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Segeberg Corona: Erste Klinik in Segeberg verhängt Besuchsverbot
Lokales Segeberg

Erste Klinik in Segeberg verhängt Besuchsverbot

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18:00 19.11.2021
Sind sie der Vorreiter? Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg lässt außer in Ausnahmefällen keine Besucher mehr zu.
Sind sie der Vorreiter? Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg lässt außer in Ausnahmefällen keine Besucher mehr zu. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Bad Segeberg/Henstedt-Ulzburg

Jetzt werden die Regeln für Besucher in einigen Kliniken deutlich schärfer. Als erste Klinik im Kreis Segeberg verhängte die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg ein komplettes Besuchsverbot ab sofort. Zuvor hatten bereits zwei Kliniken im Kreis Stormarn zu diesem Mittel gegriffen. „Ja, wir haben gestern Mittag einen Besuchsstopp beschlossen, um die Sicherheit der Mitarbeiter und Patienten zu erhöhen“, sagte Klinik-Sprecherin Maren Maak am Freitag. Besuche seien jetzt nur noch in medizinischen Ausnahmesituation möglich. „Das muss aber nicht nur sein, wenn jemand im Sterben liegt. Ob ein Besuch notwendig ist, entscheiden die Abteilungen im Einzelfall. Sie werden sich dann mit den Angehörigen in Verbindung setzen“, sagt Maak. Das Besuchsverbot gelte erstmal auf unbestimmte Zeit. Maak: „Wir kontrollieren und beobachten täglich das Geschehen.“

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Nicht alle haben Verständnis

Ein extra Sicherheitsdienst wurde für die Überwachung nicht eingestellt. „Das regelt unsere Zentrale. Für die Kollegen ist das natürlich eine Herausforderung. Nicht alle Patienten und Besucher verstehen das. Es besteht erhöhter Redebedarf“, erklärt Maak. Es sei noch kein abgewiesener Besucher körperlich aggressiv geworden, verbale Vorwürfe gebe es aber schon hin und wieder. Anlass für die Maßnahme war aber kein Corona-Ausbruch. Maak: „Aufgrund unserer Hygienemaßnahmen sind wir in der Vergangenheit von eingeschleppten Corona-Fällen verschont geblieben. Wir haben den vorsorglichen Besuchsstopp veranlasst, damit Patienten und Mitarbeiter gar nicht erst dieser Gefahr ausgesetzt werden.“

Segeberger Kliniken prüfen Besuchsregel

Die Segeberger Kliniken in Bad Segeberg überlegen derzeit, ob die bisherigen Besuchsregeln bleiben können. „Wir prüfen gerade, ob unsere Regelung so bestehen bleiben kann oder verschärft werden muss“, sagt Kliniksprecher Robert Quentin. Bis zu einer Entscheidung ist der Besuch von Patienten weiter unter ganz bestimmten Bedingungen erlaubt. „Grundsätzlich ist der Besuch eines festgelegten Besuchers für die gesamte Dauer des Patientenaufenthalts für eine Stunde pro Tag in der Zeit von 15 bis 20 Uhr in der Woche und von 12 bis 20 Uhr am Wochenende möglich“, sagt Quentin. Dieser Besucher müsse geimpft, getestet oder genesen sein und eine medizinische Maske tragen. Quentin: „Vor dem Besuch ist ein Besuchsformular auszufüllen, welches auch Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand des Besuchers enthält.“

Kliniksprecher Robert Quentin Quelle: hfr

Zwei Intensivpatienten

Bisher ist es jedoch ruhig in den Kliniken. „Uns ist kein Fall bekannt, in dem ein Besucher in unserem Haus ursächlich für die Infektion mit Corona gewesen ist“, sagt der Kliniksprecher. Grundsätzlich gehe von einem Besucher aber immer eine Gefahr der Übertragung aus und die Gefahr steige mit den ebenfalls steigenden Inzidenzen. Was die Betreuung von schweren Corona-Fällen angehe, sei „die Situation in der Klinik überschaubar“. Quentin: „Neben zwei intensivmedizinisch versorgten Patienten befinden sich einige Patienten noch in der labordiagnostischen Abklärung.“

111-Regel in Bad Bramstedt

Das Klinikum Bad Bramstedt ist eine Fachklinik ohne Notaufnahme. Es kommen also nur Patienten zu geplanten Operationen in das Haus. „Bei uns gilt die 3G-Regel und die 111-Regel“, erklärt Geschäftsführer Jens Ritter. Das bedeute, dass bei den Besuchen eine Person, einmal am Tag, für eine Stunde erlaubt sei. Eine Verschärfung der Regeln sei zwar möglich, aber derzeit nicht vorgesehen. Ritter: „Das müsste dann ja auch einen Grund haben, wie zum Beispiel ein Ausbruchsszenario.“ Die Sicherheit sei jedoch recht hoch. „Da wir ja keine Notaufnahme haben und die Patienten bewusst in die Klinik und die Reha kommen, ist die Impfquote sehr hoch. Sie liegt bei den Patienten bei 95 Prozent und beim Personal bei 85 Prozent.“

Von Sven Wehde