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Segeberg Schilder-Wirrwarr in Bad Segebergs Südstadt
Lokales Segeberg Schilder-Wirrwarr in Bad Segebergs Südstadt
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19:00 11.07.2019
So ist es richtig: Jeden Tag bis 20 Uhr und auch sonntags dürfen Kinder bis 13 Jahre hier bolzen. Aber es hält sich nach Beobachtung der wütenden Anlieger ohnehin kaum jemand an die Regelungen. Sie werden auch nicht kontrolliert. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Da hat sich jemand im Rathaus vertan: Die unendliche Geschichte um den Anwohner-Lärm- Stress mit dem Multifunktionsplatz im Südstadtpark wird um ein weiteres ärgerliches Kapitel bereichert. Die Stadt musste ihre Schilder am beliebten Bolzplatz am Südstadtpark korrigieren, neu überkleben. Nicht wie kürzlich ausgeschildert und von den LN dokumentiert nur montags bis sonnabends von 8 bis 18 Uhr darf der Platz genutzt werden, sondern bis 20 Uhr. Auch sonntags darf dort im Rahmen der Ruhezeiten nach Herzenslust gebolzt werden – aber wie in der Stadtvertretung beschlossen, nur bis zum Alter von 13 Jahren.

Hier spielen längst nicht nur Kinder, sondern auch Heranwachsende. Der Lärm nervt die unmittelbaren Anlieger. Quelle: Privat

Gabriele Abel, Sprecherin der „Initiative Schalldämpfer“, ist auf der Zinne: „Wir haben hier fast jeden Tag Zirkus.“ Die Anlieger müssten sich mit Jugendlichen, Kindern und deren Eltern anlegen, um wenigstens ein bisschen Ruhe zu bekommen. Es sei ihr gegenüber zu Pöbeleien gekommen, berichtet Abel. Sogar die Polizei musste zweimal anrücken. Zudem habe die Stadt, ohne die Anlieger über ihren Fehler zu informieren, die angegebenen Ruhezeiten, in denen der Platz nicht genutzt werden darf, auf den Schildern wieder verkürzt. Selbst als Mitglieder der Initiative kürzlich zur Akteneinsicht der Planungsunterlagen im Rathaus waren, seien sie vom kundigen Mitarbeiter nicht über die jüngste Schilder-Korrektur informiert worden. Abel: „Wir wurden so zur Zielscheibe des Spotts von 13-Jährigen, die dort länger spielen durften als wir selbst annehmen mussten.“

Beim Lesen der Lübecker Nachrichten den Fehler auf dem Schild entdeckt: Bauamtsleiterin Antje Langethal. Quelle: sg

 Anwohnerin: Ich bin am Ende meiner Kräfte

Die Pöbeleien von jungen Erwachsenen hörten nicht auf, wenn sie auf die Ruhezeiten verwiesen. Inzwischen habe sie schon Angst, rufe gleich die Polizei, wenn es darum gehe, Recht durchzusetzen. Abel: „Wir betteln seit zwei Jahren darum, dass an den Seitenwänden des Platzes rote, auffällige Schilder aufgehängt werden mit der Info, wann dort nicht gespielt werden darf.“ Das müsse doch möglich sein. Gabriele Abel: „Ich bin am Ende meiner Kräfte, wenn ich mich von Leuten beschimpfen lassen muss, wir wollten ihre Kinder dort nicht haben.“ Am Mittwoch hätten über den Platz zwölf bis 15 Jugendliche getobt, mindestens 16 bis 18 Jahre alt, hochgewachsen, auch mit Bart. Es sei Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass die Altersbegrenzung und Ruhezeiten eingehalten würden. „Was tut die Stadt, damit wir nicht weiterhin Verbal-Attacken und Beschimpfungen ausgesetzt sind?“

Auf LN-Anfrage bestätigte Bauamtsleiterin Antje Langethal den Schilder-Fehler der Verwaltung. Der erste Aufkleber sei falsch beschriftet worden. Sie selbst habe das bemerkt, nachdem die LN ein Foto von einem der städtischen Schilder veröffentlicht hatten. Die dort vorgeschriebenen Zeiten hätten nicht dem Beschluss der Politik entsprochen. Auch einigen Politikern sei bei der LN-Lektüre das falsche Schild aufgefallen. Das sei jetzt korrigiert worden.

Neue Schilder sind bestellt

Doch das Hauptproblem sei, dass dort Regeln nicht eingehalten würden, da könne die Stadt auch nichts unternehmen. Langethal hat jetzt neue Schilder bestellt, auch in arabischer Sprache. Aber noch sei die Übersetzung nicht fertig. Sie verwies auf die jüngsten Beschlüsse der Politik, danach solle trotz des Vorschlags aus der Verwaltung kein abschließbarer Zaun um das Gelände gebaut werden, es gebe seitens der Politiker auch kein Geld für einen Wachdienst. Das Ordnungsamt selbst sei personell überfordert, den Platz zu überprüfen.

Das Thema kommt bestimmt nach den Sommerferien erneut auf die Tagesordnung der Politik. Eine geforderte Sondersitzung in der Sommerpause zu dem drängenden Thema war von den Stadtvätern nicht angesetzt worden. Immerhin: Langethal kündigte an, dass der Bauantrag für einen neuen, zusätzlichen Multifunktionsplatz für junge Erwachsene im Gewerbegebiet gestellt sei. Gebe es hierzu eine Genehmigung des Kreises, werde diese sofort in den Gremien vorgelegt. Auch der Kinder-und Jugendbeirat der Stadt werde hier beteiligt.

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Wolfgang Glombik

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