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Segeberg Diese Segeberger und Stormarner wollen mit „Paul“ in Uganda helfen
Lokales Segeberg Diese Segeberger und Stormarner wollen mit „Paul“ in Uganda helfen
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12:51 29.12.2018
Reinhard Gertz, Reinhard Berle und Iris und Hartmut Weidtmann (v. li.) hatten viel zu tun, denn die Ladung eines Lkw musste ebenfalls in den Container verfrachtet werden. Quelle: Petra Dreu
Hamdorf

„Paul“ heißt das Zauberwort, mit dem die fleißigen Helfer der Hilfsorganisation „Tabitha Global Care Germany“ den Bewohnern einer kleinen Siedlung in Uganda ermöglichen möchten, aus Regenwasser keimfreies Trinkwasser zu machen. Dafür hat der pensionierte Oldesloer Verfahrenstechnikers Gerd Peukert eine Anlage konstruiert, die vor Kurzem auf dem Hof von Iris und Hartmut Weidtmann in Hamdorf in einen Überseecontainer verstaut wurde. Im März wollen die ehrenamtlichen Helfer dem Container folgen und die Anlage in der kleinen Siedlung Kawolokota aufbauen.

„Paul“ soll Wasser nutzbar machen

Zwar regnet es in Uganda oft, aber durch die dortigen Temperaturen vermehren sich Keime so schnell, dass das aufgefangene Regenwasser schon nach kurzer Zeit nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Dank „Paul“, die Abkürzung für “Portable Aqua Unit for Lifesaving“, soll genau das möglich sein. Entwickelt wurde die tragbare Wasseraufbereitungsanlage im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt an der Universität Kassel. Erstmals eingesetzt wurde „Paul“ 2010 nach dem Erdbeben auf Haiti. Zu ihrem 25. Geburtstag spendete die Stiftung 25 der kostbaren Anlagen an verschiedene Organisationen. Reinhard Berle, der einst als Pastor in der Segeberger „Gemeinde Gottes“ gearbeitet hat, bekam ebenfalls einen „Paul“ für das von ihm gegründete Hilfswerk „Tabitha“.

Ein bis zwei Mal im Jahr reist Reinhard Berle seit 1983 nach Uganda. Von seinen vielen Besuchen weiß er, wie die Lebensumstände in Kawolokota sind und was am dringendsten benötigt wird, um den Menschen dort ein eigenständiges und vor allem würdevolles Leben zu ermöglichen. Polio ist in Uganda weit verbreitet, Hilfe aber bekommen die Betroffenen nicht. „Sie kriechen auf dem Boden und werden dort als ,Hunde’ bezeichnet“, berichtet Berle. Gerührt hat ihn die Reaktion eines Mannes, dem er bei einem seiner vielen Besuche einen Rollstuhl mitgebracht hat. „Er sagte, damit habe er seine Würde wiederbekommen. Er müsse nicht mehr auf dem Boden kriechen, um sich fortzubewegen. Keiner dürfe ihn mehr einen ,Hund’ nennen.“

Freiwillige Helfer fliegen 2019 auf eigene Rechnung nach Uganda

Einen voll beladenen Lkw hatte Reinhard Berle mit nach Hamdorf gebracht, dessen Inhalt wird nun zusammen mit der Wasseraufbereitungsanlage auf die Reise nach Uganda geschickt. Verladen wurden unter anderem ein gebrauchter und zehn neue Rollstühle, die ein Unternehmen der Hilfsorganisation gespendet hat. Der große Überseecontainer wird in Kawolokota bleiben. „Einen 40-Fuß-Container haben wir bei einem unserer Besuche ebenfalls dort gelassen und zu einem Nähzentrum umgebaut. Darin können hauptsächlich Frauen ihren Lebensunterhalt verdienen“, erzählt Berle, der für das Nähzentrum für Nachschub gesorgt hat. 18 manuelle Nähmaschinen, die mit Pedalkraft angetrieben werden, hat die Hilfsorganisation dafür aufgetrieben und in einem Recyclingcenter aufbereiten lassen.

Aufgebaut werden sie wie die Wasseraufbereitungsanlage von freiwilligen Helfern, die zusammen mit Iris Weidtmann im März 2019 auf eigene Rechnung nach Uganda fliegen. Unter den Helfern sind mit dem ehemaligen Chef des Wege-Zweckverbandes Jens Kretschmer und seinem Schwiegervater Gerhard Brors, der über viele Jahre Bürgermeister von Oering war, zwei neue Gesichter. Wer die Hilfsorganisation ebenfalls unterstützen möchte, erhält nähere Infos unter www.tabithaglobalcare.com.

Petra Dreu

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