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Segeberg Erstmals gibt’s eine Villa-Winterschau
Lokales Segeberg Erstmals gibt’s eine Villa-Winterschau
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20:13 01.02.2018
Karin Lienau, Beate Jeske, Ursel Wiesen-Klomp und Conny Engel (v.l.) stellen aus mit Renate Holz, Jennifer Herrmann und Bettina Malinowski.
Bad Segeberg

Beate Jeske gibt „ziemlich private Einsichten“, wie sie sagt: In ihren Werken hat sie Gedichte und Texte verarbeitet. „Was es ist“ von Erich Fried wurde zu Acryl auf Leinwand. Zudem verbergen sich „Ganz und gar“ von Marius Müller-Westernhagen hinter den Bildern oder auch „Er ist’s“ von Eduard Mörike. Besonders am Herzen liegt der studierten Fotografin aus Weede das Gedicht „Der Radwechsel“ von Bertolt Brecht. Ihre Absicht: Verborgenes sichtbar machen und Sichtbares verbergen“, sagt sie.

„Villa im Winter“ lautet der Titel des Vorhabens, entstanden beim Künstlertreff von diversen Segeberger Kreativen. Im Hochsommer und im Winter sei die Villa Flath unterbelegt, sagt Katrin Lienau. Das soll sich jetzt ändern. Vernissage der Winterschau ist am Sonnabend, 3. Februar.

Frauen und ihre Gefühle ist das, was Ursel Wiesen-Klomp in einigen ihrer Malereien verarbeitet hat. „Ich habe Spaß daran“, sagt die Wahlstedterin „das darzustellen – es ist ein lebenslanges Auseinandersetzen mit den Themen der Frauen“. Es war zum Beispiel der Spruch der amerikanischen Journalistin und Juristin Caroline Klein Simon, der sie zum Malen inspiriert hat: „Eine Frau soll aussehen wie ein junges Mädchen, auftreten wie eine Lady, denken wie ein Mann und arbeiten wie ein Pferd.“

Nicht nur in dieser Schau sind ihre Motive überwiegend abstrahierend. Die an der Werkkunstschule Lübeck ausgebildete Künstlerin arbeitet gern mit schematischen Frauenbildern mit Blick auf das menschliche Miteinander. In der Villa Flath sind darüber hinaus „etwas verrätselte Motive“ zu finden: Basaltsteine auf Halligdeichen etwa oder vermoderte Blätter – frei interpretiert von Makroaufnahmen.

Besuchern werden unweit entfernt Zeichnungen von der Künstlerin Jennifer Herrmann ins Auge fallen. Die 25-Jährige aus Altengöhrs ist die Jüngste in der Ausstellungsgruppe. Feinste Bleistiftzeichnungen, Porträts von Menschen und Tieren, sind gefertigte Auftragswerke. Daran arbeitet sie im Schnitt etwa 20 Stunden. Die Studentin, die bereits ihre eigene Firma gegründet hat, arbeitet nach Fotovorlagen. Teils vereint sie dabei auch mehrere Vorlagen zu Gesamtansichten, zum Beispiel einer Familie. Sie grundiert die Bilder mit Pastellkreiden und arbeitet mit harten Polychromos-Stiften die Feinheiten heraus.

„Wir wollen für alle Besucher etwas anbieten. Diese Bilder haben einen gewaltigen Wiedererkennungswert“, sagt Katrin Lienau, die sich selbst diesmal mit Fotografien an der Schau beteiligt. Puppen luschern an Hölzern vorbei oder durch ein Gitter hindurch: Entstanden waren sie einst für eine Spielzeugausstellung. Alle Bilder haben keinen besonderen Titel – absichtlich. „Sie haben ihre eigene Geschichte, die der Betrachter immer wieder neu erzählen kann“, sagt sie. Es ist so gewollt, dass sich die Fotos von den üblichen „schönen Darstellungen“ solcher Sammlungsgegenstände unterscheiden.

Cornelia Engel ist bei der Villa- Winterschau vertreten mit abstrakten Bildern, die Titel tragen wie „Flowerpower“, „Sex on the beach“ oder „Singing in the rain“. Gegenüber wird es gegenständlicher, mit einem „verlorenen Strand“, sagt sie, Seerosen und einem Waldpfad. Die Geschendorferin legt den Schwerpunkt auf Acryl, hat sich in den vergangenen 20 Jahren auf Kursen und Malreisen fortgebildet und unterrichtet an der Stockelsdorfer Volkshochschule.

Gerahmte Werke sind von Renate Holz aus Klein Gladebrügge zu sehen, gefertigt mit Acrylfarben und Farbstiften. Die studierte Malerin und Grafikerin widmet sich seit Jahrzehnten der Kunst, kontinuierlich seit Mitte der 1980er Jahre. Hauptgestaltungselement in den Bildern ist die Form. Die Farbe fügt sich entsprechend in die Kompositionen ein. Und schließlich sind in der winterlichen Ausstellung mehrere großformatige Malereien von Bettina Malinowski aus Bimöhlen zu sehen. Wer genau hinsieht, kann in den Werken schemenhafte Engelgestalten erahnen, damit hat sich die Künstlerin beim Schaffensprozess auseinandergesetzt. Sie widmet sich vorwiegend der informellen, abstrakten Malerei, Landschaften sowie meditativen inneren Bildern. Parallel ist sie bildhauerisch tätig, dabei entstehen Skulpturen aus Ton, Holz oder Stein.

Sonnabend ist Vernissage

Die Ausstellung „Villa im Winter“ in der Villa Flath, Bismarckalle 5, wird eröffnet am kommenden Sonnabend, 3. Februar. Um 16 Uhr spielt der Bratschist Christian Stahnke. Finnissage ist am 18.

Februar ab 16 Uhr mit musikalischem Ausklang. Die Villa ist geöffnet Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Beteiligte Künstlerinnen sind Conny Engel (Malerei), Jennifer Herrmann (Grafik), Renate Holz (Malerei), Beate Jeske (Malerei), Katrin Lienau (Fotografie), Bettina Malinowski (Malerei) und Ursel Wiesen-Klomp (Malerei). Erstmals gibt es Bücher und eine Fundgrube für Interessierte.

Irene Burow

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