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Segeberg Die „heulenden Wölfe“ singen heute ganz melodisch
Lokales Segeberg Die „heulenden Wölfe“ singen heute ganz melodisch
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22:10 13.06.2014
Altengörs

Ein fröhliches „Horrido“ hallt Sabine Wiggers entgegen. Sie ist die Leiterin des Jägerchores „Canon Lupus“, der sich einmal im Monat im Gasthaus Gosch in Altengörs trifft und probt. Dort wurde der Chor im Februar 2003 auch gegründet. „Wir haben nach der Jagd viel gesungen, allerdings laut und nicht melodisch“ sagt Gründungsmitglied Burkhard Bürger (63) aus Bühnsdorf.

Um das Singen zu verfeinern, hätten sie einen Jägerchor gegründet. „Außerdem haben wir auf einer Hegeringversammlung festgestellt, dass ein Großteil der alten, textsicheren Jäger nicht mehr lebte“, erklärt Mitbegründer Thomas Rottgardt (53) aus Altengörs. Die Jüngeren hätten Probleme mit den Texten gehabt, das hätten sie ändern wollen. „Wir haben dann Sabine gefragt. Sie war zwar skeptisch, doch sie hat einen Versuch mit uns gewagt.“ Zu sechst hätten sie sich das erste Mal bei Musiklehrerin Sabine Wiggers im Wohnzimmer in Neuengörs getroffen. Schnell hätten sich weitere sangesfreudige Jäger gefunden, so dass der Chor gegründet wurde. Ein griffiger und origineller Name sollte es sein. Da die ersten Versuche noch wie Wolfsgeheul klangen, einigten sich die Herren auf „Canon Lupus“.

Das sei zwar kein reines Latein, würde aber als „heulende Wölfe“ von den Namensgebern interpretiert, erläutert Hans-Jürgen Hamann (56) aus Bühnsdorf, ein weiteres Gründungsmitglied.

Mit Lockerungsübungen für Gesichts- und Mundmuskulatur beginnt die Probe. „Mima, mima, mima“ und „tsch-tsch-tsch“ sind zu hören. Dann geht es mit „no, no, no“ und „du, da, du“ Tonleitern hinauf und hinunter, gefolgt von einigen Liedern. Unter anderem „Ich bin ein freier Wildbretschütz“, das Lied des Hegeringes V, zu dem ein Großteil der Sänger gehört. Beliebt ist auch „Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen“ aus dem „Freischütz“. Überwiegend Jagdlieder gehören zum Repertoire von „Canon Lupus“. Doch auch „Der kleine grüne Kaktus“ wird gesungen, allerdings auf plattdeutsch. Zu hören ist der Chor selten, nur bei hohen Geburtstagen und Ehejubiläen von Jägern treten sie auf. „Wir sind alle berufstätig, da sind zusätzliche Termine schwierig“, sagt Rottgardt. Doch bei der Eröffnung des Schießstandes in Hartenholm sowie des Naturlehrpfades in Bad Oldesloe waren die Jäger musikalisch dabei. Stolz sind sie auch auf das Benefizkonzert, das sie für einen Elbfischer nach dem Hochwasser im Herbst 2013 organisiert hatten.

Doch nicht nur Singen gehört zur Chorprobe, auch das gesellige Beisammensein ist für die Herren wichtig. Der Austausch von Privatem und Jagdlichem steht dabei im Mittelpunkt. Weil dabei alle Sänger um die Tischfläche herum sitzen sollen, ist mit 19 Sängern die Obergrenze des Chores erreicht. „Ich singe aus Spaß an der Freude“, sagt Thomas Rottgardt, und sein Bruder Andreas (48), von seinen Sangeskollegen „Shorty“ genannt, fügt hinzu, dass die Gruppe und die Chorleiterin so nett seien. „Da halte ich mir den letzten Dienstag im Monat frei.“ Das tut auch Dieter Bohn aus Wakendorf I. „Ich wollte mal vernünftig singen, vor allem deutsche Jägerlieder“, sagt der 58-Jährige, der sich als Traditionalist sieht. Die Traditionspflege steht auch für Uwe Erfurth (61) aus Hartenholm im Vordergrund. Der Spaß und die nette Runde sind es für Christian Röhr (61) aus Reinfeld. „Es ist ein unkompliziertes Zusammensein und hilft, wenn ich mal down bin.“

Silvie Domann

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