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Segeberg So punktet Bad Segebergs Innenstadt im Weihnachtsgeschäft
Lokales Segeberg So punktet Bad Segebergs Innenstadt im Weihnachtsgeschäft
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16:29 07.12.2019
Bad Segebergs Innenstadt ist adventlich geschmückt und hat einige Überraschungen auf Lager. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Das Kinderkarussell dreht sich mit ein paar kleinen Mitreisenden. An der Adventshütte der Familie Belli treffen sich Stadtbummler und Kollegenkreise zum Punsch. Weihnachtsbeleuchtung und geschmückte Tannenbäume ergeben ein hyggeliges Innenstadtbild. Irgendwo dudelt Weihnachtsmusik und mischt sich mit dem Akkordeonspiel von Istvan, der lächelnd in seiner Hütte sitzt und zum gefühlt 1000. Mal den Doris-Day-Gassenhauer „Que será, será“ intoniert: Das ist vorweihnachtlicher Einkaufsbummel in Bad Segeberg.

Shoppen ohne Hektik

Im harten Konkurrenzkampf zum Onlinehandel und den Großstädten mit ihren opulenten Märkten und Möglichkeiten, trotzt die Kreisstadt zum Fest mit Beschaulichkeit. Betulich würden die sagen, die sich lieber zwischen Last-Christmas-Beschallung und Megaauswahl ins Gedränge stürzen. Entspannung pur sagen dagegen diejenigen, die es die Vorweihnachtszeit auch beim Shoppen gemütlich und ohne Hektik mögen. Und von denen scheint es immer mehr zu geben.

Kunden mögen es stimmungsvoll und persönlich

„Ich finde das Getümmel in den Großstädten um diese Zeit nervig“, sagt Carmen Niethauer aus Bad Segeberg nachdrücklich. Sie gehe viel lieber in kleine Läden. Dem stimmen Hartmut Faber aus Bark und seine Frau zu. „Viel zu voll. Hier trifft man viele und man bekommt fast alles. Vielleicht im Elektronikbereich nicht, aber sonst schon“, sagt er und hat gleich ein Beispiel parat, wo’s im Kleinen besser läuft: „Wir haben weiße Schlittschuhe ohne Spitze gesucht, in Hamburg, in Lübeck, überall. Und wo haben wir sie bekommen? Bei Gummi Hamann.“

Vorweihnachtlicher Stadtbummel

 

Michael Hänchen vom Modehaus M&H bestätigt: „Sich in das Wühling der Großstadt zu stürzen, das ist nicht mehr so ausgeprägt.“ Bad Segeberg habe Charme, sagt er. Inhabergeführte Geschäfte mit ihrem Service, seien ein großer Pluspunkt. Und den Statistikern, die prognostizieren, dass das zweite Adventswochenende am verkaufsstärksten wird, entgegnet er: „Das Weihnachtsmannwecken am ersten Adventssonnabend ist etwas Besonderes, das ganze Familien in die Stadt zieht. Davon haben wir profitiert, das Geschäft war sehr gut.“

Bei Kraft ist der Dezember ein ruhiger Monat

Eisbahn, Hüttenzauber und die Adventsbeleuchtung an der Hamburger Straße, die Möbel Kraft mit der Innenstadt verbinden, sind Anziehungspunkte. Das Weihnachtsgeschäft beginne hier jedoch nach dem Fest, sagt Hausleiter Peter Kruse: „Der Dezember ist für Großmöbel ein ruhiger Monat. Dafür kaufen die Leute kleine Dinge im Markt und Gutscheine.“ Man habe ein leichtes Plus zum Vorjahr verzeichnen, aber: „Bei uns geht’s erst ab dem 27. richtig los.“

Luft nach oben im Angebot für Junge Leute

„Die Stimmung unter den Geschäftsleuten ist gut“, bestätigt Marlis Stagat vom Unternehmerverein „Wir für Segeberg“ (WfW). Und es klingt nicht wie Zweckoptimismus. „Die Fußgängerzone gibt das kuschelige Weihnachten wieder, das mögen die Menschen. Wir haben das Ambiente, ein attraktives Angebot in den Läden – und wir haben den kostenlosen Samstagsbus in die Stadt, was super ist“, begrüßt sie diese Entscheidung der Stadtvertretung, die der Verein sehr unterstütz. Beim Angebot für junge Leute sieht sie jedoch noch Luft nach oben. „Es wäre mal ein interessantes Projekt zu erfahren, was die sich hier wünschen. Da bräuchten wir vielleicht das eine oder andere mehr, was über einen Telefonladen hinaus geht.“

Öffnungszeiten sind ein schwieriges Thema

Einen dicken Minuspunkt hat Marlis Stagat dann doch: „Was uns nicht gelungen ist, sind die einheitlichen Öffnungszeiten“, sagt sie und bedauert, dass manche Läden um 14 Uhr schließen, andere um 16 oder 18 Uhr. „Und es gibt ,Schlümpfe’, die sagen: ,Heut’ ist nichts mehr los, dann mach ich einfach dicht’“, kritisiert sie. „Ein schwieriges Thema“, entgegnet Maria Güldner. „Wir haben das ausprobiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir nicht länger als 13 Uhr zu öffnen brauchen. Wir sind ein bisschen aus dem Zentrum raus, vielleicht darum“, argumentiert die Betreiberin eines Geschenk- und Bastelladens am Marktplatz. „Das Weihnachtsgeschäft bei uns läuft aber schon seit November gut.“

Das Weihnachtsgeschäft

Überraschung: Am liebsten verschenken die Deutschen laut einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) und dem Handelsverband Deutschland (HDE) in der Weihnachtszeit Lebensmittel. Spielwaren stehen auf Platz zwei, gefolgt von Büchern und Parfümerie-Artikel. Schlusslicht sind Blumen und Sportartikel. Für das Weihnachtsgeschäft prognostiziert der HDE im Einzelhandel ein Plus von drei Prozent auf 102 Milliarden Euro. „Der stationäre Handel erzielt im November und Dezember 19 Prozent, der Internethandel etwas mehr als ein Viertel seines Jahresumsatzes. Übrigens: Laut einer HDE-Umfrage wollen 554 von 1500 Befragten Weihnachten nichts verschenken, das sind 36,9 Prozent.

Von Heike Hiltrop

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