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Segeberg Bombendrohung: Spürhunde suchen stundenlang vergeblich
Lokales Segeberg Bombendrohung: Spürhunde suchen stundenlang vergeblich
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10:06 01.10.2015
Mit Sprengstoffspürhunden wurden die betroffenen Gebäude von Jobcenter und Agentur für Arbeit — hier in der Waldemar-von-Mohl-Straße in Bad Segeberg — abgesucht. Neun Tiere aus ganz Schleswig-Holstein waren in drei Städten des Kreises im Einsatz. Quelle: Fotos: Nadine Materne
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Bad Segeberg

Das war harte Arbeit für Sprengstoffspürhunde wie „Suma“. Nach einer „sehr unkonkreten“ Bombendrohung gegen die Jobcenter im Kreis Segeberg gestern Vormittag mussten sechs Gebäude der Arbeitsagenturen und Jobcenter auf Sprengstoff abgesucht werden. Drei davon allein in Bad Segeberg. Über vier Stunden dauerte der Einsatz mit hohem Personalaufwand. Gefunden wurde am Ende nichts. Gesucht wird nun der Drohanrufer.

Laut Polizeisprecherin Sandra Mohr habe sich der Anrufer direkt bei der Arbeitsagentur gemeldet. Als die Polizei gegen 10.45 Uhr alarmiert wurde, hatten die Arbeitsämter teilweise bereits selbst mit der Evakuierung der Gebäude begonnen. Mit rot-weißem Band wurden die Zugänge zur Zweigstelle der Arbeitsagentur in der Waldemar- von-Mohl-Straße und des Jobcenters in der Theodor-Storm-Straße in Bad Segeberg von der Polizei versperrt. Auch in der Zufahrt des Hauptgebäudes des Jobcenters Am Wasserwerk postierten sich Polizeikräfte und warteten auf das Eintreffen der Sprengstoffspürhunde aus Lübeck und Nordfriesland.

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In Norderstedt wurde nach Polizeiangaben die Agentur für Arbeit in der Rathausallee sowie ein Jobcenter in der Heidbergstraße geräumt und abgesperrt. In Kaltenkirchen wurde sogar die Waldorfschule und der Kindergarten neben dem Jobcenter in der Kisdorfer Straße evakuiert, außerdem zwei Einfamilienhäuser, ein Autohaus und ein Ärztezentrum. Hier brachte auch die nahegelegene Feuerwehr ihre Fahrzeuge in Sicherheit. Ob es hier eine konkretere Bedrohungslage gab, konnte Mohr nicht sagen. Über die Sicherheitsmaßnahmen entschieden die Beamten vor Ort.

Insgesamt drei Dutzend Beamte und neun Sprengstoffspürhunde waren wegen der Bombendrohung im Kreisgebiet im Einsatz. Die Kosten der Aktion konnte Mohr gestern nicht beziffern.

In Bad Segeberg schnüffelten sich allein vier Hunde durch die drei betroffenen Gebäude. Allein zweieinhalb Stunden dauerte es die Hauptstelle des Jobcenters abzusuchen. Immer im Wechsel. Meter für Meter. „15 bis 20 Minuten kann ein Hund konzentriert suchen“, erklärte Hundeführer Matthias Hilbig, der mit seiner Riesenschnauzer-Hündin „Suma“ sogar aus Husum nach Bad Segeberg gekommen war. Kurz vor 15 Uhr dann die Entwarnung. Keine Gefahr durch Sprengstoff.

Nun geht es der Polizei darum, den Drohanrufer zu finden. Die Angaben dazu waren am Mittwoch widersprüchlich. Laut Einsatzleiter Klaus Tiemann sei der Polizei bekannt, von welchem Apparat der Drohanruf erfolgte. Jedoch sei es schwierig, die Tat eindeutig zuzuordnen, mehrere Menschen hätten Zugang zu dem Telefon.

Sprecherin Sandra Mohr wollte dies nicht bestätigen. Man sei erst ganz am Anfang der Ermittlungen. „Die Hintergründe liegen noch völlig im Dunkeln. Wenn es überhaupt einen gibt und das nicht nur ein blöder Scherz ist.“ Der teuer werden kann: Sollte der Täter ermittelt werden, droht ihm eine Anzeige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten nach Paragraph 126 im Strafgesetzbuch. Darauf stehen bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

„Die Hintergründe liegen noch völlig im Dunkeln. Wenn es nicht einfach nur ein blöder Scherz war.“
Sandra Mohr, Polizeisprecherin

Nadine Materne