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Segeberg Digitale Offensive im BBZ hat längst begonnen
Lokales Segeberg Digitale Offensive im BBZ hat längst begonnen
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19:57 31.01.2019
Laptops als Teil des Unterrichts: Moderner Unterricht im Bad Segeberger Berufsbildungszentrums. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Die Kreidetafel ist hier zwar noch nicht ganz verschwunden, steht aber längst am Rande des Klassenraums - wie ein olles Museumsstück. Während in Berlin dieser Tage noch heftig über die geplanten fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen gestritten wird, hat man im Bad Segeberger Berufsbildungszentrum (BBZ) längst Fakten geschaffen. Es gibt Laptop- und Tablet-Klassen. 90 Prozent der Klassenräume sind bereits komplett ausgestattet mit interaktiven Boards, Dokumentenkameras und Beamer. Zusammen mit Landrat Jan Peter Schröder zeigte Schulleiter Heinz Sandbrink den Stand der Technik in der Schule.

„Die digitale Offensive hat bei uns bereits 2016 begonnen. Damals haben wir uns entschieden, interaktive Boards zu installieren – samt Beamer und Dokumentenkameras“, erklärt Sandbrink. Insgesamt habe der Kreis Segeberg als Träger der Schule 600 000 Euro in die digitale Ausstattung investiert, erläutert Landrat Schröder. Auch wenn es immer noch Lehrer gebe, die gerne mit den alten Overhead-Projektoren und Folien arbeiten, seien die Dokumentenkameras nicht mehr wegzudenken. Sie seien leicht und intuitiv zu bedienen, meint Projektkoordinator und Lehrer Dominik Keller. Zusätzlich seien Schüler mit I-Pads ausgestattet. Ob Schüler mit digitaler Technik besser englisch lernen, sei unklar, sie seien aber auf jeden Fall „motivierter bei der Sache“, ist seine Erfahrung.

Digitale Klasse: Landrat Jan Peter Schröder (l.) und Schulleiter Heinz Sandbrink spielen per Handy mit. Quelle: Glombik

Die Schüler mussten ihre Tablets übrigens selbst bezahlen. Damit habe es auch keine Probleme gegeben – auch wenn es sich mit 500 Euro, inklusive Zubehör, um einen „Batzen Geld“ handele. Ein Fördertopf für Eltern, die es nicht so dicke haben, musste gar nicht in Anspruch genommen werden. Keller resümiert: „Wenn Schüler eigene Geräte haben, gehen sie damit auch besser um.“ Sie können damit zu Hause Netflix schauen oder spielen. Doch in der Schule unterliegen die Tablets während der Unterrichtszeit übrigens einer App namens „Classroom“. Lehrer haben so die Kontrolle über die Apps auf den Schüler-Geräten. Die Lerngruppe ist so praktisch gleichgeschaltet, ohne abgelenkt zu werden; so konzentrieren sich die Schüler aufs Lernen. Der Lehrer kontrolliert von seinem Platz aus. Schüler bekommen aber per „blauem Balken“ mit, wenn der Lehrer bei ihnen mal „reinschaut“.

„Gegenwind“ gegen das moderne Klassenzimmer seitens der Lehrerschaft gebe es übrigens nicht, so Keller. Kompetente Fortbildungen würden angeboten. Und die Schüler? Für Sandbrink ist es mit der digitalen Kompetenz bei Schüler oft nicht weit her. Viele könnten zwar „auf ihrem Smartphone wischen, haben aber noch nie mit Word oder Excel gearbeitet“.

Anders in dem Pilotprojekt „Laptop-Klasse“ am BBZ: Die Schüler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren arbeiten hier seit einem halben Jahr ohne Kreide. Lehrer Marco D’Onofrio unterrichtet die angehenden kaufmännischen Assistenten digital über das Personalwesen in Betrieben. Wie funktioniert ein Assessment-Center? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Die Schüler schreiben in ihr Laptop, der Lehrer vorne sammelt, „clustert“ über sein Gerät die Schüler-Ergebnisse aufs Board.

Dann müssen Landrat und Schulleiter mit ihren Handys in einem vernetzten Spiel Quizfragen in Konkurrenz mit den Schülern beantworten. Ein Beispiel: Wie lange surfen Schüler für die Schule im Internet? Ab welchem Alter darf der Messengerdienst „Whatsapp“ genutzt werden? Die Jugendlichen sind bei der Beantwortung schneller. Immerhin: Landrat Schröder schafft einen dritten Platz. Trotz der schönen, neuen digitalen Welt ist aber allen Lehrern wichtig: Inhalt und Didaktik stehen vor der Technik. Und Klassenlehrer der Laptop-Klasse, Hendrik Meyer, stellt klar, dass es auch weiter darum gehen müsse, die direkte Kommunikation im Unterricht zu fördern. Sein Schulleiter bekräftigt: „Wir setzen nicht blind auf Digitalisierung.“

Wolfgang Glombik

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