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Segeberg Europawahlkampf der CDU auf dem Land
Lokales Segeberg Europawahlkampf der CDU auf dem Land
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19:17 15.05.2019
Ministerpräsident Daniel Günther (2. v.re.) im Gespräch mit Amed Sido, Mitglied der CDU-Fraktion Kaltenkirchen, die vor 25 Jahren aus dem Irak nach Deutschland ausgewandert ist. Quelle: Petra Dreu
Fehrenbötel

 Wenn sich die Politprominenz im Wahlkampf in den Kreis Segeberg verirrt, dann in die größeren Städte: Bad Segeberg, Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt und vielleicht auch noch nach Kaltenkirchen. Aber Fehrenbötel? Ja, Fehrenbötel. Den rund 600 Einwohner großen Ortsteil der Gemeinde Rickling hatte sich die Landes-CDU ausgesucht, um dort mit dem Kandidaten für das Europaparlament, Niclas Herbst, und Ministerpräsident Daniel Günther die Werbetrommel für die Europawahl zu rühren und Fragen der gut 80 Zuhörer zu beantworten.

Dieses Mal war also alles anders: Nicht nur die Politiker kamen aufs Dorf, sondern auch interessierte Zuhörer aus Bad Segeberg, Bad Bramstedt und Kaltenkirchen waren nach Fehrenbötel gereist, um sich selbst ein Bild von Niclas Herbst zu machen, der bei der Europawahl am 26. Mai in die Fußstapfen des Europaabgeordneten Reimer Böge treten möchte, der nach 30 Jahren in der Politik nicht wieder zur Wahl antritt.

Europa muss lernen, gemeinsam zu handeln

Lob für Niclas Herbst gab es gleich zu Beginn der Fragerunde, die von der stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungen Union, Cornelia Pielow, moderiert wurde, von Daniel Günther: „Wir haben uns in der Jungen Union kennengelernt. Er war immer derjenige, der sich am meisten für Europa interessiert hat. Für uns ist es wichtig, im Europaausschuss vertreten zu sein“, so Günther.

Bilder aus Fehrenbötel

Sido Amed, die vor 25 Jahren aus dem Irak nach Deutschland gekommen war und nun CDU-Mitglied in Kaltenkirchen ist, sorgte sich um ihr Heimatland und dass es den Amerikanern nicht mehr um Politik, sondern nur noch um „Deals“ gehe. „Es ist Zeit für eine gemeinsame Außenpolitik“, bescheinigte ihr Niclas Herbst, der allerdings auch vor der Realität die Augen nicht verschloss. „Wir sind als Europa noch nicht dazu in der Lage, gemeinsam zu handeln. Aber wenn wir das nicht bald hinbekommen, werden wir ein Problem haben“, so Herbst.

„Wie sieht es denn mit der Steuergerechtigkeit für Unternehmen wie Amazon durch Steueroasen in Europa aus?, fragte ein Zuhörer, dem besonders das Einstimmigkeitsprinzip der EU-Staaten ein Dorn im Auge ist. Das in der Tat sei schwierig, so Herbst, für den eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für eine Körperschaftssteuer ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre. Gleichwohl habe das Einstimmigkeitsprinzip auch gute Seiten. Wer wisse schon, auf welche Ideen einige Länder sonst kommen könnten.

Kontrolle durch Grenzen ist für Günther Illusion

Die Ausbreitung der Rechtspopulisten sei ein Problem, waren sich Daniel Günther und Niclas Herbst einig. „Das ist eine Abwehrbewegung. Irre ist, dass sie Grenzen neu errichten wollen und meinen, damit wieder alles unter Kontrolle zu haben. Wie beim Brexit auch werden sie dabei gar nichts unter Kontrolle haben“, so Herbst.

Daniel Günther appellierte an die Zuhörer, möglichst viele Wähler davon abzuhalten, aus Protest rechts zu wählen. „Steve Bannon, Trumps rechter Wahlkampfstratege, unterstützt die Rechtspopulisten. Sie sind alle am Start. Und wenn wir uns dagegen nicht wehren, ist das Erbe von Helmut Kohl wirklich in Gefahr. Lassen sie Europa nicht von Populisten zerstören.“

Petra Dreu

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