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Segeberg Dunkle Wolken über dem Reinsbeker Dorfhaus
Lokales Segeberg Dunkle Wolken über dem Reinsbeker Dorfhaus
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18:05 11.04.2019
Beim ersten„ReinsbekSounds“-Konzert mit Florian Künstler und Stephan Rehbein war das Publikum begeistert. Die Stimmung der Vogelschießer jedoch war bereits getrübt. Ihnen war die Nutzung der Stühle der Dorfkultur- und Freizeitstätte Reinsbek verweigert worden. Quelle: Petra Dreu
Pronstorf

Lange hatten die Reinsbeker zusammen mit der Gemeindevertretung um ein Dorfgemeinschaftshaus gekämpft. Im vergangenen Jahr konnte es eingeweiht werden und vor allem der Vogelschießerverein ging mit Elan ans Werk, das Haus mit Leben zu füllen. Inzwischen jedoch trüben dunkle Wolken über der Dorfkultur- und Freizeitstätte die Stimmung der Vogelschießer. Am Mittwoch baten sie die Gemeindevertretung um klärende Gespräche.

Über Jahrzehnte waren ein Unterstand und ein Container alles, was den Reinsbekern für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung stand. Seit mehr als 25 Jahren ist dabei der Vogelschießerverein Motor des dörflichen Lebens. Vorgaben von der Gemeinde gab es nicht. Getrieben wurden die Vereinsmitglieder von den eigenen Ambitionen, das Dorf einzubeziehen, die Gemeinschaft zu fördern und das Leben im ländlichen Raum attraktiver zu machen.

Nur noch drei Veranstaltungen auf eigene Rechnung erlaubt

Das jedoch änderte sich mit der Fertigstellung der Dorfkultur- und Freizeitstätte, für das die Gemeinde eine Betreiberin gefunden hat, die bei Veranstaltungen für den Getränkeverkauf zuständig ist und von der Gemeinde mit einem Stundenlohn bezahlt wurde. Außerdem wurde ein aus fünf Personen bestehender Förderkreis eingesetzt, dem zwei Gemeindevertreter, ein weiterer Bürger, ein Senior und eine junge Mutter angehören. Sie sollen zusammen alle Belange rund um das Haus regeln. Der Übergang von Regeln hin zu Reglementierung ist jedoch oft fließend, wie der Vogelschießerverein jetzt feststellen musste. Auf der Jahreshauptversammlung wurde dem Verein, der für 2019 mehr als 30 kostenlose Veranstaltungen vorgesehen hat, mitgeteilt, dass nur noch drei Veranstaltungen auf eigene Rechnung erlaubt seien.

Während der Sitzung der Pronstorfer Gemeindevertretung im Eilsdorfer Sprüttenhus ergriff Oliver Schwarz das Wort. Vor 3,5 Jahren seien er und seine Frau Caroline nach Reinsbek gezogen. Beide würden sich im Vogelschießerverein engagieren, der genau das verkörpere, was ihnen wichtig sei. „In diesem Zusammenhang war ich auch Feuer und Flamme für die Idee, eine Musikveranstaltungsreihe ins Leben zu rufen. Seitdem verspüre ich ausschließlich Gegenwind dem Vogelschießerverein und im Speziellen unseren Musikveranstaltungen gegenüber“, sagte er in der Einwohnerfragezeit und konkretisierte seine Empfindungen.

Nutzungsrecht für Stühle entzogen

„Bei der ersten Konzertveranstaltung wurde uns am Tag des Aufbaus das vorher zugesagte Nutzungsrecht an den Stühlen wieder entzogen. In einer Eilaktion haben wir im ganzen Dorf Stühle und Bänke für rund 100 Personen gesammelt“, berichtete Oliver Schwarz. Beim zweiten Konzert hätten mehrere Gäste über eine unbehagliche Stimmung geklagt, die gewünschte Herzlichkeit, mit der man Gästen begegnen sollte, habe gefehlt.

Die ursprünglich zugesagten Hausnutzungsrechte seien sukzessive eingeschränkt und zurückgenommen worden. „Der Förderkreis behält sich bei jeder Veranstaltung ein Mitbestimmungsrecht vor, was die Organisation von Veranstaltungen mitunter schwierig gestaltet, wie das Beispiel der Stühle zeigt“, sagte Schwarz. Seine Vereinskollegin Silvia Ohm bedauerte zudem, dass über den Vogelschießerverein, nicht aber mit ihm geredet werde. Termine für gemeinsame Gespräche seien immer wieder abgesagt worden.

Nachdem die Gemeindevertreter im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ein weiteres Mal über den Vogelschießerverein geredet haben, soll nun abermals ein Termin für ein gemeinsames Gespräch gefunden werden. Auf Anregung des Gemeindevertreters Peter Krug (SPD) sollen daran die Gemeindevertreter, der Förderkreis und Vertreter des Vogelschießervereins teilnehmen.

Petra Dreu

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