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Segeberg Der erste Plattdüütsch-Dag: Macher kommen aus Segeberg
Lokales Segeberg Der erste Plattdüütsch-Dag: Macher kommen aus Segeberg
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11:07 26.11.2013
Ernst Steenbuck (77) bleibt Vorsitzender des Heimatvereins. Umrahmt von seiner Frau Elke (r.) in der alten Sievershüttener Sonntagstracht und Irmtraut Falck in der Kaltenkirchener Tracht, freute er sich über die einstimmige Wiederwahl — und auf den Plattdüütsch-Dag 2014. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Ernst Steenbuck und der Heimatverein, das gehört zusammen wie Pütt und Pann. Seit 18 Jahren. Auch in den kommenden drei Jahren bleibt der 77-jährige Sievershüttener der Mann an der Spitze, wurde einstimmig und unter tosendem Beifall von knapp 100 Mitgliedern auf der jüngsten Jahresversammlung wiedergewählt.

Lokale Politprominenz von Bürgermeistern über die Landrätin bis hin zu Bundestagsabgeordneten aus der Region, sie alle bekennen sich zum Heimatverein Segeberg. Viele Chronisten, etliche ehrenamtliche Direktoren kleiner Dorfmuseen und Sammlungen sowie Menschen, die die niederdeutsche Sprache im kleinen Kreis lebendig halten, eint dieser Verein. Fast alle diese Kreise im Segebergischen habe er mitgegründet, spricht Steenbuck nicht ohne Stolz über eine der wichtigsten Säulen im Heimatverein, die Krinks. Und genau aus denen heraus ist nun ein „dickes Ding“ im Werden:

Schleswig-Holsteins erster Plattdüütsch-Dag.

Mit viel Energie und Herzblut hat sich Elke Deffert — die Steenbuck einst über eine Zeitungsannonce für den Plattdüütschen Krink Segeberg gewinnen konnte — zusammen mit Hans-Werner Rickert, Horst Seyfert, Walter Zelinski, Hans-Joachim Hampel und Diny Juds der Organisation angenommen. Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2014, soll es soweit sein.

Schon vor sieben Jahren habe es im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, in dem der Heimatverein Segeberg Mitglied ist, Überlegungen gegeben, einen solchen Tag auszurichten, so Deffert. Sie verliefen im Sande. Auch bei Segebergs Brauchtumspflegern blieb es stets beim „man müsste mal“.

Dann nahm sich die resolute 74-Jährige der Sache an, zerstreute schnell anfängliche Bedenken, dass „das sowieso nichts wird“ und holte zusammen mit ihren Mitstreitern mehr und mehr Leute ins Boot.

Langsam nimmt die Veranstaltung Fahrt auf. Anfang nächsten Jahres wolle man intensiv in die Vorbereitungen einsteigen, so Elke Deffert, die gerade erneut mit dem Organisationsteam zusammengesessen hat.

Das Datum steht und für die Mehrzweckhalle des Städtischen Gymnasiums als Austragungsort gab es von Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) bereits das Okay. „Mit allem Drum und Dran hat er sie uns angeboten“, zeigt sich die Bad Segebergerin ganz angetan davon, dass sie überall offene Türen einrenne. Vom Heimatbund gibt es Unterstützung bei den Werbeprospekten, ein Plakat ist in der Planung. Es soll eine Podiumsdiskussion und Ratespiele rund um die Sprache geben.

Zwar ist das Programm noch in Arbeit, aber Schleswig-Holsteins Kultband „Godewind“ ist bereits gebucht und auch die „Tüddelband“ wird mit ihrem Plattdeutsch-Pop dabei sein. Der Journalist Norbert Radzanowski will die Moderationen übernehmen und beim „Poetry Slam“, einem plattdeutschen Dichterwettstreit, dürfen die Besucher sich auf spannende, lustige und auf jeden Fall selbsterdachte Kurzgeschichten von den unterschiedlichsten Autoren einstellen.

„De Sprook hett den Dag verdeent, un wenn he so ward, wi unser Team sich dat denken deiht, dann ward dat ganz komod“, freut sich Elke Deffert jetzt schon darauf, mit vielen Menschen zusammen einen ganzen Tag lang nur Plattdeutsch zu sprechen und zu hören.

Jahrbuch mit spannenden Geschichten
Bis Autos auf einer künftigen A 20 an Wittenborn vorbeirauschen (wenn das überhaupt je geschieht), werden nach dem Einspruch der obersten Verwaltungsrichter von Leipzig noch Jahre vergehen. Im Vorgriff auf die geplante Autobahn aber haben Archäologen bereits interessante geologischen Geheimnisse entlang der Trasse bei Wittenborn entdeckt und gesichert.

Darüber ist im gerade erschienenen Heimatkundlichen Jahrbuch 2013 für den Kreis Segeberg zu lesen. Auf über 200 Seiten und in 29 Artikeln gibt es wieder Historisches und anderes Wissenswertes aus dem Kreis zu lesen. Zur Unterhaltung tragen plattdeutsche Geschichten und Döntjes von Segeberger Autoren bei.

Bei ihren Grabungen haben die Landesarchäologen gleich vier Siedlungsplätze entdeckt, darunter das erste komplette Dorf aus der Völkerwanderungszeit (4. bis 6. Jahrhundert nach Christus) in Schleswig-Holstein. Grabungsleiter Dr. Ingo Lütjens, der im Jahrbuch von seiner spannenden Arbeit berichtet, ist übrigens selbst Segeberger — er wohnt in Dreggers.

Niels Christian Dührsen erzählt, dass bei Kükels einst die „Oldenburg“ stand. Heimatbund-Chef Ernst Steenbuck berichtet über die einstige Burvogtstelle in seinem Heimatdorf Sievershütten. Ulrich Bärwald stellt die Sanierung des Sülfelder Kirchturms dar. Peter Zastrow hat sich gleich zweier Segeberger Jubiläen angenommen: 100 Jahre Kalkberghöhlen und 75 Jahre Nordmark-Feierstätte. Das heutige Kalkbergstadion wurde 1937 von Propagandaminister Goebbels eingeweiht, und die Folgen des zwei Jahre später begonnenen Krieges werden eindrucksvoll von Gertrud Köck (Hartenholm) dokumentiert:

Briefe aus dem Nachlass ihrer Mutter und ihrer Schwester erzählen von russischer Gefangenschaft und der Flucht aus Pommern. ark


Heimatkundliches Jahrbuch für den Kreis Segeberg 2013“; Herausgegeben vom Heimatverein des Kreises; 214 Seiten mit zahlreichen Fotos und Karten, broschiert; für 16 Euro in jeder Buchhandlung, Mitglieder des Vereins bekommen es kostenlos zugeschickt; ISBN 978-3-00-043626-0.

De plattdüütsche Sprook is een Stück Heimat
Leeve Lüüd,


„Wo lang dat de Sprook wohl noch gifft?“ De Froog hör ik ümmer wedder. De plattdüütsche Sprook is een Stück Heimat, un wi dörp nich tolooten, dat se eens Dags nich mehr dor is. Dat spökt mi ümmers in Kopp rüm, un so keem ik op de Idee, een Plattdüütschen Dag in Sebarg op de Been to stellen. Een Dag, wo de Plattdüütschen und alle, de sik der Sprook verbunnen föhlt, droppt. Neven een dulles Programm, dat för Kinner, junge Lüüd und Erwachsene utricht is, künn se snacken, klönen un alln‘s över de Sprook erfohrn, un wie un wo man se lehrn kann. Een groote Wunsch vun mi is, dat de nächsten Generatschonen för den Erholt vun uns so schöne Sprook sorgen dot. Een Idee is born, un sall sik över ganz Schleswig Holsteen verbreeden, un jii — de alle dissen Dag besöökt — dreegt dorto bi, dat de plattdüütsche Sprook een Stück Heimat blievt.

Ehr Elke Deffert

Silberne Ehrennadel
Für Elfriede Thierbach war der Tag der Jahresversammlung des Heimatvereins ein besonderes Datum. Sie bekam vom stellvertretenden Landesvorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHB) die silberne Ehrennadel für ihr Engagement bei der Organisation von Vereinsreisen. Geehrt wurden auch Norbert von Stein aus Bornhöved und Wittenborns Dorfchronist Jörg Reimann.

hil

Lothar Hermann Kullack Heike Hiltrop

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