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Segeberg Arbeit der Parteijugend ist kurzlebig – dafür mutiger
Lokales Segeberg Arbeit der Parteijugend ist kurzlebig – dafür mutiger
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09:16 19.01.2019
SPD, FDP, CDU und Grüne berichten über ihren Parteien-Nachwuchs im Kreis Segeberg. Quelle: Collage/Burow
Segeberg

Im Schnitt beträgt das Alter von Segebergs Kreistagsabgeordneten 56 Jahre. Das teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Das Organ, dessen Entscheidungen mehr als 270000 Menschen im Kreis betreffen, ist damit alles andere als jugendlich. Das allein zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen mit Projekten wie Jugend im Kreistag für Politik zu begeistern. Etablierte Parteien haben es teilweise schwer, junge Politiker dauerhaft zu binden. Dafür sind sie mutiger. Ein Blick in die Nachwuchsarbeit:

FDP: „Viele Bereiche der Politik sind heute überaltert“

„Ich wünsche mir deutlich mehr Beteiligung junger Menschen auf Orts- und Kreisebene. Schließlich geht es um ihre Zukunft!“, sagt Stephan Holowaty, FDP-Kreisvorsitzender. Es sei wichtig, dass junge Menschen Politik erleben können. „Daher habe ich zum Beispiel im November zwei Schülerinnen für eine Informationsreise zur EU nach Brüssel nominiert. Gleichzeitig erkennen wir auch: viele Menschen, auch junge, engagieren sich heute oft nur an bestimmten Punkten, die ihnen persönlich kurzfristig wichtig sind“, so Holowaty. Es sei schwer, sie für eine dauerhafte Mitarbeit in der kommunalen Selbstverwaltung zu begeistern. „Dies liegt sicher zum Teil an steigenden Alltagsbelastungen.“ Doch: „Wir wünschen uns mehr Engagement von jungen Menschen. Viele Bereiche der Politik sind heute überaltert.“ Nach seiner Ansicht liegen die Freien Demokraten im Kreis mit jungen Menschen weit vorn: Mit Miriam Raad (28) aus Norderstedt (Kreistagsabgeordnete), Dennys Bornhöft (32, Landtagsabgeordneter und FDP-Direktkandidat im Wahlkreis Segeberg-Ost) sowie Helmer Krane (28) aus Bad Bramstedt (Schleswig-holsteinischer Spitzenkandidat für die Europawahl) werde auf junges Engagement gesetzt. Wie Holowaty betont, habe nicht zuletzt die FDP im Kreis Segeberg dafür gesorgt, dass das Projekt Jugend im Kreistag weitergeführt wird.

SPD: „Nachwuchs inspiriert“

„Im ländlichen Bereich ist es etwas schwieriger Nachwuchs zu gewinnen, als in größeren Gemeinden“, sagt Katrin Fedrowitz, seit September Vorsitzende der Kreis-SPD. „Aus diesem Grund entstehen teilweise gemeinsame Jugendgruppen. So wird bei uns zum Beispiel in Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg die Kraft gebündelt.“ In der SPD würden die Jungsozialisten (Jusos) schnell in die Tagespolitik eingebunden. So seien die Ortsvorsitzenden in Bad Segeberg und Henstedt-Ulzburg zum Beispiel Jusos. „Über die Gemeindevertretung finden sie den Einstieg und später den Weg in den Kreistag. In der Kreistagsfraktion der SPD ist immerhin ein Fünftel unter 45 Jahre – eine deutliche Verbesserung zu den Jahren davor.“ In der Kreispartei sei man zufrieden. „Besser kann es natürlich immer sein. Jüngere bereichern die Politik. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass jüngere erst am Anfang des Berufslebens stehen. Sie haben weniger Zeit, auch für die Wege nach Bad Segeberg. Die Mischung macht es: Ältere haben die Zeit, etwas jüngere stehen voll im Berufsleben und der Nachwuchs inspiriert für die Zukunft.“

CDU: „Es rücken mehr junge Leute nach“

Jasmin Krause, Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU), sieht die CDU mit jungen Leuten auf einem guten Weg. Die Junge Union habe zuletzt zwei direkte Kreistagsabgeordnete und weitere bürgerliche Mitglieder in den Kreistag entsandt. Auch in vielen Stadt- und Gemeindevertretungen ist die Partei mit mehr jungen Menschen vertreten, beispielsweise in Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt und Norderstedt. „Es rücken immer mehr junge Leute nach“, sagt Uwe Voss, Sprecher der Kreis-CDU. Aktuell werde die JU Segeberg Land durch den Stadtvertreter Tristan Jadzewski wiederbelebt. Mit Jasmin Krause, Marvin Kirchner, Hans-Christian Westphal und dem JU-Ehrenvorsitzenden Ole-Christopher Plambeck seien im Dezember gleich vier JU-Mitglieder in den Kreisvorstand gewählt worden. Die Segeberger Junge Union war jüngst auf der zweitägigen Winter Academy auf Landesebene stark vertreten, sagt er. Jasmin Krause leitete den Europaworkshop. Voss fördert den Politiknachwuchs in der Projektgruppe „Vom Perspektiv- zum Kompetenzteam“ beispielsweise durch Frühstücksseminare.

Grüne: „Junge Leute trauen sich mehr“

Die Grünen sind sehr positiv gestimmt, was den Nachwuchs betrifft“, sagt Ulrike Täck, Sprecherin des Kreisvorstandes. „Die, die sich engagieren, machen tolle Sachen und Aktionen. Sie trauen sich mehr und das belebt die Politik ungemein.“ Fairerweise müsse man aber immer beachten, dass junge Leute sich in anderen Lebensphasen befinden, als der durchschnittliche Kommunalpolitiker. „Sie sind zum Beispiel viel mit Prüfungsvorbereitungen beschäftigt“, sagt Täck. „Die Verweildauer in der Politik entspricht ihrer Situation: Das macht eine kontinuierliche Arbeit schwierig.“ Die Grüne Jugend möchte daher künftig nicht nur in den Gymnasien ansetzen sondern auch in den Berufsschulen, um Gleichgesinnte zu motivieren.

Irene Burow

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