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Segeberg Falsche Verdächtigung: Freispruch für Angeklagte
Lokales Segeberg Falsche Verdächtigung: Freispruch für Angeklagte
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20:15 14.11.2013
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Norderstedt

Es war ein geselliger Abend mit zwei Frauen und einem Mann in der Wohnung von Andreas D. (52), in Norderstedt vor ziemlich genau einem Jahr. Gestört wurde die Harmonie jedoch von wiederholten Anrufen des getrennt lebenden Ehemannes von Britta H. (53), aus Norderstedt. Der in Tangstedt lebende Holger J. beleidigte die Anwesenden, wirkte stark angetrunken und kündigte schließlich an, er werde kommen. Andrea W. (50) alarmierte daraufhin die Polizei und wies auf die bevorstehende Trunkenheitsfahrt hin. Womit die Frau nicht rechntete, war die Anklage wegen falscher Verdächtigung, die ihr einige Monate später ins Haus flatterte. Jetzt trafen sich alle vor dem Amtsgericht Norderstedt wieder.

Es hatte sich dann herausgestellt, dass der tatsächlich Betrunkene J. beim Eintreffen der Polizei auf dem heimischen Sofe saß und keineswegs vor hatte, wegzugehen, geschweige denn Auto zu fahren. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass die Angeklagte bewusst falsche Angaben gegenüber der Polizei gemacht und damit den unnötigen Polizeieinsatz ausgelöst habe. Durch die Akten geisterte das Wort „Racheakt“, da die Angeklagte, wie sie freimütig zugab, den von ihr Angezeigten nie haben ausstehen können.

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Vor der Richterin empörte sich Andrea W., die sich zu Unrecht beschuldigt sah: J. sei ständig betrunken gewesen und habe deutlich verkündet, er werde jetzt losfahren. Andreas D., der damals danebensaß, bestätigte diese Aussage, das Telefon sei nämlich laut gestellt gewesen. Der Polizist Helge T. (53) berichtete von seinem Einsatz in jener Novembernacht. Ihm war Holger J. als Alkoholiker bekannt und dass er ein Auto besaß, wusste der Polizist ebenfalls. Das Fahrzeug fand er jedoch kalt und mit Regennässe überzogen vor dem Haus abgestellt, und Holger J. — zwar stark angetrunken — habe nicht den Eindruck gemacht, als wolle er das Haus noch verlassen. Tatsächlich wurde Holger J. dann zwei Monate später wegen einer Trunkenheitsfahrt seinen Führerschein los. Richterin Katrin Thron ging daher davon aus, dass die Angeklagte mit ihrem Anruf bei der Polizei richtig gehandelt habe und sprach sie frei.

LN