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Segeberg Breitbandverlegung: Wegner: „Das kriegen wir hin“
Lokales Segeberg Breitbandverlegung: Wegner: „Das kriegen wir hin“
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00:06 08.01.2014
„Wir haben gute Chancen.“ Karl-Heinz Wegner
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Sülfeld

Drei auf einen Streich, das ist das Motto in Sülfeld: Um die Bürger über die mögliche Verlegung von Breitband in Sülfeld, Borstel und Tönningstedt zu informieren, hat Bürgermeister Karl-Heinz Wegner gleich in jedem Ortsteil eine Einwohnerversammlung angesetzt. Am Montag hat sie in Sülfeld stattgefunden, am Dienstag in Borstel, und am Donnerstag ist Tönningstedt dran. Der Auftakt sei ermutigend gewesen, sagte Wegner den LN.

Über 200 Bürger seien in die Sülfelder Sporthalle gekommen, um den Ausführungen von Mitarbeitern der Firma „Unser Ortsnetz“ (UO), die die etwa 1500 Sülfelder Haushalte möglichst komplett verkabeln will, zu folgen. Vor allem die Versorgung etwas abseits gelegener Gebäude sei ein Thema gewesen, zum Beispiel in den Sülfelder Tannen oder in Petersfelde. „Die Diskussion war überraschend rege“, so Wegner.

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„Wir wissen, dass wir in Sülfeld kein leichtes Spiel haben werden.“ Zwar sei die Internetversorgung in Borstel und Tönningstedt „grottenschlecht“, aber in Sülfeld gebe es immerhin zwei Anbieter, die Telekom und Kabel Deutschland, die teilweise für eine relativ gute Internetqualität (in der Spitze bis zu 25 Mbit Download) sorgten. Aber eben nur teilweise, vor allem der Bereich um die Oldesloer Straße sei ganz gut versorgt. Kabel Deutschland habe der Gemeinde bereits gesagt, dass man im Dorf nicht weiter aufrüsten wolle — und wenn, dann nur zu Konditionen, die die Bürger über Gebühr finanziell belasten würden, so Bürgermeister Wegner.

Nun also will „Unser Ortsnetz“ im Ort Nägel mit Köpfen machen. Wegner: „Sülfeld hat jetzt die große Chance, auf einen fahrenden Zug zu springen — die sollten wir uns nicht entgehen lassen.“

Breitbandversorgung sei längst ein Standortfaktor, nicht nur für Firmen, sondern auch für Neubürger. Unterm Strich glaubt der Bürgermeister, „dass wir Überzeugungsarbeit leisten müssen“. Denn im Vergleich zu Kabel Deutschland sei UO etwas teurer. Dafür bekämen Schnellbucher jedoch Rabatte. „Dann ist der Unterschied gar nicht mehr so groß.“ Außerdem müsse man keine Abschlussgebühr entrichten.

Und: UO biete die Glasfaserversorgung ins Haus (Fibre to the Home), „das ist zukunftssicher“ und biete zudem „100 Mbit Up- und Download — garantiert“. Das alles seien gewichtige Argumente, findet Wegner. Denn von diesen Werten könne man im Ort derzeit nur träumen.

Sein Fazit: „Für die Gemeinde Sülfeld wäre das ein Segen, wenn wir das hinbekämen.“ Man müsse an die nächsten 20 bis 30 Jahre denken und jetzt handeln. Daher gelte nun: „Wir müssen viel Überzeugungsarbeit leisten, aber wir haben gute Chancen, es zu schaffen — das kriegen wir hin“, ist sich Sülfelds Bürgermeister sicher. Noch offen ist, wie außerhalb liegende Häuser angeschlossen werden könnten und ob dies finanziell praktikabel wäre. Petersfelde, Sülfelder Tannen, Holmer Weg, Sether Weg, Vierthof: Das seien Gebiete, in denen die Besiedlung eher dünn ist. „Aber wir hoffen — wenn wir insgesamt eine gute Anschlussquote hinbekommen —, dass die Firma dann sagt: ,Komm‘, die nehmen wir auch noch mit‘.“

Christian Spreer