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Segeberg Er griff zur Waffe und bedrohte zwei Feuerwehrleute
Lokales Segeberg Er griff zur Waffe und bedrohte zwei Feuerwehrleute
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20:15 10.10.2013
Bad Segeberg

„Sich im Dorf mit der Freiwilligen Feuerwehr anzulegen, das ist niemandem zu raten“, erklärte Richterin Sabine Roggendorf zum Auftakt eines Prozesses vor dem Segeberger Amtsgericht. Mit dem wurde ein weiteres Kapitel aufgeschlagen in dem schon Jahre dauernden Streit zwischen Alexander B. (48) aus Oering und der örtlichen Feuerwehr.

Im Juni vergangenen Jahres war es zu nächtlicher Stunde einmal mehr zu einer Auseinandersetzung zwischen B. und zwei Feuerwehrleuten gekommen. B. soll schließlich die beiden Männer mit vorgehaltener Waffe von seinem Grundstück gejagt haben. „Ich drücke ab, das ist eine echte“, soll er gerufen haben. Das führte zu einer Anklage wegen Nötigung und unerlaubten Waffenbesitzes.

Der Angeklagte schwieg zu den Tatvorwürfen, beschrieb aber wortreich die Umstände, die zu den jahrelangen Querelen geführt haben:

Er bewohnt mit seiner Familie in Oering die gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus und dem Dorfplatz gelegene ehemalige Meierei. Seit Jahren müssten sie bei Feuerwehr- und Dorffesten Sachbeschädigungen im Vorgarten ertragen, auch dass Betrunkene „ihr Geschäft“ dort verrichteten, sei an der Tagesordnung. Ein weiteres ständiges Ärgernis sei das Parken der Feuerwehrleute vor seiner Grundstückseinfahrt und um das Grundstück herum. Er habe manches Mal darum bitten müssen, die Auffahrt frei zu machen und sei dann ausgelacht worden.

Inzwischen hat sich der Streit ausgedehnt auf den örtlichen Sportverein. Der Angeklagte soll einige Mitglieder verdächtigt haben, in seinem Haus Scheiben eingeworfen zu haben. Er habe daraufhin versucht, den gesamten Verein in Regress zu nehmen. Um bei Dorffesten das Geparke auf seinem Grundstück zu verhindern, hat der Angeklagte das Aufstellen von Bauzäunen rund um sein Grundstück beantragt. Die Folge: Andere Anwohner begehrten ebenfalls eine solche Maßnahme. Das wurde der Gemeinde aber zu kostspielig und sie beschloss, die Veranstaltung des jährlichen Dorffestes ganz abzuschaffen. Dieses, so der Angeklagte, würden die Einwohner nun ihm anlasten.

Alexander B., zurzeit arbeitslos, ist vier Mal vorbestraft wegen Körperverletzung und Beleidigung. Er sei in allen Fällen zu Unrecht verurteilt worden, sagte er. Beispielsweise sei er während einer Tätigkeit als Busfahrer von einem Fahrgast attackiert worden und habe sich nur gewehrt.

Überhaupt sei er nie der erste gewesen, der angegriffen habe, das sei nur durch falsche Zeugenaussagen jeweils so dargestellt worden.

Feuerwehrmann Jan-Philipp D. (30) beschrieb den Tatabend. Danach habe sein Kollege in den Vorgarten des Angeklagten gepinkelt. Das sei nicht die feine englische Art gewesen, erklärt der Zeuge an den Angeklagten gerichtet, er habe seinen Kameraden auch davon abhalten wollen. Doch der Angeklagte sei aus dem Haus geschossen, habe sie beschimpft und seinen Sohn beauftragt, die Waffe zu holen. Er habe schnell erkannt, dass es sich um eine Schreckschusspistole handelte, und sei mit seinem Kumpel zwischen die Feuerwehrautos geflüchtet, so der Zeuge.

Nach einem Rechtsgespräch mit dem Verteidiger stellte die Richterin das Verfahren ein mit der Auflage, dass der Angeklagte 500 Euro an die Bad Segeberger Feuerwehr zahlen soll. „Selbsthilfe in dieser Art ist verboten“, betonte sie und erinnerte den Angeklagten zugleich daran, dass auch er die ehrenamtlich in ihrer Freizeit für die Allgemeinheit tätige Feuerwehr einmal brauchen könne und deshalb das jährliche Feuerwehrfest mit allen eventuellen Unannehmlichkeiten für sein Grundstück ertragen müsse. mak



Aus dem

Amts-

gericht

„Selbsthilfe in dieser Art ist verboten.“
Sabine Roggendorf, Richterin

LN

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