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Segeberg Erfolgsjahr für Tesa: Norderstedter bekleben die Welt
Lokales Segeberg Erfolgsjahr für Tesa: Norderstedter bekleben die Welt
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20:10 22.03.2018
Die Konzernzentrale der Tesa SE in der Hugo-Kirchberg-Straße 1 in Norderstedt.
Norderstedt

„Es war wirtschaftlich ein hervorragendes Jahr für uns“, sagte auch Tesa-Finanzvorstand Jan Christoph Teetz. So sei der Umsatz um 10,6 Prozent auf jetzt 1,26 Milliarden Euro gestiegen. Ein solches zweistelliges Wachstum habe er seit 1996 erst zum zweiten Mal erlebt. Zum fünften Mal in Folge blieb die Umsatzrendite über der Top-Marke von 15 Prozent und erreichte mit einem Ertrag von 208 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Wert von 16,5 Prozent. Unter dem Strich blieb damit ein Jahresüberschuss von 134,2 Millionen Euro übrig, etwa vier Millionen Euro mehr als im Jahr davor.

Der Absatz brummt für die Marke Tesa. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 sei das zweitbeste in der Geschichte des Unternehmens gewesen, sagte Vorstandschef Robert Gereke auf der Bilanzkonferenz des Klebemittelherstellers am Donnerstag in der Konzernzentrale in Norderstedt.

Seit 2001 eigenständig

Die Tesa SE (Soecietas Europaea) ist ein unabhängiger Teilkonzern der Beiersdorf AG mit mehr als 4000 Mitarbeitern. Tesa-Produkte existieren bereits seit den 1930er-Jahren. Als eigenständiges Unternehmen wurde Tesa aber erst 2001 gegründet.

Auch für die neue Standort-Gemeinde sei von den 70 Millionen Euro Ertragssteuer ein „einstelliger Millionenbetrag“ als Gewerbesteuerzahlung an die Stadt Norderstedt übrig geblieben, sagte Vorstandschef Gereke auf Nachfrage der LN. Dieser Betrag dürfte künftig steigen, da Tesa hier noch die Investition von 160 Millionen Euro in die komplett neu errichtete Konzernzentrale im Süden Norderstedts in Flughafennähe abschreiben kann, in die Ende 2015 mehr als 700 Mitarbeiter aus Hamburg eingezogen sind. Inzwischen arbeiten hier 1100 Mitarbeiter in Verwaltung, Vertrieb, Marketing, Technologie, Forschung und Entwicklung und weitere 500 Mitarbeiter am Produktionsstandort in Hamburg- Hausbruch.

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Der klassische Tesa-Film mache nur noch etwa fünf Prozent des Umsatzes aus, sagte Vorstandschef Gereke. „Wir setzen heute mehr auf Befestigungslösungen als auf Tesa-Film oder Krepp.“ Das meiste Geld verdient das Unternehmen heute mit Klebebandlösungen für die Automobilindustrie sowie für Tablets und Smartphones. Bis zu 15 Euro verdiene Tesa an jedem Auto, wenn es alle Befestigungen darin für LED-Lampen, Displays, Batterien und Sensoren herstellt. Bei Tablets und Handys, wo für Tesa der Umsatz 2017 um fast ein Drittel gestiegen ist, seien es bis zu vier Euro je Gerät.

In einigen Bereichen sei Tesa zudem Weltmarktführer wie bei der wachsenden Zahl an Fahrzeugen mit Zwei-Farb-Lackierungen, erklärte Gereke. Aktuelle Zukäufe würden die Marktstellung weiter verbessern.

So sei Tesa jetzt mit der Hanauer „Nie wieder Bohren AG“, die Sanitärhalterungen ohne Dübel anbietet, stark in Baumärkten vertreten. Und mit der gerade gekauften holländischen Firma Polymount könne Tesa jetzt die gesamte Palette für den stark wachsenden Markt des Foliendrucks anbieten. „Das ist schlecht für die Konkurrenz – aber gut für uns.“

Sehr viel verspricht sich der Tesa-Vorstand auch von der 2017 in Norderstedt entwickelten Schaumfolie, die das Display in Smartphones noch besser schütze, wenn es herunterfällt. „Allein die Produktionstechnik dafür ist 100 Millionen Euro wert“, sagte Vorstandschef Gereke. Dieses Spezialtape sei so gut, dass es jetzt alle großen Hersteller auf der Welt in ihre Smartphones einbauten.

„Sogar die chinesischen und koreanischen, die sonst eher auf einheimische Produkte setzen.“

Burkhard Fuchs

22.03.2018
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