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Segeberg Erneute Finanzspritze in Millionenhöhe
Lokales Segeberg Erneute Finanzspritze in Millionenhöhe
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22:15 08.05.2014
Ex-Vorstandsvorsitzender Ralph Schmieder (l.) und Vorstandsmitglied Martin Deertz 2013 bei der jüngsten Bilanzpressekonferenz. Schon damals brauchte die Sparkasse 60 Millionen Euro. * Quelle: nam
Bad Segeberg

Wie hoch die Summe genau ist, vermag Sparkassen-Sprecherin Imke Gernand noch nicht zu sagen. Das „Manager Magazin“ spricht von mindestens 30 Millionen Euro, die die Sparkasse Südholstein als weitere Kapitalspritze benötige, zu zahlen erneut vom Landesverband der Sparkassen, notfalls vom Bundesverband. Bereits im Vorjahr hatten die Südholsteiner Banker 60 Millionen Euro Unterstützung benötigt.

Das Ganze sei keine akute Schieflage, betonte Gernand gegenüber den LN. Die Sparkasse benötige wegen der ab 2014 angestiegenen Eigenkapitalanforderungen nach „Basel III“ lediglich mehr Mittel, um sich langfristig zu stabilisieren. Vorstandsvorsitzender Andreas Fohrmann, der im Januar Ralph Schmieder abgelöst hat, habe die Sanierungsplanung unter den neuen Rahmenbedingungen bearbeitet und frühzeitig Kontakt zu den Verbänden aufgenommen: „Sie tragen die neue Sanierungsplanung mit“, heißt es.

In der Bilanzpressekonferenz 2013 hatte der damalige Vorstandsvorsitzende Schmieder es als „im höchsten Maße ärgerlich“ bezeichnet, dass man immer wieder Gewinne aus dem operativen Geschäft aufwenden müsse, um Abschreibungen für die HSH Nordbank zu tätigen. Zwar hatte die Sparkasse Südholstein zuletzt 20 Millionen Euro erwirtschaftet, für Anteile an HSH Nordbank und Berliner Landesbank fielen aber Abschreibungen von 40 Millionen Euro an.

Um gleichzeitig die höheren Eigenkapitalvorgaben ab 2014 zu erfüllen, war im Juni 2013 der Sparkassenverband in Kiel mit 60 Millionen Euro eingesprungen. Vier Jahre zuvor hatte die Sparkasse Südholstein Unterstützungszahlen von 100 Millionen Euro vom Verband bekommen, auch wegen Spätfolgen der „Wackelkredite“, die die ehemalige Kreissparkasse Segeberg belastet hatten und ab 2003 zur Fusion erst mit den Pinnebergern und dann mit den Neumünsteranern geführt hatten.

Auch personell reagiert die Sparkasse Südholstein: Von zuletzt 800 Arbeitsplätzen sollen 130 durch „natürliche Fluktuation“ abgebaut werden. Zurzeit hat die Sparkasse 980 Mitarbeiter, zum Teil Halbtags- und Teilzeitkräfte, erklärte Imke Gernand.

Bei zuletzt elf Filialschließungen der Südholsteiner kam der Kreis Segeberg noch relativ günstig davon: Nur die Zweigstelle Hartenholm wurde geschlossen, sieben weitere dagegen in Pinneberg und drei in Neumünster.

Außerdem wurde der Standort Neumünster der Norddeutschen Retail-Service GmbH (NRS), einem so genannten Backoffice- Dienstleister, aufgelöst. Die von den Sparkassen dahin entsandten Mitarbeiter konnten zum Teil wieder zurück in die Sparkassen, allerdings meist zu viel schlechteren Bedingungen als zuvor.

Tobias Koch, der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Kiel, sieht die Sparkasse Südholstein als einen „Leidtragenden der verfehlten Politik der Landesregierung“. SPD, Grüne und SSW hätten die von CDU und FDP eingeleitete Beteiligungsmöglichkeit für die Hamburger Sparkasse rückgängig gemacht — laut Koch ein schwerer Fehler. Wenn über den Verband nun andere Sparkassen zahlen, könne das zu einem gefährlichen Dominoeffekt führen.

Dass Rot-Grün gleichzeitig den Kommunen Beteiligungsmöglichkeiten an den Sparkassen eingeräumt habe, sei nur Kosmetik gewesen: „Keine Stadt und keine Gemeinde in Schleswig-Holstein ist nun in der Lage, 30 Millionen Euro für eine Beteiligung an der Sparkasse Südholstein aufzubringen.“

Lothar Hermann Kullack

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