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Segeberg Kontrahenten auf der Autobahn mit Waffe bedroht?
Lokales Segeberg Kontrahenten auf der Autobahn mit Waffe bedroht?
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19:27 13.11.2018
Das Amtsgericht in Bad Segeberg hat entschieden. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg/Schwissel

Fuchtelte einer von ihnen mit einer täuschend echten Waffe im Autobahnverkehr Richtung Kiel herum? Zwei Männer im Alter von 34 und 37 Jahren mussten sich am Dienstag vor dem Bad Segeberger Amtsgericht verantworten. Laut Anklage sollen die Hamburger Brüder eine Pistole im Februar dieses Jahres auf der Autobahn A 21, Höhe Schwissel, auf ein Fahrzeug auf der Nebenfahrbahn gerichtet haben. Sie kamen mit einer Geldstrafe davon.

Laut Staatsanwaltschaft sollen sie „eine Schusswaffe mit sich geführt haben. Dabei handelte es sich um eine Schreckschusswaffe, mit der in Absprache vom Beifahrersitz aus auf den Zeugen gezielt wurde. Sie wussten, dass das nicht erlaubt und strafbar ist.“

Wie der betroffene Zeuge, ein Zeitungskurier auf dem Weg nach Kiel, aussagte, sei er zügig auf der Autobahn unterwegs gewesen. „Ich bin zu dicht aufgefahren“, räumte er ein. Daraufhin sei er von den Angeklagten ausgebremst worden, habe sie überholt und dann gleichermaßen ausgebremst. „Damit war die Sache für mich eigentlich erledigt.“ Die Angeklagten und Insassen des anderen Wagens fühlten sich offenbar weiterhin provoziert, das Hin und Her ging mehrere Minuten weiter. „Ich ließ mich dann zurückfallen“, so der 33-jährige Zeuge. Dann habe sich jemand aus dem Fenster gehängt und in seine Richtung gezielt. „Das war eine schwarze Handfeuerwaffe“, sagte er. Zu dem Zeitpunkt sei er zwischen 50 und 100 Meter von dem anderen Auto entfernt gefahren. Daraufhin rief er die Polizei.

„Die Waffe war im Auto, das ist korrekt“, sagte der 34-Jährige Angeklagte, der gefahren war. „Gezogen oder gezielt haben wir damit aber nicht. Ich hatte eine E-Zigarette in der Hand“, beteuerte er. Die Waffe habe er zu Silvester in einem Hamburger Teppichgeschäft bei einem Aktionsverkauf erstanden. „Da musste ich zuschlagen.“ Sie sei auf seinen Namen registriert, einen Waffenschein dafür habe er jedoch nicht.

An dem Sonntagabend auf der Autobahn sei die Munition getrennt von der Waffe aufbewahrt worden, so der Fahrer. Die Waffe habe unter der Rücksitzbank gelegen, die Munition vorn im Handschuhfach. „Der Transport ist erlaubt. Ich hatte mich vorher informiert, wie ich sie zu transportieren habe.“ Zum Hin und Her auf der Autobahn meinte er: „Wir wurden stark ausgebremst, logisch ist man da sauer. Aber ich hatte zwei Personen im Auto, das war meine Verantwortung.“ Der Mann, der auf dem Beifahrersitz gesessen hatte, sagte lediglich: „Ich wusste, dass die Waffe im Auto ist.“ Mehr wollte er nicht sagen.

Die Polizei hatte den Wagen schließlich auf der B 205 hinter Rickling gestoppt. „Wir mussten davon ausgehen, dass es sich um eine echte Waffe handelt“, rekonstruierte der Polizeibeamte des Bad Segeberger Reviers den Einsatz vor Gericht. Im Innenraum des Fahrzeugs wurde die Waffe gefunden sowie das Magazin – gefüllt mit vier Schuss. Alles wurde von den Beamten beschlagnahmt.

Letztendlich hatten die Angeklagten noch Glück: Die dritte Person im Auto, eine Bekannte, war nicht bei Gericht erschienen. Somit einigten sich alle Beteiligten darauf, das Verfahren wegen Geringfügigkeit unter Auflage einer Geldstrafe einzustellen. Beide Männer müssen innerhalb von sechs Monaten je 900 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen. „Sie haben sich nicht nach Vorschrift verhalten. Eine E-Zigarette haben Sie wahrscheinlich nicht aus dem Fenster gehalten“, mahnte Richter Alexander Schmücker. „Lassen Sie so einen Scheiß in Zukunft. Ich hoffe, wir sehen uns nie wieder.“

In der Verhandlung ging es lediglich um das Mitführen einer Waffe. Hätte die Anklage auch auf Nötigung oder Bedrohung abgezielt, wäre eine Verurteilung nicht unwahrscheinlich gewesen, so der Richter.

Irene Burow

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