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Segeberg Denkmalschutz verbietet neue Bühne vor der Volksbank
Lokales Segeberg Denkmalschutz verbietet neue Bühne vor der Volksbank
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19:00 13.02.2020
Kultur in der Innenstadt hier mit der Swingtime Bigband und Sänger Uwe Oswald. Doch eine neue Bühne an dieser Stelle verbietet der Segeberger Denkmalschutz. Quelle: Lothar Kullack
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Bad Segeberg

Wieder schlägt die Untere Denkmalschutzbehörde zu: Erst durfte keine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach eines Neubaus am Zob gebaut werden – wegen des Umgebungsschutzes zur Dahlmannschule, die dort aber kaum zu sehen ist. Dann wurde der Stadt verboten, Fahrradständer vor dem denkmalgeschützten Rathaus aufzustellen, der Blick auf das Denkmal könnte durch Fahrradbügel und abgestellte Fahrräder gestört werden. Nun der dritte Streich: Der Denkmalschutz verbietet der Stadt, im Sommer vor der denkmalgeschützten Volksbank eine neue Bühne aufzustellen.

Neue Bühne wäre fast kostenlos gewesen

Für die Bad Segeberger Sommerbühne läuft bei dem Kulturbeauftragten Michael Meier gerade die Planung an. Ende Juni bis Anfang September soll über die komplette Karl-May-Saison, wie seit Jahrzehnten üblich, eine Bühne vor der Volksbank für kleine Konzerte aufgestellt werden. Auch jungen Amateurmusikern soll hier die Möglichkeit für Auftritte gegeben werden. Doch die alte Bretter-Bühne ist in die Jahre gekommen, mit viel Mühe hat Meier eine neue entwerfen lassen, die durch Sponsoring nahezu kostenfrei aufgestellt werden könnte. „Das wäre eine andere Optik gewesen. Leider war das nicht mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren“, teilte Meier im Kulturausschuss den überraschten Politikern mit.

Sein Bühnen-Entwurf scheitert am Denkmalschutz: Kulturbeauftragter Michael Meier. Quelle: Glombik

„Das war für mich sehr enttäuschend und unglücklich.“ Meier fühle sich in seinem Engagement „ausgebremst“. Die Politik habe ihm den Auftrag gegeben, eine neue Bühne zu entwerfen. Nun bleibe es bei der schäbigen Bretterbuden-Optik, der Meier aber einen frischen Anstrich verpassen möchte.

Warum zieht der Kreis wieder die Bremse? fragen sich viele. Schon im Juli 2018 habe die Denkmalschutzbehörde Kontakt mit der Stadt aufgenommen und auf den geltenden Umgebungsschutz bei Kulturdenkmalen hingewiesen, „da die Holzbühne über einen relativ langen Zeitraum (zehn Wochen pro Jahr) direkt vor der Fassade der Volksbank steht“, teilt Sprecherin Sabrina Müller mit. Das Ding ist offenbar ein Schwarz-Bau. „Unseren Unterlagen zufolge gibt es für die Holzbühne keine Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und auch keine Antragsunterlagen. Die Untere Denkmalschutzbehörde bat die Stadt daher um ein Abstimmungsgespräch.“

Der Denkmalschutz möchte die Fassade der Volksbank möglichst freihalten. Wenn die Stadt hier eine Bühne vorstellen möchte, muss sie die genehmigen lassen. Quelle: Glombik

Immerhin: Gegen die alte schlichte Bestandsbühne bestünden „aufgrund ihres temporären Charakters grundsätzlich keine Einwände“, teilte die Behörde dem städtischen Mitarbeiter mit. „Die Bühne sollte allerdings qualitätvoller ausgeführt werden, zum Beispiel durch besseres Holz oder eine transparente Rückseite, oder aber durch eine fahrbare Bühne ersetzt werden“, mahnte sie.  

Denkmalschutzbehörde senkte den Daumen

Im März 2019 meldete sich dann der Kulturbeauftragte Meier mit einem Entwurf für eine neues Podium bei den Denkmalschützern. Doch die fand den Rampen-Entwurf auf der Zeichnung nicht ansprechend, senkte den Daumen. Sabrina Müller: „Aus Sicht des Denkmalschutzes stellt er aufgrund seiner Gestaltung (Dachkonstruktion, Farbgebung und Werbung) keine Verbesserung zum Ist-Zustand dar und würde sich daher noch deutlicher von der Fassade absetzen als die bisherige Bühne.“

Die Denkmalschutzbehörde verwies auf die schlichte Bestandsbühne und empfahl hier besseres Holz und ausdrücklich keinen Farbanstrich zu verwenden. Besser sei es noch das langfristige Ziel zu verfolgen, die feste Bühne durch eine fahrbare zu ersetzen. Man zeige sich aber weiterhin als „gesprächsbereit“.

Nach dem bühnenreifen Behörden-Streit um die richtigen Bretter vor der Fassade der Volksbank wandten die Lübecker Nachrichten ein, dass ein großer Imbiss sowie ein Schmalzkuchen-Stand Jahr für Jahr von November bis in den Januar hinein wesentlich mehr von der Volksbank-Fassade zustellen, als die kleine Bühne im Sommer. Warum der Denkmalschutz denn hier nicht auch eingreife? Sprecherin Sabrina Müller teilte nur mit, dass der Weihnachtsmarkt bisher kein Thema bei der Unteren Denkmalschutzbehörde gewesen sei. . .

Von Wolfgang Glombik

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