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Segeberg Norderstedt soll eigene Brauerei bekommen
Lokales Segeberg Norderstedt soll eigene Brauerei bekommen
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07:00 14.09.2019
 Rajas Thiele-Stechemesser will mit einer Brauerei in Norderstedt die Versorgung der stadteigenen Biersorten langfristig für die Zukunft sichern. Die kleine Brauanlage im Keller der „Hopfenliebe“ ist an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Quelle: Fuchs
Norderstedt.

Er hat den städtischen Zuschussbedarf für den Betrieb der Mehrzwecksäle und Theateraufführungen in Norderstedt in TriBühne und Kulturwerk in 13 Jahren konstant bei 850 000 Euro im Jahr begrenzt halten können. Und mit der städtischen Gaststätte „Hopfenliebe“, die inzwischen fünf eigene Biere ausschenkt, ist Rajas Thiele-Stechemesser vor vier Jahren der große Wurf in der Norderstedter Gastronomie-Szene gelungen: Der Laden, der jeden Tag rund 300 Gäste zählt und am Wochenende brechend voll ist, hat sich zur Kultkneipe in der größten Stadt des Kreises Segeberg entwickelt.

Standort am Stadtpark geplant

Nun plant der umtriebige Wirt, Biersommelier und Kulturchef Norderstedts ein ganz großes Ding: Thiele-Stechemesser möchte eine Brauerei in Norderstedt bauen. Als passenden Standort hat er den 3000 Quadratmeter großen Sand-Parkplatz am Norderstedter Stadtpark ausgesucht, den er dafür in Erbpacht von der Stadt mieten möchte. Die Investitionssumme von fünf Millionen Euro für die Brauerei, für die es bereits einen Raumplan und eine Ansicht gibt, sollen etwa je zur Hälfte von Banken und Norderstedter Bürgern zusammengebracht werden. „Ich plane eine Art ‚Crowdfunding‘ über zwei Millionen Euro, die private Geldgeber mit Einlagen von mindestens jeweils 10 000 Euro zur Verfügung stellen“, erklärt Thiele-Stechemesser seine Idee, an der er schon seit zwei Jahren herumdenke.

Stadt investierte 150 000 Euro ins Brauhaus

Auslöser der Brauerei-Gedankenspiele ist der Erfolg seines kleinen Brauhauses Hopfenliebe. Vor vier Jahren investierte die Stadt 150 000 Euro für die Anschaffung eines Brauhauses im Keller der früheren Kegelbahnen im Rathauskomplex, direkt unter der Gaststätte. Seitdem brauen Thiele-Stechemesser und seine Mitarbeiter fast rund um die Uhr Nachschub für das Norderstedter Pils und die vier Stadtteilbiere. Doch jetzt seien sie an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, berichtet Thiele-Stechemesser. „Mehr als 1000 Liter pro Woche schafft die Anlage nicht.“

10 000 Liter Bier je Woche

Doch der selbst gebraute Gerstensaft sei bei den Gästen, die sich zum großen Teil damit identifizierten, so beliebt, dass die Nachfrage am Zapfhahn ständig steige. Doch wenn diese nicht mehr ausreichend gedeckt werden könnte oder gar die auf Volllast laufende Brauanlage ihren Geist aufgebe, falle das Norderstedter-Bier-Konzept plötzlich wie ein Kartenhaus zusammen, warnt Thiele-Stechemesser.

„Als Geschäftsführer der Mehrzwecksäle GmbH muss ich mir Gedanken machen, wie wir dieses Problem lösen können.“ Und so sei er auf die Idee gekommen, eine eigene Brauerei, die nur die fünf Norderstedter Biersorten brauen soll, würde der Ausweg aus dieser Misere sein. Nach Thiele-Stechemessers Vorstellung könnte diese bis zu 10 000 Liter Bier je Woche brauen, also zehnmal so viel wie die jetzige kleine Anlage. Damit könnte das Norderstedter Bier sogar im Großhandel und in den Supermärkten angeboten werden, was zurzeit nicht der Fall ist. Anfragen lägen vor, sagt der Bier-Liebhaber.

Brauerei als Investorenmodell

Eine städtische Brauerei, so der erste Gedanke, ließe sich aber nicht verwirklichen. Das sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, hätten entsprechende Gutachten festgestellt, erklärt Thiele-Stechemesser. Darum plane er nun, dieses Projekt als Investorenmodell mit Hilfe von privaten Geldgebern und Banken zu realisieren. Die Investitionsbank habe bereits ihre Unterstützung zugesagt, ebenso wie zahlreiche Gäste der „Hopfenliebe“.

Und so sieht der Zeitplan aus: Bis Mai 2020 sollen die zwei Millionen Euro von privater Seite auf einem Notaranderkonto eingezahlt sein. Jeder Geldgeber bekomme seine Einlage mit zwei Prozent jährlich verzinst, verspricht der Initiator. Wenn der Bau der Brauerei nicht zustande komme, erhalte jeder sein Geld bis auf den letzten Cent zurückgezahlt. „Das ist für mich die beste Lösung, wie wir die Engpass bei der Bierversorgung für die Hopfenliebe dauerhaft beseitigen können“, sagt Thiele-Stechemesser und hofft, zahlreiche Bier liebende Mitstreiter davon zu überzeugen.

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