Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Familienbotschafter sagen willkommen
Lokales Segeberg Familienbotschafter sagen willkommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:21 29.05.2013
Von Nadine Materne
Sie sind die Ansprechpartner für das Thema Willkommensbesuch und stellen das Geschenk für die Familien vor: Dagmar Kristoffersen (Jugendamt), Birgit Mütze (Ev. Bildungswerk Kirchenkreis Plön-Segeberg) und Dr. Constanze von Wildenradt (Diakonie Altholstein, v. l.). Quelle: Foto: Materne
Bad Segeberg

Das Geschenk ist ein roter Buddeleimer mit kleinem, nützlichen Inhalt für Baby und Eltern: Ein Kirschkernkissen gegen Bauchschmerzen oder Milchstau, ein Pflegeset, eine DVD mit Erziehungstipps, eine kleine Geschichte für die älteren Geschwister und dazwischen Infobroschüren mit zahlreichen Beratungsanlaufstellen für junge Eltern. Ab Herbst sollen Neugeborene im Kreis persönlich willkommen geheißen und den Eltern Ansprechpartner an die Hand gegeben werden, an die sie sich wenden können. „Es geht um einen ungezwungenen Erstkontakt, sagt Landrätin Jutta Hartwieg (SPD) bei der Vorstellung des Projekts „Willkommensbesuche“. Nun werden Freiwillige gesucht, die die Rolle der Begrüßer übernehmen wollen.

„Im Vordergrund steht das Begrüßen und die Gratulation zum Kind“, betont Dr. Constanze von Wildenradt von der Diakonie Altholstein, dem Träger der Aktion, gemeinsam mit dem Evangelischen Bildungswerk. Pädagogische Erfahrung ist keine Voraussetzung. Wie die Eltern angesprochen werden sollen und was der Willkommensbesuch beinhalten soll, werde den Helfern bei Schulungen vermittelt. Die ersten wird es am 31. August und 7. September (jeweils 14 bis 18 Uhr) in Bad Segeberg geben.

Gesucht werden demnach engagierte Frauen und Männer ab 18 Jahren. Nach oben hin gebe es keine Grenze. Gerne gesehen werden auch Helfer mit anderem kulturellem Hintergrund. „Nicht jeder im Kreis spricht die deutsche Sprache“, sagt Dagmar Kristoffersen vom Kreisjugendamt. Auch könnte ein gemeinsamer kultureller Hintergrund den Kontakt erleichtern. Die „Familienbotschafter“ sollen zur Geburt gratulieren, das Geschenk übergeben und darüber mit den Eltern ins Gespräch kommen. Ganz ungezwungen. Ohne Erziehungsvorträge.

„Es geht auch um Wertschätzung, das Gefühl zu vermitteln, als Familie gesehen zu werden“, erklärt Landrätin Jutta Hartwieg. Die Eltern sollen sich gewiss sein können, nicht allein gelassen zu werden.

Und wenn es nur darum geht, ihnen zu sagen, dass manche Probleme auch ganz normal sind.

Der Willkommensbesuch soll nach den ersten drei Monaten nach der Geburt stattfinden — zumindest wenn die Eltern im Vorfeld zugestimmt haben. Kein Besuch findet unangemeldet statt. „Wir bekommen auch gar nicht die Daten“, versichert Dagmar Kristoffersen. Die Abfrage laufe über die Krankenhäuser und Hebammen. 30 bis 60 Minuten sind für einen Besuch eingeplant. Dafür wird es eine kleine Aufwandsentschädigung geben. Auch die Fahrten zu den Familien werden bezahlt.

Jährlich werden im Kreis Segeberg etwa 1500 Babys geboren. Noch ist nicht abzusehen, wie viele Eltern im Segebergischen das Angebot annehmen werden. Die Idee ist aber nicht neu, wird bundesweit in vielen Gemeinden praktiziert, unter anderem in Kiel.

Wer „Familienbotschafter“ werden möchte, meldet sich im Bildungswerk, Telefon 0 45 51/99 33 46, oder dem Diakonischen Werk Altholstein, 0 41 92/501 03 82.

Nadine Materne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Unser Ortsnetz“ hat große Pläne: Als Nächstes erhält Seth Breitband, dann soll der Süden des Kreises inklusive der Kreisstadt mit schnellem Internet versorgt werden — ohne Kosten für die Kommunen.

Christian Spreer 29.05.2013

Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten. Nach Prognosen des Statistikamtes Nord wird der Anteil der Menschen über 60 Jahren in Schleswig-Holstein bis 2025 von 27,3 auf 35 Prozent steigen.

29.05.2013

Hinter den Kulissen wird schon ordentlich an der Besetzung für die Fachgremien gearbeitet. Wahlstedts Haupt-, Finanz-, Sozial- und der Umweltausschuss sowie der Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr und der für Wirtschaft und Stadtentwicklung arbeiten der Stadtvertretung zu.

Heike Hiltrop 29.05.2013