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Segeberg Der beste Fisch kommt aus Mözen
Lokales Segeberg Der beste Fisch kommt aus Mözen
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12:38 29.12.2013
Karpfen: Zu Weihnachten und Silvester ist und bleibt der dicke Brummer der Lieblingsfisch der Deutschen. Jens Teegen holt ihn lebend aus einem der drei Hälterbecken. Frischer geht‘s nicht. Quelle: Christian Spreer
Mözen

Jens Teegen ist ein wenig erschöpft, als die LN ihn am Freitag besuchten. Das Weihnachtsgeschäft ist für den Fischhändler aus Mözen und seine 25 Mitarbeiter stets eine Wahnsinnsherausforderung. Bis vor die Ladentür stehen die Leute an, um sich mit Fisch einzudecken. Rund 500 Kunden (und ungefähr genau so viele Vorbestellungen) waren am 23. Dezember im Hauptgeschäft und an den zwei Verkaufswagen zufriedenzustellen. Dass dies vorzüglich klappt, das haben die Teegens schriftlich. Das Branchenblatt „Fischmagazin“ hat ihre Firma 2013 zum „besten mobilen Fisch-Fachgeschäft Deutschlands“ gekürt. „Das ist in unserer Branche so etwas wie der ,Oscar‘“, sagt Mariet Kasting-Teegen, die den Betrieb mit ihrem Mann seit 20 Jahren führt, stolz.

Karpfen — das war zu Heiligabend wieder der Hit, aber auch Langustenschwänze, Hummer, Steinbeißer und Thunfisch gingen mehr als sonst über die Ladentheke, berichtet sie. „Wir hätten über 1000 Vorbestellungen annehmen können — wir hätten die nur nicht packen und lagern können.“ Tatsächlich hat sich das Gewerbe der Teegens allmählich, dann aber stürmisch entwickelt. Jens Teegen ist eigentlich Gas- und Wasserinstallateur. Über die Angelei ist er „auf den Fisch“ gekommen und hat vor gut 20 Jahren umgesattelt. Aus der Garage wurde der erste Verkaufsraum, dann wurde um- und angebaut. Kühlräume und Räucherkammern kamen hinzu — Jens Teegen räuchert an sechs Tagen in der Woche. Zwei mobile Verkaufsstellen wurden angeschafft, die den Ruf der Firma in die Ferne getragen haben. Dennoch: Wenn die Kunden massenhaft kommen wie zu Weihnachten und Silvester, „dann fehlt einfach der Platz, um alle Wünsche zu erfüllen“. Und in diesem Jahr sogar eine spezielle Ware. Mariet Kasting-Teegen: „Wir hatten zu Weihnachten zu wenig Räucheraal vorrätig“ — womit sie das Kardinalproblem der Branche angeschnitten hat: nämlich zu kalkulieren, wie viel von welchem dieser leicht verderblichen Produkte vorgehalten werden muss.

Immer wieder kommen Leute in den Laden — ah, die Presse ist da: „Schreiben Sie mal, was für ein tolles Geschäft das hier ist“, ermuntert ein Kunde. Ein Blick in die Auslage reicht völlig: Dutzende Fischsalate, erweitert durch ständig neue Kreationen („die entwickeln auch unsere Mitarbeiter“), eine enorme Vielfalt heimischer Fischarten und solcher aus aller Welt: Das gibt‘s wahrlich nicht an jeder Ecke. Die Teegens werden täglich vom Hamburger Seefischmarkt und zweimal wöchentlich aus Esbjerg beliefert. Frisch gehalten werden die sensiblen Produkte in Hälterbecken und Kühlräumen. Oder sie werden in drei Öfen geräuchert. Wie viele Tonnen Fisch er pro Jahr verkauft, weiß Jens Teegen gar nicht. „Darüber habe ich nie nachgedacht.“ Eine Zahl aber hat er parat: „Pro Woche 400 Kilo Forellen.“ Das allein sind schon über 20 Tonnen im Jahr.

In der „Fischwerkstatt“ entstehen bewährte und neue Kreationen. Jana Berger bereitet gerade Flusskrebsschwänze vor, um sie zu einem Fitnesssalat mit Sellerie und Zucchini zu komponieren, Reiner Ahrens schneidet unterdessen einen Fisch in Streifen, der Chef keschert einen Karpfen aus dem Becken, ein anderer Mitarbeiter bereitet leckeres Lachskonfekt vor, die Chefin hängt Schillerlocken in den Rauch,. Das alles hat mit Standard nichts zu tun. Hier liebt man Fisch, das ist zu spüren. „Bei uns arbeiten ausschließlich Mitarbeiter, die selber gern Fisch essen“ — sonst könnten sie die Ware nicht authentisch an die Kunden bringen, sagt sie.

Der „Fisch-Oscar“ 2013 ging an die Teegens
Großes Lob: „Ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment, Hygiene und freundliches Personal sind Teil des Erfolgskonzeptes.“ So steht es in der Beschreibung der Fischräucherei von Jens Teegen im Fachblatt „Fischmagazin“. Es hat die Mözener mit dem „Seafood Star“ 2013 ausgezeichnet — insbesondere die mobilen Verkaufsstellen, die in Deutschland ihresgleichen suchen. „Ein Höchstmaß an Frische“, eine enorme Vielfalt an Salaten, „die zu 98 Prozent aus eigener Produktion stammen“, waren weitere Kriterien, die zu der Ehrung geführt haben.
„Pro Woche verkaufen wir 400 Kilo Forellen.“
Jens Teegen

Christian Spreer

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