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Segeberg Bummel durch die bunte Lego-Welt
Lokales Segeberg Bummel durch die bunte Lego-Welt
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10:07 01.11.2016
Lego Friends: Lara Köhler war auf einem Konzert und hat ihre Erlebnisse mit der Bauserie in Rosa nachgebaut. Quelle: Fotos: Silvie Domann
Kaltenkirchen

Bereits am Eingang grüßen die weltberühmten Roboter R2-D2 und C-3PO im Miniformat. Daneben zieht eine Teufelsmaske die Besucher in ihren Bann. Stein auf Stein, in monatelanger Kleinstarbeit haben Legobauer Kunstwerke gebaut, die sie nun auf der Stein Hanse 2016 in Kaltenkirchen ausstellten. Die Stein Hanse ist ein Zusammenschluss von etwa 100 Legofans, die bauen, sammeln, sich regelmäßig treffen und ihre Kunstwerke ausstellen.

Große und Kleine Fans der bunten Plastiksteine präsentierten ihre Bauwerke auf der Stein Hanse.

Landschaften, Szenen aus Star Wars, Fahrzeuge, Bauwerke, die Welt der Legosteine ist bunt und vielfältig. Da ist zum Beispiel der Nordseestrand von St. Peter-Ording. Davor im Wasser dümpelt ein Krabbenkutter. „Das ist ein Familienprojekt“, sagt Tim Knickrehm aus Ellerau. Sohne Malte und Tochter Inja haben mitgebaut. Ein 3-D-Wimmelbild ist so entstanden. Für den Lego-Kenner haben sie Figuren versteckt: Olaf aus der Eisprinzessin, R2-D2 und andere Star Wars-Figuren, Spongebob, vier Nationalspieler, Pamela A. und Pikachu.

Außerdem haben die Kinder Erlebtes mit eingebaut. Im vergangenen Jahr war ein Übertragungswagen vom NDR bei der Stein Hanse, solch ein Auto ist nun auf dem Lego-Strand zu sehen. „Für mich ist Technik wichtig“, sagt Malte (12). Er hat programmiert, dass alle paar Minuten, ein in der Düne liegender Mann im Sand verschwindet und nach zehn Sekunden wieder auftaucht. Auf dem Deich grasen die Schafe des Deichgrafen, da diese ein wenig träge sind, haben sie Verstärkung durch einen Mähroboter bekommen.

„Wir haben Besucher aus Singapur, Großbritannien und Österreich“, sagt Knickrehm und zeigt auf einen Teil der Nordsee, dort hat er den Umriss Schleswig-Holsteins nachgebaut. Jeder Besucher ist mit einem Legopunkt verewigt, Ausländer bekommen das Kennzeichen ihres Landes.

Vorbei geht es an Sternenkriegern, Weltraumstationen und einem gigantisch großen Flugzeugträger. Eine weitere farbenfrohe Szene fällt ins Auge. Das rosa Lego, die Friends-Serie, ist hier verbaut.

„Wir waren im vergangenen Jahr hier, uns ist dabei aufgefallen, dass es kaum etwas für Mädchen gibt“, sagt Lars Köhler aus Quickborn. Deshalb hat Tochter Lara sich für das „Friends-Concert“

entschieden. „Ich war auf einem Konzert und habe mir Sachen abgeguckt“, erzählt die Neunjährige, die gern mit Lego baut. Kleine Szenen hat sie sich überlegt, so bildet sich eine Schlange vor einem rosa Dixie-Klo, einer Konzertbesucherin fällt eine Eiskugel aus der Tüte, eine andere verliert ihren Muffin aus dem Papier. Auch ein Hund, der gerade seinen Haufen setzt, ist zu sehen.

Eisenbahnen drehen ihre Kreise, im Star-Wars-Kino wird ein Film gezeigt, auch in Elvendale ist einiges los. Vor allem Mädchen stehen davor und seufzen. „Ach, wie schön.“

Für Handfesteres, nämlich Lego-Technik, interessiert sich dagegen Joachim Machwart aus Hamburg. Vor etwa zehn Jahren habe er mit seiner Frau das Hobby begonnen. Schnell waren die Standard-Modelle zu langweilig geworden, so dass er sie weiterentwickelte. Alle Fahrzeuge sind voll elektrisch und per Fernbedienung zu bewegen. Im Internet fand er Martin Kern aus Stockstadt, der am PC Bauanleitungen erstellt. „Wir telefonieren mehrmals pro Woche; ich baue und ist eine Änderung erforderlich erstellt er sie am Computer“, sagt der 52-Jährige. Ein halbes Jahr hat er an dem Gottwald- Kran gebaut. Und wie das Original ist auch das Lego-Modell in mehrere Teile zerlegbar. Schließlich muss es in den Regalen der Zweizimmer-Wohnung Platz haben, so Machwart, der das erste Mal an einer Lego-Ausstellung teilnimmt.

Auch Idefix und eine kleine landwirtschaftliche Szene von Andreas Weißenburg fallen ins Auge. „Das sind Steine aus den 1970er Jahren, da musste man die Figuren noch selbst bauen. Erinnerungen werden wach bei einem Vater, der zu seiner Tochter sagt: „Damit habe ich auch gespielt.“

Erfolg mit Hindernissen

Von „leg godt“, dänisch für „spiel gut“, leitet sich der Name „Lego“ ab, der weltweit größte Spielwarenhersteller und bekannt für seine bunten Kunststoff-Stecksteine. Gegründet wurde das Unternehmen 1932 für die Herstellung von Holzspielzeug – von Tischlermeister Ole Kirk Christiansen. Die ersten Kunststoff-Steine mit Noppen wurden erst 1949 eingeführt und 1959 patentiert. Mit Auslaufen der Patente in den 80er Jahren, rutschte Lego in die Krise und stand 2004 kurz vor der Insolvenz. Lego hatte sich verzettelt in einer unkontrollierten Produktvielfalt und Aufgabe von Kerngeschäften, wie Lego Duplo. Der neue Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp räumte radikal auf. 2015 erwirtschaftete Lego einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro.

 Silvie Domann