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Segeberg Erster Plan für Bad Segebergs neues Museum
Lokales Segeberg Erster Plan für Bad Segebergs neues Museum
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16:00 23.06.2019
So könnte das neue Kreismuseum nach einer Idee von Torsten Simonsen aussehen: Direkt neben dem alten Höhlenkrug-Haus (ganz links) soll ein neues modernes Wohnhaus gebaut werden. Im rückwärtigen Teil, in den früheren Höhlenkrug-Backstuben, könnte das Foyer und ein Saal für das Museum entstehen. Das Herzstück des Museums soll im historischen Höhlenkrug, dem früheren Palais Wichmann untergebracht werden. Quelle: Torsten Simonsen
Bad Segeberg

Wer Professor Asmus Hintz nicht kennt, würde sich an den Kopf fassen: Ein Luftschloss, ein Fake-Museum wird da beworben. Es gibt keinen politischen Beschluss dafür, keine Förderung, keinen potenten Sponsor, ja nicht einmal irgendeine politische Willensbekundung: Doch die unerschrockenen Initiatoren der Idee haben schon ein Grundstück mit Gebäuden ausgeguckt; sie haben ein Museums-Konzept und einen Architekten mit ersten Plänen. Und sie sichern sich gar schon Ausstellungsexponate fürs noch fiktive Segeberger Kreis- und Stadtmuseum.

An Visionen für den angepeilten Start des Museum 2025 ist kein Mangel. Hintz ließ kürzlich in einer Runde seinen Ideen freien Raum. In der stillgelegten Höhlenkrug-Backstube wurde das Konzept und vor allem ein Entwurf zur Raumplanung vorgestellt. Der Kreis Segeberg habe eine „riesige Geschichte“. Das Palais Wichmann, das Höhlenkrughaus, sei ein würdiger Ort für die Darstellung, sagt Hintz.

Der Förderkreis für das Kreis und Stadtmuseums kann sich hier einen lauschigen Cafégarten vorstellen. Quelle: Glombik

Vor wenigen Tagen wurde auch das Konzept für das Museum online (www.kreismuseum-segeberg.de) geschaltet. „Wir brauchen ein Vollzeitmuseum für Kreis und Stadt“, betonte Hintz. Das Alt-Segeberger Bürgerhaus sei zwar hervorragend, aber zu klein für Sonderausstellungen. „Wider das Vergessen“, „Außerschulische Bildung“, Hintz hat reichlich Schlagwörter, Visonäres auf Lager. Er möchte auch eine jüdische Abteilung in dem neuen Museum integrieren, das sei auch so mit der Jüdischen Gemeinde besprochen. „Das ist uns sehr wichtig, man muss auch mal Pflöcke schlagen, damit die Leute aufwachen“, verteidigt Hintz die Offensive des Fördervereins für das Kreis- und Stadtmuseum.

Asmus Hintz büffelt „Antrags-Lyrik“

Der Professor selbst wälzt jetzt „Handbücher“, lerne die „Förderantrags-Lyrik“, um in dem Wettbewerb um Finanzen die Nase vorn zu haben. Bürgermeister Dieter Schönfeld schmunzelt: „Es macht Freude, diese ganze Begeisterung mit aufzunehmen.“ Doch für ihn bleibe die entscheidende Frage: Wer soll das bezahlen? Bad Segeberg hat kein Geld, der Kreis wäre ein besserer Finanzier für ein Museum. Schönfeld stichelt: Seit seinem Amtsantritt habe Landrat Jan Peter Schröder beim Kreis 200 neue Planstellen eingerichtet. Da würden ja zwei Vollzeitstellen für das neue Museum kaum ins Gewicht fallen. Er wünsche dem Vorhaben viel Erfolg.

Das Museums-Konzept

Das Museums-Konzept sieht Dauerausstellungen für folgenden Themen vor: – die 800jährige Stadtgeschichte Segebergs von der mittelalterlichen Ansiedlung zur modernen Kreisstadt; – die Entwicklung der mittelalterlichen Burgvogtei über das frühneuzeitliche „Amt Segeberg“ bis zum Kreis Segeberg; – die für Kreis und Stadt bedeutsame Geschichte der Siegesburg; – die Entwicklung des Augustinerklosters, der Marienkirche und der christlichen Gemeinde; – das Schicksal der Jüdischen Gemeinde und deren Synagoge in Segeberg; – die Entwicklung unterschiedlicher Wohnkulturen der Stadt Segeberg.

Es sind auch Sonder- und Wechselausstellungen, museumspädagogische Angebote sowie Ausstellungen von Künstlern aus dem Kreisgebiet vorgesehen.

Bestehende Bausubstanz soll genutzt werden

Beim Vortrag von Architekt Torsten Simonsen wird es konkret in den alten, erstaunlich geräumigen Backstuben. Er möchte an der Lübecker Straße 19 bis 22 vor allem die bestehende Bausubstanz nutzen. Zu viele wertvolle historische Häuser seien in Bad Segeberg früher schon verloren gegangen. Der für das Museum eingeplante, äußerst baufällig wirkende Höhlenkrug mit der denkmalgeschützten Fassade sei nach seiner Einschätzung „zwar schwer-, aber nicht unheilbar krank“. Das Dach sei früher von der Inhaberfamilie Sorgenfrey saniert worden, die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt eines Gebäudes.

Der Höhlenkrug, Palais Wichmann, soll Museum werden, das alte Verkaufsgebäude mit dem Bäckerladen könnte man abreißen. Hier würde der Architekt ein Wohnhaus planen. Quelle: Glombik

„Wunderbare Aufwertung“ für gesamtes Stadtviertel

Simonsen: „Das ist hier eine Super-Location für ein Museum, da lässt sich etwas ohne großen Aufwand machen.“ Nach seien Plänen soll das ehemalige Höhlenkrug-Verkaufsgebäude einem neuen Wohngebäude weichen. Hier könnte ein Teil des Grundstücks für Wohnzwecke verkauft werden. Im hinteren Grundstücksbereich würde er einen Café-Garten einrichten. Die alten Backstuben, Räume der Höhlenkrugbäckerei, könnten nach kleinem Teilabriss Platz für ein Foyer, ja sogar für einen Saal mit 120 Quadratmeter bieten. Mit einem gläsernen Verbindungsgang würde man von hinten in das alte Höhlenkrug-Gebäude, dem Herz des Museums gelangen. Es wäre eine „wunderbare Aufwertung“ für dieses gesamte Stadtviertel, betont Simonsen.

Architekt Torsten Simonsen stellte Ideen vor. Quelle: Glombik

Macher und Motor Asmus Hintz war von dem Vortrag dann auch gleich Feuer und Flamme. Das habe ihm „Wind unter die Flügel“ gebracht, gestand er. Jetzt gehe es darum, eine Willensbildung für das Museum auch in die politischen Gremien, vor allem die des Kreises, zu entfachen. Ziel ist eine Machbarkeitsstudie. Damit dieses Luftschloss kein Luftschloss bleibt.

Wolfgang Glombik

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