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Segeberg Der Countdown läuft: Hasenmoor vor dem Werner-Rennen
Lokales Segeberg Der Countdown läuft: Hasenmoor vor dem Werner-Rennen
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11:30 29.08.2019
Hans Wrage ist der nächste Nachbar zum Veranstaltungsgelände. Sein Grundstück ist komplett eingezäunt, die Einfahrt verschließbar. Quelle: Heike Hiltrop
Hasenmoor/Hartenholm

Steht ein Klo an der Kreuzung . . . So könnte ein Witz anfangen – oder das Werner-Rennen. Bevor der erste Motor röhrt, der erste Gitarrenriff gezupft ist, sind kilometerweit Drahtzäune gezogen, Zelte errichtet und mobile Toiletten an jeder erdenklichen Wegkreuzung im Segeberger Forst rund um den Flugplatz Hartenholm postiert. Die Vorbereitungen auf das Werner-Rennen, das am Donnerstag beginnt, gehen in die finale Phase.

Testfahrt, Verkehrsinfrastruktur und Showact Mia Julia: Die Vorbereitungen zum Rennen gehen in die heiße Phase. Quelle: Heike Hiltrop

Den Aufbauanfang haben im Juli die Motocross-Streckenbauer gemacht. Nun sind die Festival-Spezialisten am Werk. Das Kesseldrom, die Hauptbühne, auf der sich Mia Julia, die „Königin von Malle“, mit Kim Wilde, The Boss Hoss und Scooter am Freitag ein Stelldichein geben wird, steht. Die kleine Dezibel-Bühne braucht auch nicht mehr lange, bis sie steht.

Bühnen, Rennstrecken, Infrastruktur: Aus dem Flugplatz Hartenholm und den umliegenden Äckern ist in den vergangenen Wochen ein Motorsport-Festival-Gelände geworden. Quelle: Heike Hiltrop

Hans Wrage kann das geschäftige Treiben live mitverfolgen. Der 81-Jährige wohnt keine 20 Meter vom Gelände entfernt. 2018 hatte ihn die Sorge vor Lärm, Dreck und Vandalismus umgetrieben. Genau das hatte er bei der Erstauflage 1988 so erlebt. „War aber nicht so schlimm“, sagt er und ist froh, dass es keine 200 000 Bröselfans geworden sind, die die Revanche miterleben wollten. „30 000 Leute – das ist ja ein ganz anderer Schnack. Und die Reinigung meiner Photvoltaikanlage hat der Veranstalter auch gezahlt.“

Bevor es kesselt

Aber: Wrages Grundstück ist komplett eingezäunt. Sicherheitshalber. „Ich komm mir vor wie im Knast, aber das ist besser so. Ich will meine Ruhe haben“, sagt er. Denn als seine Kritik an der Veranstaltung, „die nicht aufs Dorf gehört“, publik wurde, habe er Drohungen erhalten. Die Polizei habe vor seiner Haustür patrouillieren müssen. „Ich bin nach wie vor dagegen. Das ist nicht gut für die Natur hier, es spaltet das Dorf.“ Davon sind auch die knapp 20 Männer und Frauen einer Minidemo überzeugt. „Aber es ist zu spät“, ärgert sich Teilnehmer Steffen Wrage.

Infrastruktur für eine ganze Stadt

Die Ordnungshüter fahren verstärkt Streife, während auf dem Flugplatz Tieflader mit Generatoren aufs Abladen der Technik warten. Im Motodrom laufen die Vorbereitungen für die ersten Testfahrten. Die Imbiss-Betreiber sind angerückt. Hunderte von Panzer-Weg-Platten sind verlegt – „wenn nicht Kilometer“, schätzt Tom aus dem Team. Man duzt sich. Die Infrastruktur für eine ganze Stadt steht.

Überarbeitetes Verkehrskonzept

Im Wald stehen Hinweisschilder zu den Zeltplätzen, flattert Absperrband, hält ein Ordner einsam Wache, damit niemand Unbefugtes sich hier herumtreibt. Es gibt schließlich viele Möglichkeiten, um auf das 150 Hektar-Gelände zu gelangen. Die Kreuzung Richtung Leezen hat eine Ampelanlage bekommen. Das ist Teil des veränderten Verkehrskonzepts, das eine Durchfahrt der B 206 vorsieht. Hier wird lediglich die erlaubte Geschwindigkeit in Höhe des Veranstaltungsgeländes auf Tempo 30 gedrosselt.

Wildpark: Landstraßen werden zum riesigen Parkplatz

„Positiv ist, dass die B 206 nicht gesperrt wird“, sagt Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck, Geschäftsführer des Wildparks Eekholt. Er hofft, dass der Verkehr dieses Mal läuft. Rund 30 000 Euro Verlust habe der Park 2018 durch das Motorsport- und Musikfestival hinnehmen müssen. Ihm missfällt, wie auch Wrage, die „Salamitaktik“. „Anfangs hieß es noch: ,Das ist einmalig.“ Die gröbste Fehleinschätzung sei die Aussage gewesen, dass man den Verkehr gar nicht wahrnehmen werde, erinnert von Schenck sich an Stunden im Stau. Er befürchtet, dass die Landstraßen auch dieses Jahr zum gigantischen Parkplatz bei laufenden Motoren werden könnten – bis der Festivalverkehr abgearbeitet ist.

Eekholt-Besucher sollten B 206 meiden

Von Schenck: „Die Autobahn soll auf jeden Fall freigehalten werden, das ist der Plan. Staus auf allen Landstraßen in der Umgebung gehören zum Konzept.“ Umleitungen zum Wildpark sollen helfen, und man werde die aktuelle Verkehrslage im Blick behalten, um Besucher lotsen zu können. Auch über die Homepage und die sozialen Netzwerke werde man sie informieren. Sein Tipp für Wildpark-Besucher: „Über Großenaspe zum Wildpark fahren und die B 206 auf jeden Fall meiden.“

Tagestickets fürs Werner-Rennen gibt es unter anderem in den LN-Geschäftsstellen wie in der gemeinsamen Geschäftsstelle der Lübecker Nachrichten und Basses Blatt in Bad Segeberg, Kurhausstraße 12.

Infos und Tickets: https://www.werner-rennen.de/

Diese Bands treten beim Werner-Rennen auf

Von Heike Hiltrop

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