsplan für die Fläche vis a vis ist zwischenzeitlich geändert worden. Der Satzungsbeschluss dazu scheint trotz der Einwendung von 28 Anliegern im Heinrich-der-Löwe-Ring nur noch eine Formsache, ist auch Thema heute Abend (Bürgersaal, 18.30 Uhr).

„Wir waren gerade mitten beim Bauen, waren gutgläubig, dass dort höchstens Reihenhäuser entstehen“, sagt Jessica Warsany mit ihrer kleinen Tochter Merle im Arm. Vier Grundstücke sind davon betroffen.

„Wir schauen dann auf eine Wand.“ Immerhin 9,50 Meter Firsthöhe sind dort erlaubt. „Gegenüber sind bodentiefe Fenster geplant und Balkone, wir sitzen für die Nachbarn wie auf den Tableau, das bedeutet für uns eine Einschränkung der Privatsphäre.“

Sie wirft der Stadt vor, dass diese erst Einfamilienhäuser mit der Überschrift „Grünes Wohnen“ verkaufe, hinterher verdichte und Wohnklötze in der Nachbarschaft plane. Jessica Warsany: „Hätten wir das geahnt, hätten wir das Grundstück von der Stadt gar nicht gekauft.“

Bad Segebergs Bauamtsleiterin Antje Langethal bestätigte, dass auf dem benachbarten Baugebiet ursprünglich Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser geplant waren. Auf der Teilfläche südlich vom „Hof Meins“ waren sechs kleine Grundstücke vorgesehen. In „einem langwierigen öffentlichen Bauleitverfahren“ sei das in Richtung Mehrfamilienhäuser geändert worden. Dreigeschossig statt zwei Geschosse.

Die Stadtvertretung haben sich so entschieden. Die waren schier begeistert, einer wollte sogar dort einziehen. Die Nachbarn hatten die Politiker allerdings nicht im Fokus. Die Firsthöhe von 9,50 Metern sei aber so geblieben. Zwischen den Grundstücken und der Baugrenze verblieben 11,50 Meter, beruhigt Langethal. Betroffene Anlieger konnten sich äußern, haben das auch schriftlich getan. Ihre Einwände dürften aber nicht berücksichtigt werden.

Beschwerden über Neubauten in der Nachbarschaft sind für Langethal tägliches Geschäft. Jetzt seien es die Anwohner im Heinrich- der-Löwe-Ring, davor hätten sich übrigens Anwohner im Schlehenweg beschwert, dass im Heinrich- der-Löwe-Ring gebaut werde.

Der Fall liegt hier nur anders: Ein bestehender B-Plan wird von der Politik verändert. Von der Stadt seien diese Häuser mit insgesamt 38 Wohneinheiten als „verträglich“ eingeschätzt worden, so Langethal. Das sieht Jessica Warsany ganz anders. Mit den Wohnklötzen werde jetzt das „ganze Bild zerstört“. Die geplante Bebauung passe hier überhaupt nicht hinein, sagt sie. Der Knick am Grundstücksrand könne kaum als Sichtschutz dienen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir die Fenster abschirmen“, grübelt sie nun. Von dem Bauleitverfahren hätten sie gar nichts mitbekommen. „Wir waren vollauf mit unserer Baustelle beschäftigt und hatten dafür gar keine Zeit.“ Jetzt seien alle „entsetzt“ über das Ausmaß der geplanten Bebauung. Die Freude über ihr schönes Haus scheint verflogen zu sein. Jessica Warsany: „Wir wollten uns hier eine Zukunft aufbauen.“

Wolfgang Glombik

Basteldamen übergaben Einnahmen des Adventsbasars.

21.03.2017

Ehrennadel in Gold für Christa Rohder aus Quaal.

21.03.2017

Im Kreis Segeberg kann es am Dienstagmittag zu starken Gewittern kommen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

21.03.2017