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Segeberg Boostedter Soldaten nach Afghanistan
Lokales Segeberg Boostedter Soldaten nach Afghanistan
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22:10 01.02.2013
Von Nadine Materne
Neumünsters Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek (l.) übergab mit dem Neumünsteraner Ortsschild „ein Stück Heimat“ an die Soldaten. Oberstleutnant Jörg Mielich (r.) verabschiedete Kompaniechef Martin Herold (2.v.l.) und Kompaniefeldwebel Thomas Krüg
Boostedt

Das letzte Mal treten die Kompanien des Instandsetzungsbataillons 166 in Boostedt für einen Verabschiedungsappell einer Afghanistaneinsatztruppe aus der Rantzau-Kaserne an. Sie wird bis 2016 aufgelöst. Im nächsten Jahr wird noch mal eine Einheit in den Kosovo geschickt, dann passiert nicht mehr viel in Boostedt. Bereits in der nächsten Woche wird eine Kompanie des Standortes aufgelöst.

Die Auflösung ist für Hauptmann Martin Herold jetzt aber noch kein Thema. Der 33-Jährige hat in den nächsten Monaten für 102 Boostedter Soldaten die Verantwortung. Mitte Februar geht es los ins nördliche Afghanistan nach Mazar-e-Sharif. „Bringen Sie alle Kameraden wieder heil mit nach Hause“, schließt Oberstleutnant Jörg Mielich seine Rede. Auch wenn es sich um eine Instandsetzungskompanie handelt, könnten nicht alle Soldaten davon ausgehen, ständig im Lager zu bleiben, so Mielich. Und erklärt wohl eher den Zuschauern als den Soldaten: „Zu Instandsetzungskommandos oder zur Bergung von ausgefallenem Gerät werden auch Instandsetzer benötigt, die gegebenenfalls ihre Waffen zur Verteidigung einsetzen werden.“

Im vergangenen Jahr habe kein deutscher Soldat sein Leben in Afghanistan verloren, trotzdem dürfe nicht in Vergessenheit geraten, so Mielich, dass weiterhin eine Gefahr von Sprengstoffanschlägen und anderen Angriffen ausgeht.

Daran muss Martin Herold, Leiter der Instandsetzungskompanie ISAF 31, nicht erinnert werden. Er gibt zu, auch ein wenig Angst zu haben vor diesem Einsatz: „Aber die Neugier überwiegt.“ Der 33-Jährige, seit 1998 bei der Bundeswehr, war bisher noch nie im Auslandseinsatz. An zwei Erkundungen habe er bisher teilgenommen. Nun sei er stolz, Deutschland in einer internationalen Truppe vertreten zu können. Lange habe man sich vorbereitet auf den Einsatz, der vor allem der Instandsetzung des Materials dient. In Afghanistan komme das modernste Gerät der Bundeswehr zum Einsatz, die neuesten Varianten der geschützten Transportfahrzeuge „Dingo“, „Eagle“ oder „Fuchs“. Geräte wie das Aufklärungssystem Fennek und der Schützenpanzer Marder würden Spezialisten in der Wartung und Instandsetzung erfordern, betonte auch Oberstleutnant Jörg Mielich.

Als kritischste Herausforderung für seine Truppe sieht Herold einen möglichen Lagerkoller. Der könne sich einstellen, wenn man von frühmorgens bis abends im Lager sei. „Da muss man sich konzentrieren, wofür man da ist.“

Die persönliche Herausforderung für Herold dürfte die Trennung von seiner Familie, insbesondere von seinem kleinen Sohn, sein. „Mein Sohn Elias ist 16 Monate alt. Jeden Tag, wenn man nach Hause kommt, hat er in dem Alter was Neues gelernt.“ Da mache man sich schon Gedanken, ob er einen wieder erkenne nach vier Monaten. Das Internet sei eine große Hilfe, Kontakt mit der Familie zu halten, auch wenn die Verbindung in Afghanistan mit deutschen Verhältnissen nicht vergleichbar sei.

Was den Kontakt zur Familie angeht, hat Oberstleutnant Mielich einen vermeintlich altmodischen Tipp aus eigener Einsatzerfahrung: „Briefe schreiben.“

Missionsende in 2014
Der Deutsche Bundestag verlängerte erst am 31. Januar den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Das deutsche Kontingent der Internationalen Unterstützungstruppe ISAF (International Security Assistance Force) darf maximal 4400 deutsche Soldaten umfassen und soll bis Mandatsende am 28. Februar 2014 auf 3300 reduziert werden.


Die ISAF wurde im Dezember 2011 vom Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen geschaffen und wurde im August 2003 von der Nato übernommen. Die ISAF unterstützt die afghanische Regierung im Kampf gegen die Aufstandsbewegung vornehmlich im Süden des Landes und beim Aufbau. Deutschland trägt innerhalb ISAF Verantwortung für das Regionalkommando Nord mit Sitz in Mazar-e-Sharif.


Bis Ende 2014 soll die ISAF-Mission beendet sein und Afghanistan allein die Sicherheitsverantwortung übernehmen. Quelle: Auswärtiges Amt

Nadine Materne

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