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Segeberg Großeinsatz: Aufregung um Radioaktivität auf Damsdorfer Mülldeponie
Lokales Segeberg Großeinsatz: Aufregung um Radioaktivität auf Damsdorfer Mülldeponie
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19:37 18.10.2018
Strahlenschutzexperten der Feuerwehr näherten sich nur in ihren Spezialanzügen dem Lastwagen mit dem Container mit möglicherweise verstrahlten Autoreifen. Quelle: Agentur 54°
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Damsdorf/Tensfeld

Ein Container mit möglicherweise verstrahlten Autoreifen hat am Donnerstagnachmittag zu einem Großeinsatz der Feuerwehr auf dem Gelände der Mülldeponie in Tensfeld geführt. Die Reifen stammten von einem Standort der Bundespolizei und sollten eigentlich bei einem Entsorgungsbetrieb verwertet werden. Bei einer Routinemessung wurde dort am Donnerstagvormittag gegen 10.30 Uhr jedoch eine Überschreitung des Annahmegrenzwertes für Gammastrahlung festgestellt.

Feuerwehr rückt mit Großaufgebot an

„Wir haben daraufhin die Feuerwehr und die Polizei informiert und unseren Lastwagen mit dem Container hier nach Tensfeld geholt“, sagt Nis Nissen, Geschäftsführer des Wegezweckverbandes Segeberg, den die Nachricht am Morgen während einer Sitzung der Bereichsleiter des WZV erreichte. Da der Transportgrenzwert für Gammastrahlung bei Weitem unterschritten gewesen war, sei das auch gar kein Problem gewesen.

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Als die möglicherweise kritische Ladung schließlich gegen 13 Uhr in Tensfeld eintraf, warteten dort in einem abgelegenen asphaltierten Bereich die Einsatzkräfte des zwischenzeitlich alarmierten ABC-Zuges der Feuerwehr. Die Feuerwehr war mit 32 Einsatzkräften an, darunter auch Strahlenschutzexperten angerückt. Auch der Gefahrgutbeauftrage des WZV, selbst ehrenamtlich Wehrführer, war vor Ort.

WZV: Messung nicht verharmlosen

„Eine Kontrollmessung hat absolut normale Werte ergeben“, sagte Sönke Möller, Sprecher des Segeberger Kreisfeuerwehrverbandes. Aller Wahrscheinlichkeit nach habe ein defektes Messgerät die erhöhten Strahlungswerte ausgegeben. Um hundertprozentig sicherzugehen, würden am Nachmittag aber noch zwei weitere Messungen mit anderen Geräten vorgenommen, sagte Möller.

Ganz so gelassen wie die Feuerwehr stuft WZV-Geschäftsführer Nissen den Vorfall den doch nicht ein. „Den ersten Messwert auf ein defektes Messgerät zu schieben würde ich als etwas verharmlosend empfinden“, sagt Nissen. Für entsprechende Messwerte könne es bei den Reifen viele Gründe geben. Alles Weitere wäre reine Spekulation.

Fahrer des Transportes wohlauf

Das Wichtigste sei für ihn, dass es dem Fahrer des WZV gut gehe. Dieser sei unmittelbar nach seiner Ankunft in Tensfeld von den Spezialisten der Feuerwehr überprüft und freigemessen worden. Da es sich offiziell um einen Arbeitsunfall gehandelt habe, sei er anschließend noch zum Arzt gefahren worden – von WZV-Verbandsvorsteherin und Tensfelds Bürgermeisterin Dr. Beatrix Klüver persönlich.

„Auch wenn sich alles am Ende als nicht so dramatisch herausgestellt hat, ist für uns aber auch wichtig zu sehen, dass alle Abläufe gut funktioniert haben und routiniert abgelaufen sind“, sagt Nissen. Wäre an den Reifen tatsächlich eine Verstrahlung festgestellt worden, wären diese durch die Einsatzkräfte abgewaschen und das anfallende Wasser aufgenommen worden. Das kontaminierte Wasser wäre dann wie in solchen Fällen verdampft und die kontaminierten Reststoffe als schwach radioaktiver Abfall entsprechend den Vorschriften entsorgt worden.

Holger Marohn und Oliver Vogt

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