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Segeberg Schönste Stämme des Landes in Daldorf versteigert
Lokales Segeberg Schönste Stämme des Landes in Daldorf versteigert
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15:18 26.02.2019
Manfred Quer von der Holzagentur und Harald Nasse (v.) von den Landesforsten zeigen den teuersten Stamm der Versteigerung in Daldorf. Die Eiche stand in der Gutsverwaltung Rohlstorf. Quelle: Irene Burow
Daldorf

 Darf es eine schöne neue Platte für den Esstisch sein? Rustikal sieht sie aus. Platz ist bestimmt für zehn Leute. Und sie kommt frisch aus dem Wald.

Erstmals darf die Öffentlichkeit mitbieten – nachdem Vertreter von Möbelsägewerken, Furnierbetrieben und Fußbodenherstellern in den vergangenen Tagen ihre Gebote auf den Lagerplätzen in Daldorf und Lanken (Kreis Herzogtum Lauenburg) abgegeben haben. Die schönsten Baumstämme des Landes sind damit für 1,8 Millionen Euro unter dem Hammer. Fast. Neun riesige Tischplatten sind noch zu haben.

Bäume aus Schleswig-Holstein lagern in Daldorf

„Das haben wir noch nie gemacht“, sagt Dr. Manfred Quer, Geschäftsführer der Schleswig-Holsteinischen Holzagentur für private und kommunale Waldbesitzer. „Wir wollen die Platten ins Internet stellen. Mal sehen, was passiert.“ Er findet, sie sehen klasse aus. Die Maserung ist durchwachsen mit Ästen. Die Rinde ist noch dran. „Normal kann jeder“, sagt er. „Viele Leute haben zu Hause den Platz dafür.“

Spende für die Tafel

Die neun Exemplare sind das Ergebnis vom Schausägen vor Ort. „Die Erlöse von zwei Platten wollen wir an die Segeberger Tafel spenden“, sagt Quer. Vom Rest wird das Schausägen finanziert. Mehrere Hundert Euro ist eine Platte ungefähr wert. Mit etwas Glück kommen rund 1000 Euro für die Tafel zusammen.

Die Holzfachleute erhoffen sich mit dem Nachverkauf einen Sprung hin zu den Normalbürgern, weg von den eigenen Reihen. „Wir alle wissen, wie das hier läuft. Wir Bauern, Holzfachwirte kennen uns untereinander“, sagt Quer. Man wolle sich nach außen öffnen. Und mehr aufklären. Denn Kritiker gebe es immer wieder. „Wir sind nicht die Waldmörder, wie manch einer uns hinstellt“, sagt er. „Die Milch steht auch nicht einfach im Regal. Küchenzeilen und viele andere Möbelstücke haben genauso ihren Ursprung. Bei uns ist das der Wald.“

Nicht irgendwelche Stämme lagern in Daldorf. Es sind die schönsten Schleswig-Holsteins, ausgesucht von Forstwirten und Waldbesitzern. Einmal im Jahr kommen sie unter den Hammer. Drei Wochen lang flanieren Interessenten dann durch die „liegenden Alleen“, um danach ihr Gebot abzugeben.

Über 200 Jahre alte Eichen

Zur „Miss Baumstamm“ wurde eine Eiche aus der Gutsverwaltung Rohlstorf gekürt. Sie kam auf ein Höchstgebot von 1339 Euro pro Festmeter. Der Stamm bringt 4,8 Festmeter und wird nun in Unterfranken zu Furnieren verarbeitet. Er wird auf etwa 220 bis 250 Jahre geschätzt. „Da sind Generationen am Werk, um so einen Stamm herauszupflegen“, sagt Bartholomäus-Hagen Kufner von den Landesforsten. Eine Menge Förstererfahrung sei nötig, die Marktlage müsse passen, um so einen Baumriesen zum richtigen Zeitpunkt zu fällen.

Die Auktion in Zahlen

Seit 47 Jahren werden diese Auktionen jährlich durchgeführt. 4300 Festmeter wurden diesmal verkauft: 42 private Anbieter lieferten 2251 Festmeter, die Landesforsten 911 auf den Lagerplatz Daldorf. In Lanken lagen rund 1227 Festmeter von den Kreisforsten des Herzogtums Lauenburg und dem Stadtwald Lübeck. 14 Holzarten wurden verkauft. 24 Bieter aus ganz Deutschland sowie aus Dänemark und den Niederlanden haben sich beteiligt.

Das wertvolle Laubholz geht vor allem an Furnierhersteller und Sägewerke, die hochwertiges Schneideholz, zum Beispiel für die Möbelproduktion, herstellen. Eichen und Eschen werden zum Teil auch für Fußbodendielen oder wertvolle Schlossdielen verwendet. Ein Teil der Eschen wurde an Stielproduzenten verkauft.

Der teuerste Stamm kommt ebenfalls aus Rohlstorf: Der zehn Meter lange, über 200 Jahre alte Eichenstamm liefert sechs Festmeter zum Preis von insgesamt 7700 Euro. Das hat nur noch eine Eiche im Lager Lanken getoppt. Ihr Stamm liefert 6,8 Festmeter zum Preis von insgesamt mehr als 13 000 Euro.

Auch Besonderheiten sind gefragt

Weitere Besonderheiten waren eine Buche mit einer besonders üppigen „Maserknolle“. Sie stand im Wald des Klosters Preetz. Dabei handelt es sich um eine Wuchsanomalie. Das Holz wird trotzdem verwendet. Zum Beispiel für Spezialfurniere oder Produkte, bei denen individuelles Holz erwünscht ist. Die Innenausstattung von Autos etwa oder Messergriffe. Zudem wurden seltene Eibenstämme angeboten.

Die meisten Auktions-Bäume sind Eichen. Ihr Durchschnittspreis war bei diesem Verkauf der höchste seit Beginn der Statistik. Die Eschen brachten nur ein mittleres Ergebnis. Zudem wurde von privaten Waldbesitzern Roteiche, Bergahorn, Spitzahorn, Kirsche, Roterle, Ulme und Hainbuche verkauft.

Irene Burow

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