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Segeberg Deutlich mehr jugendliche Rauschtrinker in Segeberg
Lokales Segeberg Deutlich mehr jugendliche Rauschtrinker in Segeberg
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12:15 25.01.2019
Die Zahl jugendlicher Rauschtrinker ist im Kreis Segeberg wieder angestiegen. Quelle: dpa
Bad Segeberg

Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre war offensichtlich nicht von Dauer: Nach den jetzt vorliegenden Zahlen für das Jahr 2017 wurden in Schleswig-Holstein wieder deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. Auch im Kreis Segeberg sind die Zahlen nach einer Erhebung der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) wieder angestiegen.

Das Rauschtrinken unter Minderjährigen bleibe nach Angaben der Krankenkasse weiter ein Problem. So mussten 2017 im Kreis Segeberg 68 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. Gegenüber 2016 sei die Zahl der Betroffenen im Kreis damit um 23,6 Prozent (13 Personen) angestiegen. Damit fällt die Zunahme wesentlich höher aus als im Land insgesamt: laut Statistikamt wurden in Schleswig-Holstein 681 Kinder und Jugendliche nach Alkoholmissbrauch in einer Klinik behandelt – das sind 20 (drei Prozent) mehr als 2016.

„Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, Alkohol gehört zum Feiern und Spaß haben dazu“, sagt Nils Junker von der DAK-Gesundheit in Lübeck. „Alkohol wirkt auf junge Menschen schneller, stärker und länger als auf Erwachsene. Deshalb ist das Komasaufen bei Jugendlichen eine gefährliche Tatsache.“ Ein wichtiges Gesundheitsthema wie dieses müsse deshalb noch stärker in den Schulalltag einfließen, fordert Junker. Besondere Sorge bereite den Experten der Alkoholmissbrauch bei den jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der Zehn- bis 15-Jährigen mussten in der Region 16 Kinder in einer Klinik behandelt werden.

Zur Aufklärung setzt die Krankenkasse auch in diesem Jahr die Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ im Kreis Segeberg fort. Zum zehnten Mal werden beim bundesweiten Wettbewerb Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln. Auch die Segeberger Schulen wurden angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. An der mehrfach ausgezeichneten Präventionskampagne gegen Alkoholmissbrauch nahmen seit dem Jahr 2010 mehr als 95 000 junge Künstler teil.

Bei den Erwachsenen ist das Alkoholproblem aber noch ungleich schlimmer: Landesweit wurden nach Zahlen des Statistikamtes 11 784 Patienten wegen psychischer Erkrankungen bedingt durch Alkohol stationär behandelt, 30 Prozent von ihnen mit einer akuten Alkoholvergiftung. Das waren ein Prozent weniger als noch im Vorjahr. Mit 73 Prozent stellten Männer dabei die große Mehrheit der Behandelten.

Im Kreis Segeberg gab es dagegen eine Steigerung: 751 Alkohol-Patienten wurden 2017 behandelt, 2016 waren es noch 677. 450 Mal wurde ein Abhängigkeitssyndrom, 193 Mal eine akute Alkoholvergiftung und in 53 Fällen Entzugssymptome behandelt. Die größte Einzelgruppe stellten mit 353 Personen die 40- bis 59-Jährigen.

Oliver Vogt

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