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Segeberg Durchwachsenes Storchenjahr: Viele leere Nester im Kreis
Lokales Segeberg Durchwachsenes Storchenjahr: Viele leere Nester im Kreis
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22:47 14.08.2018
Segebergs wildlebende Störche haben es nicht leicht. Nur Dreiviertel der Brut hat es 2018 geschafft. Quelle: Felix Kästle/dpa
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Bad Segeberg

„Manche Paare haben gar nicht erst mit der Brut angefangen“, bedauert der 66-Jährige, der sich unermüdlich für Meister Adebar einsetzt. „Sie haben gemerkt, dass ihnen für die erste Phase der Aufzucht die Basis fehlt. Die Regenwürmer. Es war einfach zu trocken und zu heiß.“

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Nicht alle Störche brachten es 2018 zu Nachwuchs. Quelle: Foto: Pohlmann(hfr)

Bereits mehrere Jahre in Folge fällt der Bericht der Arbeitsgruppe Storchenschutz im Naturschutzbund (Nabu) nicht sonderlich erfolgreich aus: Neben den Vögeln, die sich gar nicht erst fortgepflanzt haben, kommen die Storchenpaare wie in Bimöhlen, die zwar Eier gelegt, aber die Brut abgebrochen haben. Bei Bark wurde ein toter Altstorch unter seinem Horst gefunden. Die Brut wurde aufgegeben. Bei Geschendorf wurden zwei Jungstörche Opfer der Hitze. Bei Struvenhütten-Deich wurde – nachdem im vergangenen Jahr Jungvögel zu Tode gekommen waren – dieses Jahr zugefüttert, damit der Nachwuchs durchkommt.

So blieben die Horste bei elf von insgesamt 35 wildlebenden Storchenpaaren im Kreis Segeberg leer. „Es gibt viele Beispiele durch die negativen Auswirkungen des Wetters. Die Störche sind Opfer des Klimawandels geworden“, fasst Möckelmann zusammen. Zwar sei der Negativrekord von über 40 Prozent der Jungstörche, die es 2017 nicht geschafft haben, in diesem Jahr unterboten worden. Mit über 25 Prozent Verlust (16 Jungvögel) fällt aber auch die Bilanz 2018 durchwachsen aus. Laut Nabu sind insgesamt 63 Jungstörche im Kreis Segeberg geschlüpft (2017 waren es 80). 47 von ihnen sind flügge geworden.

Möckelmann: „Zusammenfassend ergibt sich ein Brutergebnis von 1,34 Jungstörchen pro Brutpaar, was nicht befriedigend ist. Zur Aufrechterhaltung der Population sollte der Bruterfolg im Durchschnitt bei zwei liegen.“ Dieses Ergebnis habe es letztmalig 2015 im Kreis Segeberg mit 34 Brutpaaren und 74 flügge gewordenen Jungstörchen gegeben.

„Wie im Vorjahr haben die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg und die Familie Schön in Hitzhusen die Reinigung einiger Storchenhorste übernommen“, freut sich Holger Möckelmann über die Unterstützung der Storchenarbeit. Und trotz aller ernüchternden Fakten gibt es auch gute Nachrichten: So schaffte es ein Storch bei Nützen seine Brut erfolgreich großzuziehen, obwohl er seinen Partner verloren hatte. Der wurde mit gebrochenen Beinen an der A 7 gefunden. Auch in Tensfeld glückte die Versorgung der Jungstörche, obwohl eines der Bruttiere verletzt war.

Die Population der Brutpaare im Kreis hat sich zum Vorjahr nicht verändert. Das liegt auch daran, dass dort, wo die Brut aufgegeben worden war, die Horste durch neue Storchenpaare besiedelt wurden.

Neu auch dort, wo Altvögel starben. Neuansiedlungen gab es dieses Jahr in Bimöhlen-Mühlenkamp, Hartenholm, Hasenmoor, Nützen/ Kampen, Seth-Friesenhof und Traventhal. Dank der Aufmerksamkeit von Storchenbetreuern in Kayhude und Wakendorf II konnte zudem verhindert werden, dass Nilgänse den Störchen die Horste streitig machen konnten.

Nicht einbezogen in den Bericht sind das Storchendorf Hitzhusen mit vier Jungen und der Wildpark Eekholt, in dem 30 fütterungsabhängige Storchenpaare 55 Jungstörche großgezogen haben.

Von Heike Hiltrop