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Segeberg Erleichterung im Noctalis: Dicker Auftrag vom Land
Lokales Segeberg Erleichterung im Noctalis: Dicker Auftrag vom Land
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12:44 24.07.2017
Die Brillenblattnase. Quelle: Ipsen/hfr
Bad Segeberg

Im Noctalis kann das Personal tief durchatmen. Nach der Deckelung des Defizits des Fledermauszentrums durch die Stadtvertreter auf 100 000 Euro in diesem Jahr war nicht klar, wie die Arbeit fortgeführt werden sollte. Massive Einsparungen seien im Gespräch gewesen, auch personell, sagt Geschäftsführerin Anne Ipsen. Doch nun kommt Hilfe vom Land: 50 000 Euro im Jahr für die pädagogische Arbeit zum Thema Fledermaus- und Artenschutz. „Das nimmt uns ordentlich Druck“, sagt Ipsen erleichtert.

„Die Fledermaus ins rechte Licht rücken“, heißt der Auftrag vom Land. Das Tier, das bei jedem größeren Bauvorhaben in der Kreisstadt berücksichtigt werden muss, das eine große Rolle bei der Verzögerung der Autobahn 20 spielt, genießt nicht das beste Ansehen. Und der Kuschelfaktor bleibt auch aus. Für den nächtlichen Jäger Sympathien und Interesse zu wecken, diese pädagogische Arbeit ist für das Noctalis nicht neu. Im Gegenteil: 10 000 bis 12 000 Schüler besuchen schon jetzt jährlich das Fledermauszentrum am Kalkberg in Bad Segeberg, sagt Ipsen. Dazu gab es auch schon Workshops zum Höhlenquartier oder eine Hörwerkstatt für Kinder. „Die Fledermäuse sehen ja quasi mit den Ohren“, so Ipsen. Die Sinneswelt der Tiere, ihr Speiseplan, ihre Biologie sind Themen, die das Noctalis vermittelt.

Dabei immer ein Anliegen der Bildungseinrichtung: die Aufbesserung des Images der Fledermaus. „Nun aber machen wir das aber im Auftrag des Landes“, verdeutlicht Ipsen. Ein Zusatz, von dem sich die Noctalis-Chefin weitere positive Effekte erhofft. Am besten noch mehr Besucher, das würde am ehesten helfen, das Defizit der Ausstellung weiter zu senken. Erst vor Kurzem begrüßte das Noctalis den 500 000. Besucher seit der Gründung 2006. Zu wenig, um kostendeckend zu arbeiten. Die Finanzierungslücke betrug zuletzt 186 000 Euro und muss von der hoch verschuldeten Stadt allein getragen werden.

Ein riesiger Batzen für die Stadt, die am Tropf des Landes hängt, die Konsolidierungsgemeinde ist und die sich im Stich gelassen fühlte mit einem Haus, das unbestritten wichtige pädagogischen Arbeit von landesweiter Bedeutung leistet, dessen finanzieller Erfolg aber weit hinter den prognostizierten Erwartungen eines Gutachters zurückblieb. Vor diesem Hintergrund versteht Ipsen den Auftrag des Landes auch als Anerkennung für das Noctalis, aber auch für die Stadt, die diese Arbeit seit nun über zehn Jahren bezahlt.

Die Zusammenarbeit mit dem Land sei auf längere Zeit angelegt, sagt Ipsen. Das Geld, das über Zwischenberichte und Teilrechnungen abgefordert wird, müsse jedes Jahr neu beantragt werden, soll aber ein regelmäßiger Posten auf der Einnahmenseite sein. Und es fließt bereits in diesem Jahr. „Der offizielle Start der Zusammenarbeit war am 15. Juli“, so Ipsen. Mit dem Tag der Mitteilung und Vertragsunterzeichnung. Änderungen wird es an der Noctalis-Arbeit dadurch nur punktuell geben. „Wir haben Vorschläge zum Thema gemacht und das Land hat Wünsche geäußert“, erklärt Ipsen. Man werde nun zum Beispiel verstärkt den Fokus auf die Ökologie legen und den Artenschutz. Materialmappen für Lehrer und andere Multiplikatoren zum Thema Fledermaus seien ein großes Anliegen. Alles mit dem Ziel, mehr Interesse an den etwas unscheinbaren, aber doch faszinierenden Tieren zu<TB>wecken.

Von Nadine Materne

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